Glasknochenkrankheit: Entstehung, Symptome und Behandlung

Bei Osteogenesis Imperfecta sind die Knochen zerbrechlich wie Glas

30. Juli 2020 - 15:59 Uhr

So lebt Familie Ferrerio mit der Glasknochenkrankheit

Die 17-Jährige Anicee Ferrerio aus Colorado (USA) hat die seltene Glasknochenkrankheit, genau wie ihre Adoptiveltern Lisa und Chris. Zusammen hatte die Familie schon über 150 Knochenbrüche. Jede falsche Bewegung kann zu einem Bruch führen. Wie die Familie mit der Krankheit lebt, sehen Sie im Video. Aber was genau ist die Glasknochenkrankheit eigentlich?

Was ist die Glasknochenkrankheit?

Die Glasknochenkrankheit (Osteogenesis Imperfecta) ist eine Erbkrankheit. Weil der Aufbau von Bindegewebe und Knochen durch einen Defekt im Kollagenstoffwechsel gestört ist, können die Knochen sehr leicht brechen und sich verformen. Das Kollagen sorgt eigentlich für Halt und Stabilität und hält das Bindegewebe beweglich. Die Krankheit beeinflusst nicht nur die Knochen. Viele Betroffene sind kleinwüchsig und die Muskulatur ist schwach. Zudem gehören eine Bindegewebsschwäche sowie Lungen- und Atemprobleme zu häufigen Symptomen der Glasknochenkrankheit.

Was sind die Symptome der Glasknochenkrankheit?

Primäres Symptom ist die erhöhte Knochenbrüchigkeit und die Verformung der Knochen - auch Säbel-Beine oder Skoliose genannt. Kinder erleiden manchmal schon vor der Geburt Knochenbrüche. Durch die Brüche kommt es zudem zu Fehlstellungen und oft zu verfrühter Arthrose. Die Brüche wachsen bei den Betroffenen zwar schnell wieder zusammen, allerdings produziert der Körper dabei überschüssiges Knochenmaterial, das zu Verformungen führt. Weitere Symptome können sein: Schmerzen bei Bewegungen, Kleinwuchs, Schwerhörigkeit und Kurzsichtigkeit. ​

Ärzte können die Glasknochenkrankheit mithilfe einer Kollagenanalyse des Bindegewebes feststellen. Mit einem pränatalen Ultraschall ist die Diagnose bereits während der Schwangerschaft möglich.

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Gibt es Heilungschancen?

Die Glasknochenkrankheit ist nicht heilbar. Da die Schweregrade und Symptome sehr unterschiedlich ausfallen können, gibt es keine einheitliche Therapiemöglichkeit. Durch verschiedene Behandlungen kann die Lebensqualität verbessert werden.

Zunächst sollen natürlich Maßnahmen ergriffen werden, damit es gar nicht erst zu Knochenbrüchen kommt. Oft verschreiben Ärzte Medikamente gegen Osteoporose (Knochenschwund), um die Knochendichte zu erhöhen und weiteren Knochenbrüchen vorzubeugen. Auch eine ausgewogene Ernährung kann zur besseren Lebensqualität beitragen. Betroffene sollten zudem möglichst viel Protein, Kalzium und Vitamin D zu sich nehmen, um die Knochen zu stärken. Wichtig ist außerdem das Training des Körpers, damit die Muskulatur unterstützend wirken kann. Dabei dürfen aber keinesfalls Knochenbrüche riskiert werden, es sollten immer Physiotherapeuten und erfahrene Trainer einbezogen werden.