Gesundheitslexikon: Pollen

29. November 2018 - 15:48 Uhr

Allergisch auf Pollen – die Volkskrankheit schlechthin

Alle Jahre wieder haben Pollen Saison. Wenn der Blütenstaub je nach Jahreszeit von anderen Pflanzen durch den Wind auf die Reise geschickt wird, sind mehr und mehr verstopfte Nasen, tränende Augen und juckende Haut zu beklagen. Pollenallergien sind längst zur Volkskrankheit geworden. Jeder dritte Deutsche ist einer Erhebung des forsa-Instituts aus dem Jahr 2012 zufolge mittlerweile von einer Allergie betroffen. Der Großteil davon fällt unter die Pollenallergien – und jedes Jahr werden es mehr.

Wann ist die Pollensaison?

Da Pollen von vielen verschiedenen Pflanzen kommen, die zu ganz unterschiedlichen Jahreszeiten blühen, dauert die Saison, auch abhängig von der allgemeinen Wetterlage, gut und gerne vom Frühjahr bis in den Herbst an. Während ganz früh im Jahr etwa Erle, Ulme, Weide, Pappel und Birke blühen, folgen spätestens in den Monaten April und Mai die Haselnusssträucher, Eichen, Rotbuchen und Gräser. Im Sommer sorgen dann unter anderem Beifuß, Raps, Roggen und Brennnessel für einen erhöhten Verbrauch an Taschentüchern unter den betroffenen Allergikern.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Eine Pollenallergie wird, sofern sie erstmals auftritt, aufgrund ähnlicher Symptome oft mit einer Erkältung verwechselt. Wenn der Schnupfen im Gegensatz zu herkömmlichen Erkältungen über mehrere Wochen andauert, ist dies ein Zeichen für eine Allergie. Ein weiteres Indiz ist die Schwankung der Symptome je nach Wetterlage: Bei gutem Wetter sind diese aufgrund der höheren Menge an Pollen in der Luft stärker als bei schlechtem Wetter. Ob die Abwehrreaktionen durch Pollen von Bäumen, Sträuchern, Gräsern oder Getreide hervorgerufen werden, ist oftmals gar nicht so leicht herauszufinden. Daher kann man sich einem Allergietest unterziehen. Dieser wird häufig von den Krankenkassen übernommen.

Wie sieht eine Therapie aus?

Um eine Pollenallergie zu behandeln, gibt es eine ganze Reihe von Therapieansätzen. Welche funktionieren wird, ist dabei kaum vorherzusehen. Wenn vorbeugende Maßnahmen wie das Vermeiden von Spaziergängen an der frischen Luft bei Hochsaison nicht helfen, kann man es mit einer medikamentösen Behandlung versuchen. Um einzelne Symptome zu behandeln, können Medikamente wie Antihistaminika Linderung verschaffen. Auch mit Akupunktur oder Homöopathie können Allergiesymptome gelindert werden. Die tatsächliche Heilung einer Allergie ist jedoch nicht ganz einfach und nimmt viel Zeit in Anspruch. Der einzige Ansatz, der direkt die Ursachen der Krankheitsprozesse bekämpft, ist die spezifische Immuntherapie. Hierbei bringt man den Körper wiederholt mit dem Allergen in Kontakt, sodass sich dieser schließlich daran gewöhnt.

Haben Pollen auch gesundheitliche Vorteile?

Pollen werden nicht nur gefürchtet. Bei manchen lösen sie als Allergen zwar unerwünschte Reaktionen aus, andere sagen den zum Verzehr geeigneten Pollen hingegen überaus vielfältige gesundheitliche Vorteile nach. In der Imkerei sind sie daher gern gesehen. Durch spezielle Vorrichtungen wird der Pollen geerntet, wenn die Bienen in ihren Stock zurückfliegen. Schließlich wird der Blütenpollen durchaus gerne überteuert verkauft. Der gesundheitliche Effekt des Blütenpollenkonsums ist allerdings wissenschaftlich bisher nicht nachweisbar und daher umstritten. Für Allergiker kann der Verzehr von Blütenpollen mitunter gar gefährlich werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.