Er saß schon mit 1 ½ Jahren am Klavier

In neuem Kinofilm: Hochbegabter Amadeus (11) spielt Mozart

09. November 2020 - 15:19 Uhr

Von Anne Schneemelcher

Philip Hahn ist zwar erst 11 Jahre alt, aber schon ein echter Tausendsassa am Klavier. Angefangen hat der hochbegabte Junge bereits mit eineinhalb Jahren. Und nicht nur das, sein zweiter Vorname ist auch noch Amadeus – wie Wolfgang Amadeus Mozart! Zufall?

Bis zu acht Stunden Klavierspielen - pro Tag

Wer Familie Hahn besuchen möchte, braucht ein bisschen Glück. Denn die vier sind eigentlich ständig unterwegs. Schuld daran sind die Kinder Philip Amadeus (11) und Laeticia (17): Beide sind hochbegabt und konnten eher Noten lesen als Bücher. Ihr Alltag besteht aus Konzerten, Master Classes und natürlich Klavierüben. Laeticia schläft ungefähr genauso viel, wie sie am Klavier sitzt, und Philip übt sechs bis acht Stunden täglich. Die beiden komponieren, dirigieren und arrangieren.

Mama Annette muss die Geschwister oft bremsen: " Die beiden sind schon ziemlich in die Musik involviert. Und irgendwann, wenn ich dann nicht mehr kann, so um 12 oder so, dann geh ich meistens." In der Regel quält sich dann Papa Christian in der Nacht aus dem Bett und schimpft die Geschwister aus, sonst würden die bis morgens am Klavier sitzen.

Beide Geschwister studieren schon

Dass ihre Kinder anders sind, war Mama Annette klar, als ihre Tochter schon im Alter von fünf an der Uni unterrichtet wurde. Eigentlich hat Annette an der Uni als Philosophin promoviert, doch schnell wurde ihr bewusst, dass sie das Leben ihrer Kinder organisieren muss. Das mit dem Promovieren könne sie auch später noch machen.

Mehrere Schulklassen haben die Geschwister übersprungen. Jetzt fängt Tochter Laeticia mit gerade einmal 17 Jahren an, Musik in Antwerpen zu studieren. Auch Philip ist als Jungstudent eingeschrieben. Ein Umzug in die belgische Stadt ist geplant, doch vorher geht es für die Familie nach Italien.

Regisseur entdeckte Philip bei Konzert

Philip und seine Schwester standen schon auf der ganzen Welt auf Bühnen und haben Konzerte gespielt. So wurde Philip auch entdeckt. Der Regisseur vom Film "Il Boehme" wollte den Jungen unbedingt haben.

Philip spielt zwar "nur" eine Nebenrolle, die hat es aber in sich. Im Film dreht sich alles um den böhmischen Komponisten Josef Mysliveček. Zu Lebzeiten hat der viele andere Komponisten kennengelernt. Darunter auch den jungen Mozart – unseren Philip. Doch wer ein echter Mozart werden will, muss mehr können als nur Klavier spielen. Deshalb musste Philip den Wiener Akzent und Italienisch lernen.

Mini-Mozart inklusive Perücke

Mitte Oktober war es dann soweit: Die Hahns sind nach Genua zu den Dreharbeiten geflogen. Für den Elfjährigen war das natürlich ein aufregendes Erlebnis – mehrere Stunden hat es gedauert, bis er sich inklusive perfekt sitzender Perücke in einen Mini-Mozart verwandelt hat. "Sein Text saß und auch sonst hat er die Dreharbeiten ohne Aufregung gemeistert", so sein Vater Christian Hahn. Musikalisch hatte Philip auch keine Probleme, immerhin "liebe er Mozart", so seine Schwester Laeticia.

Als hätten seine Eltern den Mozart-Faible geahnt, als sie ihm den Zweitnamen Amadeus gaben. Coronabedingt wird es dennoch eine Weile dauern, bis der Film "Il Boemo" über den böhmischen Komponisten Josef Mysliveček – mit Mozart in der Nebenrolle - in die Kinos kommt.