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Herne: Mutter erstickt zwei Söhne mit Kissen - Polizei Bochum nimmt 33-Jährige fest

Frau aus Herne in Bochum festgenommen

Mutter (33) soll Söhne mit Kissen und Decke erstickt haben - wollte sie ihr altes Leben zurück?

Stefanie Lienemann und Dietrich Streßig bei der Pressekonferenz zum Kinder-Mord von Herne.
Stefanie Lienemann und Dietrich Streßig ermitteln gegen die 33-Jährige aus Herne.
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Die Polizei Bochum hat am Dienstag eine 33-Jährige festgenommen. Sie soll ihre zwei leiblichen Söhne erstickt haben – damals waren die Kinder gerade einmal zwei Monate und 19 Monate alt. Das jüngere Kind habe die Tatverdächtige nach Angaben der Staatsanwaltschaft offenbar getötet, damit das Kind nicht mehr schreit. Beim zweiten Kind wollte sie „womöglich ihr altes Leben zurück“, so der Ermittlungsstand. Einen dritten Jungen soll die Frau aus Herne misshandelt haben. Die Taten liegen inzwischen über zehn Jahre zurück – jetzt liegen der Staatsanwaltschaft ausreichend Erkenntnisse für einen Haftbefehl vor.

Herne: 33-Jährige soll Söhne erstickt haben

Das Kinderzimmer soll ein Tatort sein.
Die Frau soll im ihre zwei Söhne in Herne ermordet haben. Das Kinderzimmer soll ein Tatort sein.
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Der Vorwurf gegen die 33-Jährige wiegt schwer: Sie soll ihre beiden kleinen Kinder 2011 und 2012 erstickt haben – und zwar mit einer Decke und Kissen. Das ergaben die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und Polizei.

Bevor die 33-Jährige Mutter geworden sei, habe sie ein anderes Leben geführt. Sie ausgegangen, habe viel gefeiert und „viele Männerbekanntschaften“ gehabt, so Dietrich Streßig, Staatsanwaltschaft der Staatsanwaltschaft Bochum. Aber wieso sollte sie ihre Kinder töten wollen?

Ihr erst zwei Monate alter Sohn sei ein „Schreikind“ gewesen. „Der dringende Tatverdacht geht dahin, dass sie das Kind deswegen getötet hat, weil die Schreierei aufhören sollte – endgültig“, erklärt Streßig im Gespräch mit RTL. „Bei dem zweiten Kind war das Motiv, so die Ermittlungen, dass sie frei sein wollte und ein Leben wollte, wie sie es hatte, bevor die Kinder gekommen sind“, erklärt der Staatsanwalt.

Frau misshandelt dritten Jungen - Kinderärztin bringt Vorfälle ans Licht

Die Polizei Bochum und die Staatsanwaltschaft Bochum bei einer PK.
Die Polizei Bochum und die Staatsanwaltschaft Bochum haben eine 33-Jährige aus Herne wegen möglichen Kinder-Mordes festgenommen.
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Obwohl ihre beiden Söhne vor über zehn Jahren gestorben sind, wurde die Mutter erst jetzt festgenommen. „2011 und 2012 ergaben die rechtsmedizinischen Erkenntnisse keinen Verdacht auf die Mutter“, so Streßig. Erst im April 2018 sorgte der Fall des dritten Kindes für eine Neubewertung der Ermittlungen.

Denn die Mutter soll den damals etwa zwei Jahre alten Jungen misshandelt haben. Bei einer Untersuchung durch die Kinderärztin habe nichts auf eine Erkrankung des Jungen hingedeutet, erklärt Stefanie Lienemann, Leiterin der Ermittlungsgruppe, die den Fall mit der Staatsanwaltschaft aufgeklärt hat. „Darauf hat sie sofort das Jugendamt informiert. Die behandelnde Kinderärztin hat den Stein ins Rollen gebracht, das bewegt sie auch sehr“, so Lienemann zu RTL. „Sie hat ein großes Anliegen, dass dem lebenden Sohn nichts passiert.“

Die Polizei hatte die 33-Jährige zur Aufnahme der Ermittlungen bereits informiert. Nach ihrer Festnahme habe sie keine Angaben gemacht. „Die Beschuldigte hat recht gefasst reagiert, ich glaube aber trotzdem, dass sie auch überrascht war“, sagt Lienemann. „Ich glaube, dass sie nicht gedacht hat, dass wir beweisen können, dass sie ihre Kinder getötet hat“, sagt die Ermittlerin weiter. Nun sitzt die 33-Jährige aus Herne in Untersuchungshaft. (jaw)