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Hygieniker Dr. Zinn fordert: "Wir müssen Impfen attraktiver machen!"

Mehr Impfstoff als Impfwillige

Hygieniker Dr. Zinn fordert: "Wir müssen Impfen attraktiver machen!"

25.06.2021, Hamburg: Ein Seemann wird im Seemannsclub Duckdalben gegen das Coronavirus geimpft. Seeleute können sich am 25.06.2021 im Rahmen des ·Tags der Seeleute· im Seemannsclub Duckdalben durch den Hafenärztlichen Dienst gegen das Coronavirus imp
Bald hat jeder Mensch in Deutschland über 16 Jahren ein Impfangebot erhalten.
dan woi, dpa, Daniel Reinhardt

Mehr Impfstoff-Lieferungen als gedacht

Plötzlich ging doch alles schneller als erwartet. Durch unerwartet hohe Lieferungen der Impfstoffe von Moderna und Johnson&Johnson sind jetzt nicht mehr fehlende Impftermine ein Problem, sondern die Zahl der Impfwilligen. Denn die braucht es, um einen sicheren Schutz vor der Delta-Variante im Herbst aufzubauen. Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, hat Vorschläge, wie das Impfen wieder attraktiver werden kann.

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Impfen muss attraktiver werden

Bald haben alle Menschen über 16 Jahren in Deutschland ein Impfangebot bekommen – und das schon Monate vor dem Termin Ende September, den Angela Merkel ursprünglich dafür in Aussicht gestellt hatte. Doch das bedeutet auch, dass zeitnah die Zahl derer sichtbar wird, die sich gegen eine Corona-Impfung entscheiden.

Dr. Georg-Christian Zinn fordert daher, dass Impfen attraktiver werden muss. „Also das ist momentan unsere größte Überlegung: Wie können wir Impfanreize schaffen? Sind das Lotterien, sind das Donuts, sind das Studienvergünstigungen für die Studenten? Daran müssen wir arbeiten“, so der Wissenschaftler über Konzepte aus anderen Ländern.

Impfstatus in Deutschland

Schon jetzt sind zwei Drittel der Menschen in Deutschland vollständig geimpft und damit deutlich besser geschützt. Für einen sicheren Schutz vor der Delta-Variante, deren Durchbruch Virologen im Herbst erwarten, reicht das aber noch nicht.

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Impfungen müssen leichter zugänglich sein

Ein wichtiger Schritt sei aber auch, Impfungen leichter zugänglich zu machen. „Wir müssen die Vergabe der Termine einfacher machen“, so Dr. Zinn. „Also zum Beispiel im Supermarkt impfen und ich muss dafür gar keinen Termin haben. Was auch wichtig ist: Wie erreichen wir die Menschengruppen, die sehr immobil, wenig technikaffin oder obdachlos sind?“

Das seien wichtige Überlegungen, die geklärt werden müssten, noch bevor es darum geht, Impf-Anreize zu schaffen. (lra)

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