Alarmierende Studie

Jedes zehnte Grundschulkind geht mit leerem Magen zur Schule

17. August 2019 - 13:40 Uhr

Rund 300.000 Kinder sind in Deutschland betroffen

Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit am Tag. Umso erschreckender ist es, dass laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach, jedes zehnte Kind morgens alleine auf sich gestellt ist und mit hungrigem Magen zur Schule geht. Im Video sehen Sie, wie ein richtiges Pausenbrot aussieht.

Fehlendes Frühstück wirkt sich massiv auf die schulische Leistungsfähigkeit aus

Für die Studie im Auftrag des Discounters Lidl, wurden nach Institutsangaben mehr als 1.000 Mütter und Väter befragt, die mindestens ein Kind im Grundschulalter haben. Das Frühstück halten 53 Prozent der Befragten - im Vergleich zum Mittag- und Abendessen - für die wichtigste Mahlzeit für Grundschulkinder. Dennoch sind die Ergebnisse der Studie alarmierend.

Denn neben den Kindern, die mit leerem Magen zur Schule kommen, gibt es ungefähr genauso viele Kinder (9 Prozent), die morgens alleine zu Hause frühstücken. Ohne Frühstück knurrt nicht nur der Magen, die Konzentration und Leistungsfähigkeit ist ebenfalls eingeschränkt, erklärt der Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur.

Keine Zeit oder kein Geld

Die Gründe seien unterschiedlich. So gebe es auf der einen Seite Eltern, die es aus zeitlichen Gründen nicht schaffen ihrem Kind ein Frühstück vorzubereiten, auf der anderen Seite sei aber auch die finanzielle Situation oft ein Grund.

Dennoch zeigen sich laut der Studie die meisten Eltern durchaus selbstkritisch: 57 Prozent der befragten Eltern sagten, es sei oft nicht leicht oder gelinge überhaupt nicht, ihr Kind so zu ernähren, wie sie es sich vorstellten.

Ernährung soll in Schulen wichtigere Rolle spielen

Kommunen und Länder sollten helfend eingreifen, finden der Deutsche Lehrerverband und Kinderrechtsexperten von SPD, Grünen und FDP. Denn früher habe es auch flächendeckend in manchen Bundesländern Schulmilch und Schulobst gegeben.

So forderte Susann Rüthrich (SPD), Vorsitzende der Kinderkommission des Bundestags, eine Kindergrundsicherung, wenn bei Eltern das Geld nicht reiche oder eine Familienberatung, wenn es an Wissen fehle.

Und auch Grünen-Kinderrechtsexpertin Katja Döring sagte der dpa: "Ein gutes und gesundes Frühstück sollte für alle Kinder eine Selbstverständlichkeit sein". Demnach gibt es bereits einige Kommunen, die ein Frühstück in Grundschulen finanzieren, das für Kinder aus armen Familien auch kostenlos ist. Diese Ansätze gilt es auszubauen.