Säuglingsnahrung als Alternative zur Muttermilch

Fläschchen statt stillen beim Baby? Darauf ist zu achten

Fläschchen geben statt stillen? Aus verschiedenen Gründen kann es sein, dass Mütter ihrem Kind Babymilch statt der eigenen Muttermilch geben. Dabei gibt es einiges zu beachten.
© iStockphoto

15. Juli 2020 - 12:38 Uhr

Warum manche Mütter nicht stillen

Es gibt eine Vielzahl an Gründen, warum Mütter ihrem Baby das Fläschchen geben und es nicht stillen. Dahinter können kulturelle Gegebenheiten und individuelle Ansichten, sowie Krankheiten bei der Mutter stecken. Stillprobleme wie eine zu geringe Milchproduktion können dazu führen, dass Mütter dem Baby die Flasche geben müssen, um eine ausreichende Nahrungsversorgung sicherzustellen. Vereinzelt liegen auch Stoffwechselerkrankungen oder Fehlbildungen beim Kind vor, wodurch das Stillen durch eine Nahrung aus der Flasche ergänzt werden muss. Ganz gleich, welcher Grund es ist, bei einem Füttern mit dem Fläschchen gibt es einiges zu beachten.

Fläschchen statt stillen? Kann Säuglingsnahrung eine gute Alternative zur Muttermilch sein?

Experten auf der ganzen Welt sind sich einig: Muttermilch ist das Beste, was das Neugeborene erhalten kann. Ist dies jedoch nicht möglich, kann ihm als Alternative Säuglingsnahrung gegeben werden. Eine EG-Linie schreibt fest, was in der Säuglingsmilch enthalten sein muss: So weist diese alle entscheidenden Stoffe auf, die für eine gesunde Entwicklung erforderlich sind. Im Unterschied zur Muttermilch mangelt es der Säuglingsnahrung allerdings an schützenden Antikörpern, da sich diese noch nicht industriell herstellen lassen.

Säuglinge sollten ausschließlich Anfangsnahrung bzw. sogenannte Pre- oder 1-Nahrung erhalten, allergiegefährdete Kinder trinken am besten hypoallergene Säuglingsnahrung. Selbst hergestellte Säuglingsnahrung hingegen sollte nicht verwendet werden.

Fläschchen statt stillen? Das sind die Vor- und Nachteile

Wenn der Säugling das Fläschchen bekommt, ist ein großer Vorteil die Entlastung der Mutter. Auch der Papa kann nachts aufstehen, um das Baby zu füttern, was zugleich die Vater-Kind-Beziehung stärkt. Beachtenswert ist außerdem, dass ein Fläschchen viel Flexibilität mit sich bringt. Unabhängig von der Umgebung kann das Kind seine Nahrung erhalten.

Wenn Sie dem Baby die Flasche statt Muttermilch geben, hat dies auch Nachteile:

  • Muttermilch ist höherwertiger als Säuglingsnahrung
  • die Kuscheleinheiten beim Stillen fehlen
  • aufwendige Zubereitung und Säuberung des Fläschchens
  • Säuglingsnahrung kostet Geld
  • fehlendes Stillen kann die Rückbildung der Gebärmutter verlangsamen
  • in der Flaschennahrung sind keine schützenden Antikörper enthalten

Fläschchen statt stillen? Ist dies schlimm fürs Kind?

Studien deuten an, dass sich durch das Stillen das Risiko auf einen plötzlichen Kindstod senkt und die Chancen geringer sind, dass der Nachwuchs später stark übergewichtig wird. Grundsätzlich sollten Mütter aber kein schlechtes Gewissen entwickeln, wenn sie ihrem Kind das Fläschchen anstelle der Brust geben. Dies hat zumeist keine weitreichenden Folgen, solange es sich um die richtige Säuglingsnahrung handelt. Die fehlenden Kuscheleinheiten können Sie auf andere Weise nachholen. So können Sie mit dem Kleinen zwischendurch oder während Sie dem Kind die Flasche geben schmusen.

Diese Besonderheiten gibt es zu beachten

Das Internet bietet die Möglichkeit, Muttermilch im Internet zu kaufen. Davon raten Experten aus Sicherheits- und Qualitätsgründen dringend ab. Diese gut gemeinte Idee kann sich schnell in ein schwerwiegendes Problem verwandeln, da eine einwandfreie Zusammensetzung der gekauften Muttermilch nicht sichergestellt werden kann.

Verunreinigungen können zu lebensbedrohlichen Erkrankungen beim Säugling führen. Die seriösen Muttermilchbanken einiger Kliniken bieten ihre Milch zumeist Frühchen an. Ein weiterer beachtenswerter Punkt ist der Einsatz von Folgenahrung, die die Zusatzbezeichnung 2 oder 3 tragen kann: Sie ist für Säuglinge ungeeignet.