Ehemaliger Verfassungsschutzchef über Umweltschutzbewegung

Hans-Georg Maaßen irritiert mit Nazi-Vergleich

Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident ist wegen seiner politischen Ansichten umstritten
Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident ist wegen seiner politischen Ansichten umstritten
© dpa, Michael Reichel, mic cul

15. Mai 2021 - 9:04 Uhr

Maaßen kandidiert auch für den Bundestag

Hans-Georg Maaßen polarisiert. Einige werfen dem ehemaligen Verfassungsschutzchef vor, am äußersten rechten Rand zu fischen. Der 58-Jährige hatte sich erst kürzlich für die CDU Thüringen zum Kandidaten zur Bundestagswahl nominieren lassen. In einem Interview mit einem rechtpopulistischen Portal vergleicht Maaßen nun indirekt die Umweltbewegung mit den Nazis.

Maaßen: „Haben schon zwei Mal versucht, die Welt zu retten“

In dem Gespräch unter dem Titel "Maaßens Wochenrückblick" sagt er, dass Deutschland nicht allein am Klimawandel beteiligt sei, "sondern die ganze Welt". Deutschland könne nicht die ganze Welt retten, betont Maaßen in dem Video, das am Samstag bei YouTube veröffentlicht wurde. "Wir haben es schon zweimal versucht, die ganze Welt zu retten, und es ist jedes Mal schiefgegangen. Und ich möchte nicht, dass wir mit einem überzogenen moralischen Rigorismus uns selbst schaden und vielleicht auch noch unseren Nachbarstaaten großen Schaden hinzufügen."

Video sorgt für Irritationen

Das Video verbreitete sich schnell im Netz und sorgte größtenteils für Verwirrung und Unverständnis. Zwei Versuche, die Welt zu retten – meint Maaßen damit die beiden Weltkriege? Auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur sagt Maaßen, die Deutschen hätten "mit ihrer Hybris und ihrem Wahn" bereits zweimal Katastrophen ausgelöst. "Und ich warne einfach davor, in dieser Hybris anderen Ländern vorzuschreiben, wie sie ihre Klimapolitik zu machen haben." Mit den Katastrophen habe er tatsächlich die beiden Weltkriege gemeint.

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Angriffe gegen die Grünen und Black Lives Matter

In dem Interview sagt Maaßen über die Grünen: "Wir haben es hier zu tun mit einer öko-sozialistischen Partei." Die "sozialistische Bewegung" habe neue Themen gefunden wie Klima, Ökologie und Antirassismus. Auch "Black Lives Matter" sei eine sozialistische Bewegung.

Klimaaktivistin wirft Maaßen Antisemitismus vor

Klimaaktivistin Luisa Neubauer redet in der Sendung Anne Will
Neubauer wirft Maaßen Verbreitung "antisemitischer Inhalte" vor
© dpa, Wolfgang Borrs, JM wst

Am Sonntagabend hatte die Klimaaktivistin Luisa Neubauer in der Sendung Anne Will Maaßen vorgeworfen, antisemitische Inhalte zu verbreiten. Beweise dafür präsentierte sie aber nicht. "Das sind für mich halt- und beleglose Behauptungen, die ich energisch zurückweise", sagte Maaßen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Luisa Neubauer war trotz mehrerer Anfragen der dpa am Montag nicht für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen erreichbar.