Verstopfung, Durchfall, grüner Stuhl & Co.

Stuhlgang beim Baby: So erkennen Sie Verdauungsprobleme beim Kind

Probleme auf dem Töpfchen? Alles rund um den Stuhkgang beim Baby.
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09. September 2020 - 15:52 Uhr

Wie sollte der Stuhlgang beim Baby aussehen?

Wenn die Verdauung des neugeborenen Kindes aktiv wird, kommt es zu ersten Ausscheidungen. Dieser natürliche Prozess dient dazu, den Darm von den nicht verwertbaren Resten zu befreien. Die Rückstände in der Windel geben jedoch auch Aufschluss über die Gesundheit des Babys, weshalb eine regelmäßige Kontrolle wichtig ist. Auf diese Weise erkennen Sie viele Krankheiten frühzeitig und können einen Arzt zurate ziehen. Hier erfahren Sie, wie der Stuhlgang beim Baby aussehen sollte und wann er Hinweise auf eine Erkrankung liefert.

Kindspech: Der Stuhlgang der ersten Lebenstage

Während der Schwangerschaft trinkt das Baby das Fruchtwasser und verschluckt dabei abgestorbene Hautzellen und andere organische Stoffe. Diese Abbauprodukte sammeln sich im Darm an und werden nach der Geburt ausgeschieden. Der Stuhlgang ist dabei grünschwarz und klebrig. Dieser als Kindspech oder Mekonium bezeichnete Stuhl riecht in der Regel kaum.

Nach etwa zwei Tagen verändern sich bereits Farbe und Konsistenz. Während einer kurzen Zeit entsteht ein sogenannter Übergangsstuhlgang, bei dem es sich um eine Mischung aus Kindspech und den ersten Rückständen der Muttermilch handelt. Der Stuhl wird dabei immer heller und lockerer.

Stuhlgang bei Still-Babys

Wenn Sie das Kind stillen, ist der Stuhlgang während der ersten Monate sehr weich, manchmal sogar beinahe flüssig. Die Farbe ist meistens hellgelb, manchmal auch mit einem leicht grünlichen Farbton. Diese ist aber oft nicht ganz einheitlich, sondern enthält viele kleine Flecken.

Wenn Sie davon ausgehen, dass das Wechseln der Windeln mit einer starken Geruchsbelästigung einhergeht, dann werden Sie sicherlich erleichtert sein, da der Stuhl des Babys während der reinen Stillzeit keinen Gestank absondert, sondern lediglich einen leicht süßlichen Geruch aufweist.

Stuhlgang bei Flaschenkindern

Wenn Sie das Kind mit der Flasche großziehen und dabei auf Ersatzprodukte für die Muttermilch zurückgreifen, entstehen ganz andere Ausscheidungsprodukte als beim Still-Baby. Das liegt daran, dass Kuhmilch – die zur Anfertigung der Babynahrung dient – im Gegensatz zur Muttermilch einige schwer verdauliche Proteine enthält.

Das wirkt sich stark auf den Stuhlgang aus. Die Farbe ist deutlich dunkler – in der Regel hellbraun bis lehmbraun. Darüber hinaus ist der Stuhl breiig und damit deutlich fester als bei Still-Babys. Schließlich werden Sie den Unterschied auch am Geruch bemerken: Der Stuhlgang bei Flaschenkindern riecht ähnlich wie bei Erwachsenen.

Stuhlgang bei fester Nahrung

Sobald das Kind damit beginnt, Brei oder feste Nahrung zu sich zu nehmen, verändert sich auch dessen Stuhlgang. Die Konsistenz wird deutlich dicker, die Farbe wird dunkler und auch der Geruch erheblich strenger. Insbesondere wenn Sie das Kind zuvor ausschließlich gestillt haben, sind die Unterschiede deutlich bemerkbar.

Gerade am Anfang kommt es auch immer wieder vor, dass sich ein unverdautes Stück Gemüse in der Windel befindet. Das ist kein Grund zur Besorgnis: Die Verdauung des Kindes befindet sich mitten in der Entwicklung und kann noch nicht alle Nahrungsmittel verarbeiten.

Wie häufig hat das Kind Stuhlgang?

Nicht nur die Farbe und die Konsistenz geben Aufschluss über die Gesundheit des Kindes, sondern auch die Häufigkeit des Stuhlgangs. Diese Faktoren hängen jedoch vom Alter und den Nahrungsgewohnheiten des Kindes ab. Außerdem gibt es große individuelle Unterschiede. Während der ersten Lebenswochen haben die Babys normalerweise recht häufig Stuhlgang – etwa drei bis vier Mal am Tag.

Allerdings ist es auch nicht ungewöhnlich, wenn dieser mal mehrere Tage ausbleibt, solange der Stuhl weich bleibt. Bei Flaschenkindern sollten Sie darauf achten, ob diese einmal täglich Stuhlgang haben. Sollte dies nicht der Fall sein, kann dies auf eine Verstopfung hindeuten.

Durchfall beim Baby

Wenn der Stuhl sehr flüssig ist, kann dies ein Anzeichen für folgendes Problem sein: Das Baby hat Durchfall. Die Farbe variiert dabei zwischen Gelb, Braun und Grün. Der Stuhl quillt oder spritzt dabei häufig aus der Windel heraus und hat einen stechenden Geruch. Solange dies nur gelegentlich auftritt, ist es aber kein Grund zur Beunruhigung.

Wenn das Kind mehr als zwei oder drei Mal hintereinander Durchfall hat oder wenn diese Erscheinung innerhalb mehrerer Tage immer wieder auftritt, sollten Sie jedoch zum Arzt gehen. Bleibt der Durchfall über längere Zeit unbehandelt, kann er zu einer gefährlichen Dehydrierung führen.

Verstopfung: Ein schmerzhaftes Problem

Ein weiteres Verdauungsproblem ist die Verstopfung beim Baby. Insbesondere Babys, die sich gerade an feste Nahrung gewöhnen, sind davon häufig betroffen. Eine Verstopfung erkennen Sie daran, dass der Stuhl fest, dunkel und kieselförmig ist. Zudem hat das Baby Schmerzen beim Stuhlgang.

Auch hier gilt: Tritt dieses Problem nur gelegentlich auf, ist das kein Grund zur Beunruhigung. Wenn Sie jedoch mehrmals hintereinander derartige Kieselsteine in der Windel vorfinden, sollten Sie den Kinderarzt aufsuchen. Häufig hilft bereits etwas Birnen- oder Pflaumensaft, um das Problem zu beheben.

Stuhlgang in verschiedenen Farben: Alarmzeichen beachten

Der Stuhlgang kann bei einem Baby viele verschiedene Farben annehmen. Diese Farbänderungen sind sehr häufig. Dennoch gibt es einige farbliche Besonderheiten, die auf eine ernsthafte Krankheit hinweisen können und bei denen Sie schnell zum Kinderarzt gehen sollten. Ein Warnzeichen stellt es dar, wenn der Stuhl grün und schaumig ist, da dies auf eine Infektion hindeuten kann.

Schwärzlicher Stuhl ist zwar bei der Gabe eines Eisenpräparats normal, in allen anderen Fällen jedoch können innere Blutungen diese verschulden. Auch wenn der Stuhl entfärbt oder weißlich wirkt, stimmt etwas nicht: Das kann auf ein Problem mit der Galle zurückzuführen sein.