Sind Insekten und gehören zur Ordnung der Schnabelkerfe

Gesundheitslexikon: Wanze

12. Dezember 2019 - 9:59 Uhr

Bettwanzen: Wie Sie Wanzenbisse erkennen und die Parasiten wieder loswerden

"Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt 'ne kleine Wanze ..." - dieses Kinderlied erinnert an die Zeiten, in denen Bettwanzen noch verbreitet waren. In den letzten Jahren scheint der kleine Blutsauger allerdings ein Comeback zu feiern.

Was sind Bettwanzen und wo kommen sie vor?

Bettwanzen gehören zu den Parasiten und ernähren sich von menschlichem Blut. Sie sind braun, etwa drei bis sechs Millimeter lang und sehr flach. Daher können sie sich in kleinsten Ritzen verstecken. Im vollgesaugten Zustand können sie bis zu neun Millimeter groß werden. Sie werden vom Geruch des menschlichen Körpers angezogen, können bis zu 18 Monate alt werden und nach dem Vollsaugen bis zu einem halben Jahr ohne Nahrung bleiben. Die nachtaktive und fast blinde Bettwanze kommt überall auf der Welt vor. Obwohl sie fast ausgerottet schien, wurde sie in den letzten Jahren aufgrund des erhöhten weltweiten Reiseaufkommens eingeschleppt.

Symptome von Wanzenbissen

Bettwanzen stechen nicht, sondern beißen sich mit einem Stechrüssel durch die Haut ihres Wirts und nehmen das Blut mit einem Saugrüssel auf. Der Vorgang dauert bis zu zehn Minuten. Wanzenbisse erkennt man daran, dass die betroffene Stelle rot wird und sogenannte Wanzenstraßen auf der Haut abzeichnen. Die Haut kann jucken, auch Quaddelbildung ist möglich und es können unter Umständen allergische Reaktionen durch Inhaltstoffe bei der Abgabe des Speichels der Wanze auftreten. In diesem Fall sollte schnell ein Arzt aufgesucht werden.

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Welche Krankheiten können übertragen werden?

Theoretisch können durch Wanzenbisse ansteckende Krankheiten wie Gelbsucht (Hepatitis) oder HIV übertragen werden. Studien haben ergeben, dass sich die Viren in den Wanzen jedoch nicht vermehren können und - da die Wanze nach der Blutaufnahme längere Zeit hungert - eine Krankheitsübertragung eher unwahrscheinlich ist. In der Praxis sind deshalb in Deutschland bisher noch keine Fälle darüber bekannt. In tropischen Regionen hingegen können Viren durch Wanzen übertragen werden, zum Beispiel bei der Chagas-Krankheit. Ausnahme: Beim Kratzen an den juckenden Stellen können Entzündungen entstehen.

Diagnose, Behandlung und Therapie

Bettwanzen können zu Hause durch kleine schwarze Kothäufchen oder Reste nach Häutungen nachgewiesen werden. Meist stechen die Parasiten mehrmals zu, sodass sich mehrere Bissspuren hintereinander bilden. Auch die Art der Hautreaktionen, etwa blasenartiger Ausschlag oder kleine Knoten auf der Hautoberfläche, kann Aufschluss darüber geben, ob es sich um Bettwanzen handelt. Behandelt werden können die Hautstellen mit Salben, die Cortison oder Antihistamin enthalten. Um den Heilungsprozess nicht zu unterbrechen, ist es wichtig, dem Juckreiz nicht nachzugeben und auf keinen Fall zu kratzen.

Vorbeugung und Bekämpfung

Bei Aufenthalten im Ausland sollten Sie Ihr Bett vor dem Schlafen nach Bettwanzen und deren Kotspuren untersuchen. Auf den Kauf von Gegenständen, insbesondere Betten, aus zweiter Hand sollten Sie verzichten. Waschen Sie Ihre Bettwäsche stets bei über 60 Grad Celsius. Sobald Bettwanzen im eigenen Zuhause entdeckt worden sind, muss unbedingt ein professionelles Schädlingsbekämpfungsunternehmen beauftragt werden. Nur so ist ein gründliches und nachhaltiges Bekämpfen mit chemischen Mitteln gewährleistet. Andere eventuell betroffene Gegenstände müssen entsorgt werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.