Tilly hat das Kurzwirbelsäulensyndrom

Frau adoptiert todgeweihten Welpen – jetzt gibt's ein Happy End

Tilly kam mit dem Kurzwirbelsäulensyndrom zur Welt.
Tilly kam mit dem Kurzwirbelsäulensyndrom zur Welt.
© Instagram, Instagram/Tillythefriendlyloaf

04. Mai 2021 - 16:00 Uhr

Tierarzt gab Hündin Tilly maximal zwei Monate zu leben

Hündin Tilly kommt mit dem Kurzwirbelsäulensyndrom auf die Welt. Für die meisten Welpen kommt diese Diagnose einem Todesurteil gleich. Und auch Tillys Tierarzt gab der Hündin maximal zwei Monate. Dennoch nimmt Anna Marie Giannini den Welpen auf – und bereut es keine Sekunde.

Für Giannini ist es Liebe auf den ersten Blick

Als Anna Marie Giannini die Online-Anzeige liest, in der es um einen Wurf Welpen geht, die verschenkt werden sollen, zögert sie keine Sekunde und nimmt Kontakt mit dem Inserenten auf.

"Als ich ankam, hatte man mir gesagt, dass einer der Welpen missgebildet sei und sie kein Zuhause für ihn finden könnten, was zu einer Euthanasie führen könnte", erinnert sich Giannini. Dann lernt sie Tilly kennen und weiß sofort, dass der tibetische Spanielwelpe etwas ganz Besonderes ist. "Ich hatte mich bereits in sie verliebt und plante unser nächstes gemeinsames Jahr in meinem Kopf, noch bevor er diese schreckliche Aussage gemacht hatte", erzählt die Frau gegenüber dem US-amerikanischen Tier-Magazin "The Dodo".

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Auch Tilly ist betroffen: So äußert sich das Kurzwirbelsäulensyndrom

Giannini kann nicht nachvollziehen, dass den Welpen aufgrund der Erkrankung bis dato niemand haben wollte. "Als ich sie bekam, war sie ein schmutziger kleiner Flauschball", sagt sie heute. "Sie passte perfekt in meine Hand, und als wir von dort, wo ich sie abgeholt hatte, nach Hause fuhren, lag sie in meinem Schoß und sah mich mit ihren großen braunen Augen an. Ich wusste, dass sie mich brauchte und ich sie", erinnert sie sich. Und sie nahm sich vor, alles dafür zu tun, dass sich Tilly nie wieder unerwünscht fühlen würde.

Das seltene Kurzwirbelsäulensyndrom, an dem Tilly leidet, sorgt dafür, dass einige ihrer Wirbel zusammengedrückt sind. Dadurch wirkt es, als habe die Hündin keinen Hals und einen sehr kurzen Rücken. Der Tierarzt habe bei Tillys Geburt gesagt, ihre Wirbelsäule werde nicht mit ihr wachsen, erinnert sich Giannini. Er vermutete, dass Tilly nur etwa zwei bis drei Monate leben werde.

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Tilly trotzt ihrer schlechter Prognose

Doch er täuscht sich: Heute ist Tilly zwei Jahre alt. Als sie wächst, wird ihre kurze Wirbelsäule zwar immer offensichtlicher. Doch das hält die Hündin nicht davon ab, all das zu tun, was auch andere Hunde tun. "Sie wurde mit einem Syndrom geboren, und genau wie Menschen, die mit einem Syndrom geboren werden, hat ihr Körper gelernt, sich anzupassen, und sie gedeiht prächtig", erzählt Giannini gegenüber "The Dodo".

"Sie hatte keine gesundheitlichen Probleme oder Komplikationen wegen ihrer kurzen Wirbelsäule, und wir erwarten, dass sie ein langes, gesundes Leben führen wird", gibt sich Tillys Frauchen zuversichtlich. Die meiste Zeit vergesse sie, dass Tilly überhaupt anders ist. Nur beim Auf- und Absteigen von Möbeln brauche die kleine Hündin ihre Hilfe. Außerdem könne sie wegen ihrer steifen Wirbelsäule den Kopf nicht richtig drehen, um sich zu jucken oder zu kauen. Doch das übernimmt Giannini nur zu gern.

Ihrem Frauchen gegenüber zeigt Tilly Freude und Dankbarkeit

"Sie schläft mit mir im Bett wie ein kleiner Mensch, legt ihren Kopf auf das Kissen und steckt ihre Beine in die Decke", erzählt Giannini. "Sie muss immer in meiner Nähe sein, mich berühren". Die Frau ist sich sicher, dass Tilly ihr auf diese Weise zeigen möchte, wie dankbar sie ist, in einem liebevollen Zuhause zu sein.

"Jede Stunde oder so, die wir zu Hause sind, kommt sie zufällig zu mir und gibt mir Küsse und legt sich dann wieder hin", fügt sie hinzu. "Es ist wie ein Uhrwerk. Es ist, als ob sie Küsse braucht, um zu funktionieren!"

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„Tilly erinnert mich täglich daran, dass ich für einen weiteren Tag dankbar sein sollte“

Giannini hat nach eigener Aussage viel von Tilly gelernt und würde die Zeit mit ihr um nichts in der Welt eintauschen wollen. "Tilly erinnert mich täglich daran, dass ich für einen weiteren Tag dankbar sein sollte", sagt Giannini. "Aufgrund der Ungewissheit, als ich sie bekam, und weil sie so besonders und liebevoll ist, bin ich sehr dankbar, dass ich ihr ein gutes Leben bieten kann und dass ich all diese Zeit mit ihr haben darf", erklärt Giannini.

Und fügt hinzu: "Sie erinnert mich ständig daran, dass es etwas Besonderes ist, anders zu sein". Bleibt zu hoffen, dass sie noch viele weitere Monate und Jahre mit Tilly verbringen darf.

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