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Heizölpreise explodieren: Das können Mieter & Hausbesitzer jetzt tun - Spartipps vom Finanzexperten

Angst vor der Nebenkostenabrechnung

Auch Heizöl-Preise explodieren - was können Mieter und Hausbesitzer tun?

ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein Mitarbeiter eines Heizöllieferanten bereitet die Betankung eines Mehrfamilienhauses mit Heizöl vor (Archivfoto vom 08.12.2008). Seit Monaten steigt der Ölpreis und hat mittlerweile die Marke von 80 Dollar für ein Barrel (1
Spekulationen treiben den Ölpreis nach oben
dpa, Patrick Pleul

Nicht nur an den Tankstellen spüren die Bürger jeden Tag den Preisschock – auch die Kosten fürs Heizöl haben sich in den vergangene Monaten verdoppelt. Doch rund jeder Vierte in Deutschland heizt noch mit Öl. Vielen Mietern droht spätestens bei der Nebenkostenabrechnung eine böse Überraschung. Was Sie jetzt schon tun können.

Trotz hoher Preise - die Menschen wollen nicht frieren

Heizöl-Lieferant Peter Engelke aus Berlin
Heizöl-Lieferant Peter Engelke aus Berlin
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Heizöl-Lieferant Peter Engelke aus Berlin arbeitet seit 65 Jahren in der Branche. Doch so rasant steigende Preise wie jetzt hat er in seiner ganzen Karriere noch nicht erlebt. Während der Ölkrise in den 1970er-Jahren hatten sich die Preise auch verdoppelt, brachen aber schnell wieder zusammen. Diese Hoffnung hat Engelke jetzt nicht.

Trotz der enorm hohen Preise – den meisten seiner Kunden ist es wichtiger, im Winter nicht zu frieren. „Ich habe nicht den Eindruck, dass die Kunden bereit sind, den Pullover anzuziehen. Die Schmerzgrenze scheint noch nicht erreicht zu sein“, sagt Engelke gegenüber RTL.

Auch die Menschen, die wir auf der Straße fragen, zeigen sich resigniert. „Wir wohnen auf dem Land und da gibt es keine Erdgas Anschluss. Wie wollen wir das sonst im Winter überleben?“

"Egal was es kostet, der Tank muss voll sein"

Wohl oder übel müssen die Verbraucher also in den sauren Apfel beißen. Darauf zu spekulieren, dass die Preise bald wieder sinken, das ist vielen zu riskant. Sicherheit ist für viele Kunden ein entscheidender Faktor. Der Tank im Keller von Dietmar Makswitat aus Berlin war eigentlich noch zur Hälfte gefüllt – damit wäre er locker über den nächsten Winter gekommen. Doch die Sorge war groß, dass der Preis für Heizöl noch weiter steigt. Deshalb sagt er: „Jetzt tanke ich nach, sodass der Tank voll ist. Dann bin ich wieder bin ich auf der sicheren Seite und komme über zwei Jahre aus.“

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Energiegeld bringt wohl wenig Entlastung

Im September bekommen alle einkommenssteuerpflichtig Beschäftigten eine einmalige Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro. Die Pauschale soll bei den hohen Preisen für Öl, Gas und Strom helfen.

Lese-Tipp: Heizkostenzuschuss, Energiegeld und Co. : Wann die weiteren Entlastungen ausgezahlt werden in der Übersicht

Doch Heizöl-Lieferant Peter Engelke glaubt nicht, dass die 300 Euro vielen seiner Kunden eine große Entlastung bringen. Die Heizöltanks in Einfamilienhäusern fassen mehrere tausend Liter –das geht schnell ins Geld. „Wenn sie im vorherigen Jahr für 1.000 Euro getankt haben, das war noch gar nicht mal eine große Menge, dann zahlen Sie dieses Jahr locker 2.000 Euro. Und dann sind die 300 Euro auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, meint Engelke. „Aber für den Mieter, der ja nicht so einen großen Verbrauch hat, ist es schon sicherlich eine Hilfe.“

Das können Verbraucher jetzt tun

Hermann-Josef Tenhagen vom Ratgeber Finanztip rät Kunden, auf jeden Fall die Preise bei verschiedenen Händlern zu vergleichen: „Der normale Unterschied zwischen dem teuersten und preiswertesten Händler ist etwa 10 Cent. Das macht bei 3.000 Litern 300 € aus, die Sie da sparen können, wenn Sie den richtigen Händler haben.“

Zu lange mit dem Auffüllen zu warten, davon rät Tenhagen ab: „Also ganz ehrlich gesagt, ich würde nicht so lange warten, weil ich nicht glaube, dass es im Herbst so richtig viel besser wird. Und jetzt sind die Preise, gemessen an dem, was wir in der Spitze im Frühjahr gehabt haben, ja schon wieder ein Stückchen runter.“

Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen
Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen
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Die Spartipps des Finanzexperten

Um beim Heizen zu sparen und trotzdem nicht auf viel Komfort zu verzichten, hat Tenhagen einige Tipps für Verbraucher:

  • Wichtig sind zum Beispiel neue, gute Thermostate.
  • Wer eine eigene Heizungsanlage hat, sollte einen hydraulischen Abgleich vom Klempner machen lassen. „Der sorgt dann dafür, dass die Heizkörper wirklich nur so viel Energie beziehen, wie sie brauchen, um den Raum aufzuheizen. Nicht, dass sie an einer Stelle richtig viel heizen und in der anderen wenig. Das spart zehn bis 15 Prozent der Heizenergie.“ Alles zum Thema lesen Sie hier:
    Lese-Tipp: Hydraulischer Abgleich - mit diesem Trick können Sie bei Heizkosten richtig sparen
  • Auch das eigene Verhalten kann man überdenken – zum Beispiel lieber duschen als baden, sagt Tenhagen: „Zweimal in der Woche in die Wanne ist natürlich auch etwas, was sehr, sehr viel Energie frisst.“

Lese-Tipp: Fehler in der Nebenkostenabrechnung - worauf Mieter achten sollten

Damit bei der Nebenkostenabrechnung nicht der Schock droht, empfehlen Mitexperten, jetzt schon monatliche Rücklagen zu bilden, damit man die nächste Abrechnung bezahlen kann. Der Vermieter selbst darf die Vorauszahlung nicht einseitig erhöhen, er braucht dazu einen Anlass. Auch der Deutsche Mieterbund empfiehlt daher ausdrücklich, die Rücklagen selbst zu bilden. (rcl)

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