Hygiene beim Füttern des Babys

Fläschchen richtig reinigen: So haben Bakterien keine Chance

Wie reinige ich das Babyfläschchen richtig? Mit unseren Tipps geht es den für das Baby gefährlichen Bakterien an den Kragen.
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09. September 2020 - 14:50 Uhr

Babyfläschchen reinigen: Das sollten Sie beachten

Babyflaschen gehören zur Grundausrüstung junger Eltern. Insbesondere wenn es nicht möglich oder gewünscht ist, das Kind zu stillen, kommen sie mehrmals täglich zum Einsatz. Doch auch bei Stillkindern wird hin und wieder eine Babyflasche benötigt – beispielsweise zum Füttern abgepumpter Muttermilch. Dabei stellen sich viele Eltern die Frage, was bei der Reinigung und der Hygiene der Fläschchen zu beachten ist. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie über die tägliche Reinigung der Babyflaschen und die zu verwendenden Hilfsmittel wissen müssen.

Warum ist die Hygiene bei Babyflaschen so wichtig?

Milch bietet Bakterien einen optimalen Nährboden. Wenn Sie die Babyflasche nach der Verwendung einfach stehen lassen, siedeln sich darin schon nach kurzer Zeit die ersten Mikroorganismen an. Für größere Kinder oder für Erwachsene sind die Krankheitserreger weitestgehend ungefährlich, da diese über ein gut ausgebautes Immunsystem verfügen.

Babys in den ersten Lebensmonaten haben jedoch nur geringe Abwehrkräfte, sodass bereits kleine Bakterienkulturen schwere Krankheiten verursachen können. Aus diesem Grund ist eine gute Hygiene in diesem Bereich besonders wichtig. Auf diese Weise reduzieren Sie das Risiko für schwere Magen-Darm-Erkrankungen erheblich.

So reinigen Sie die Flasche richtig

Die Reinigung der Flaschen ist eigentlich ganz einfach. Es empfiehlt sich, diese direkt nach der Verwendung vorzunehmen. Auf diese Weise verhindern Sie, dass sich Bakterien ausbreiten. Außerdem trocknen die Milchreste dann nicht an und lassen sich so besonders gut entfernen.

Um das Babyfläschchen zu säubern, benötigen Sie warmes Wasser, etwas Spülmittel sowie eine spezielle Flaschenbürste. Damit entfernen Sie selbst in schwer zugänglichen Bereichen alle Verunreinigungen. Alternativ dazu können Sie die Fläschchen auch in der Spülmaschine reinigen. Wenn Sie dies vorhaben, sollten Sie jedoch darauf achten, nur spülmaschinenfeste Fläschchen zu kaufen.

Tipps für die Reinigung des Saugers

Die Reinigung des Saugers erfolgt auf die gleiche Weise wie bei den Fläschchen: mit warmem Wasser und Spülmittel. Da das Kind den Sauger direkt in den Mund nimmt, sollten Sie hierbei jedoch besonders intensiv darauf achten, dass Sie alle Seifenreste gründlich entfernen. Bei der Verwendung eines Saugers aus Latex tritt manchmal das Problem auf, dass sich darauf Fettrückstände absetzen, die nur schwer zu entfernen sind. Doch gibt es dafür ein altes Hausmittel, mit dem Sie dieses Problem ganz einfach lösen: Wenn Sie den Sauger mit etwas Salz ausreiben, beseitigen Sie die Rückstände problemlos.

Fläschchen sterilisieren – ist das notwendig?

Die Reinigung des Fläschchens entfernt zwar die Rückstände der Milch zuverlässig, jedoch können Keime zurückbleiben. Aus diesem Grund ist es üblich, Babyflaschen zu sterilisieren. Darüber, ob das wirklich notwendig ist, gehen die Meinungen allerdings auseinander. Die Mehrheit der Kinderärzte empfiehlt die Sterilisation jedoch bis zu einem Alter von sechs bis acht Monaten.

Sobald das Kind krabbelt, lässt sich ein Kontakt mit Keimen nicht mehr vermeiden, sodass die Sterilisierung nicht mehr notwendig ist. Welche Methoden zur Sterilisierung es gibt, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Fläschchen auskochen: Die traditionelle Form der Sterilisierung

Die traditionelle Form der Sterilisierung besteht darin, Flaschen und Sauger in einem großen Topf auszukochen. Dazu müssen Sie einfach alle Einzelteile der Flasche in einen Topf mit viel Wasser geben und diesen anschließend auf den Herd stellen. Wenn der Siedepunkt erreicht ist, müssen Sie die Flaschen noch etwa fünf bis zehn Minuten auf kleiner Flamme kochen. So stellen Sie sicher, dass alle Bakterien und Viren zuverlässig abgetötet werden. Für diese Methode benötigen Sie zwar kein spezielles Zubehör, doch nimmt sie recht viel Zeit in Anspruch und verbraucht viel Energie. 

Elektrischer Vaporisator: Das praktische Hilfsmittel

Ein sehr praktisches Hilfsmittel ist ein Vaporisator, der auch als elektrisches Dampf-Sterilisiergerät bezeichnet wird. Diesen müssen Sie mit Wasser füllen. Die Fläschchen geben Sie mit der Öffnung nach unten auf ein Gestell, das über dem Wassertank liegt. Eine Heizplatte bringt die Flüssigkeit zum Kochen und der aufsteigende Dampf tötet die Keime ab.

Der elektrische Babyflaschensterilisator ist praktisch, schnell und effizient. Außerdem schaltet er sich in der Regel selbstständig ab, wenn der Vorgang beendet ist, sodass Sie sich nicht die ganze Zeit in der Nähe aufhalten müssen.

Die Kaltwasser-Sterilisation: Einfach und praktisch

Eine weitere Alternative stellt die Kaltwasser-Sterilisation dar. Diese verwendet statt Hitze chemische Stoffe, um die Bakterien abzutöten. Für die Kinder sind die verwendeten Chemikalien jedoch unbedenklich. In der Apotheke können Sie hierfür geeignete Produkte erwerben. Diese lösen Sie daraufhin einfach in einem großen Gefäß mit abgekochtem kaltem Wasser sie auf. Anschließend legen Sie die Flaschen, Sauger und alles weitere Zubehör hinein und stellen sicher, dass alle Teile vollkommen von der Lösung bedeckt sind. Nach etwa einer halben Stunde ist der Inhalt keimfrei.