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Hochbegabung

Etwa zwei Prozent der Deutschen sind erwiesenermaßen hochbegabt. Nicht immer wird eine Hochbegabung offiziell festgestellt. Dies kann Vor- und Nachteile haben.

Hochbegabung picture alliance / dpa | Franziska Kraufmann

Etwa zwei Prozent der Menschen in Deutschland sind hochbegabt. Genauer gesagt handelt es sich dabei um etwa 1,6 Millionen Personen. Unter den Begriff Hochbegabung fallen nur jene, die erwiesenermaßen einen Intelligenzquotienten von mindestens 130 haben. Jedoch wissen nicht alle von ihrer Hochbegabung, die Fluch und Segen zugleich sein kann.

Wie Hochbegabung im Kindesalter auffällt

In manchen Fällen steht früh fest, dass das Kind aufgrund seiner Intelligenz anders ist als andere. Diese buchstäblichen Wunderkinder lernen zum Beispiel mit drei Jahren mühelos das Alphabet, können dann in Windeseile schreiben und lesen. Auch frühes Farben-Erkennen und Rechnen deutet eventuell auf Hochbegabung hin. Jedoch ist es nicht immer ratsam, allzu früh einen IQ-Test machen zu lassen. Denn hohe Erwartungen seitens der Eltern können negative Folgen haben, außerdem ändern sich die Leistungen im Kindesalter oft noch. Erst im Grundschulalter ist eine Testung sinnvoll. Merkmale von hochbegabten Kindern sind beispielsweise eine auffallende Vertiefung in bestimmte Themengebiete, ein gutes Gedächtnis und eine schnelle Auffassungsgabe. Logische Schlussfolgerungen, Kreativität, schnelle Problemlösungen und eine gute Sprachentwicklung sind außerdem häufig vorhanden.

Wie wird Hochbegabung nachgewiesen?

Um eine Hochbegabung zu bestätigen, wird ein Intelligenztest beim Psychologen gemacht. Ein nachgewiesener Intelligenzquotient von 130 oder mehr gilt als positive Bestätigung. Kommt beim Test ein Quotient zwischen 115 und 130 heraus, so steht allerdings schon eine überdurchschnittliche Begabung fest. IQ-Tests sind jedoch nicht immer ganz genau. Auch das Vorgespräch und das Verhalten des Kindes spielen eine Rolle bei der Testung. Es ist wichtig, einen schriftlichen Bericht über das Testergebnis zu erhalten. Nicht zuletzt gibt es verschiedene Bereiche der Intelligenz, die unterschiedlich ausfallen können, aber interessante Schlüsse möglich machen. Eine festgestellte Hochbegabung kann allerdings auch Nachteile haben. Zu viele Erwartungen und Lernangebote strömen auf das Kind ein, das sich dadurch nicht mehr unvoreingenommen entwickeln kann. Denn Hochbegabung zeigt eher das Potenzial einer Person an, als dass sie eine Verpflichtung wäre. Ohnehin leiden Hochbegabte häufig unter Problemen. Es kommt zu Langeweile und sozialen Auffälligkeiten oder das Gefühl der Andersartigkeit macht unglücklich.