Er tötete sechs Menschen in Highland Park

Todesschütze gesteht Schüsse auf Menge bei US-Parade

Robert (Bob) E. Crimo III, a person of interest in the mass shooting that took place at a Fourth of July parade route in the wealthy Chicago suburb of Highland Park, Illinois, U.S. is seen in this still image obtained from a social media video
Robert C. soll sechs Menschen bei einer Parade in Highland Park getötet haben.
Robert Crimo via REUTERS

Schon wieder sorgt eine Schießerei mit zahlreichen Toten in den USA für Entsetzen: Am amerikanischen Unabhängigkeitstag eröffnet Robert C. das Feuer, schießt offenbar wahllos in eine Menschenmenge. Sechs Menschen werden getötet, zahlreiche weitere verletzt. Die Polizei sagt: Der 22-Jährige hatte die Tat wochenlang vorbereitet. Die Flucht ergriff er offenbar verkleidet – als Frau. Jetzt hat er die Tat gestanden.

Todesschütze gesteht Schüsse auf Menge bei US-Parade

Zwei Tage nach der Gewalttat bei einer Straßenparade zum US-Nationalfeiertag hat der mutmaßliche Täter gestanden, auf die Menschenmenge geschossen zu haben. Das sagte der Staatsanwalt des Bezirks Lake County, Eric Rinehart, am Mittwoch. Nach Angaben des Polizeisprechers Christopher Covelli hatte der 21-Jährige nach der Tat „ernsthaft in Erwägung gezogen“, mit einer weiteren Waffe ein zweites Attentat in der etwa zweieinhalb Autostunden entfernten Stadt Madison im Bundesstaat Wisconsin zu begehen.

Nach Polizeiangaben feuerte Robert C. mit einem Gewehr vom Dach eines Geschäftsgebäudes aus wahllos auf die feiernde Menschenmenge und gab etwa 70 Schüsse ab. Sieben Menschen starben, mehr als 30 wurden verletzt. Der mutmaßliche Täter ist wegen Mordes in sieben Fällen angeklagt – weitere Anklagen dürften nach Aussagen des Staatsanwaltes folgen. Im Falle einer Verurteilung würden bereits die Anklagen wegen Mordes ersten Grades zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne Chance auf vorzeitige Entlassung aus dem Gefängnis führen.

Highland Park: Polizei nimmt Tatverdächtigen bei Verkehrskontrolle fest

C.soll bei der Tat Frauenklamotten getragen haben, um seine Identität zu verschleiern und die Tattoos in seinem Gesicht zu verdecken. Laut Polizeisprecher Christopher Covelli habe der Tatverdächtige zudem gehofft, so in der panischen Menge untertauchen zu können.

Zunächst hatte der 22-Jährige mit seinem Plan auch Erfolg und konnte vom Tatort fliehen. Er lieh sich das Auto seiner Mutter, geriet dann allerdings in eine Verkehrskontrolle. Dabei wurde er verhaftet.

Schütze von Chicago soll Tat „mehrere Wochen lang“ geplant haben

C. habe die Attacke „mehrere Wochen lang“ geplant, sagte Covelli weiter. „An diesem Punkt der Ermittlungen gibt es noch kein Motiv.“

Der junge Mann war offenbar mithilfe einer Leiter auf das Dach eines Geschäfts geklettert. Von dort soll er mithilfe eines Sturmgewehrs in die feiernde Menge geschossen haben. Dabei wurden sechs Menschen getötet, 38 weitere verletzt. Die Waffe soll C. legal gekauft haben.

Im Video: "Schießereien zu unserer wöchentlichen Tradition geworden"

"Schießereien zu unserer wöchentlichen Tradition geworden" USA: Tödliche Schüsse bei Parade
01:26 min
USA: Tödliche Schüsse bei Parade
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USA: Bereits 15 Schießereien mit mindestens vier Toten in diesem Jahr

Die Tragödie in Highland Park ist bereits die 15. Schießerei mit mindestens vier Toten in diesem Jahr in den USA. Besonders viel Aufsehen erregte der Amoklauf an der Robb Elementary School in Uvalde, bei dem 19 Kinder und zwei Lehrerinnen ums Leben gekommen waren.

Der Supreme Court, das oberste Gericht in den USA, hatte erst Ende Juni entschieden, die Waffengesetze in dem Land weiter zu lockern. Dem Urteil zufolge ist das Tragen von verdeckten Schusswaffen ein Grundrecht und kann somit von den einzelnen Bundesstaaten nicht eingeschränkt werden. (jda)