Wichtige Wirk- und Botenstoffe

Gesundheitslexikon: Katecholamine

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28. Oktober 2019 - 15:49 Uhr

Katecholamine - wichtige Stoffe für Herz-Kreislauf-System und Gehirn

Katecholamine sind überaus wichtige Wirk- und Botenstoffe, die im menschlichen Körper eine bedeutende Rolle im Herz-Kreislauf-System und in der Muskulatur übernehmen. Dazu zählen unter anderem Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin. Es handelt sich bei diesen Stoffen außerdem um wichtige Neurotransmitter im zentralen und vegetativen Nervensystem. Künstliche Katecholamine werden als Arzneistoffe vor allem in der Notfallmedizin, beispielsweise bei der Wiederbelebung, eingesetzt.

Was sind Katecholamine?

Bei Katecholaminen handelt es sich um eine Gruppe wichtiger chemischer Stoffe, die allesamt Brenzcatechin und eine bestimmte Aminogruppe als gemeinsame Molekülbestandteile haben. Zu den Katecholaminen zählt der Neurotransmitter Dopamin. Dieser wichtige Botenstoff ist allgemein als Glückshormon bekannt. Dessen Verwandte, die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin, die unter anderem beim Fluchtreflex ausgeschüttet werden, sind ebenfalls bedeutende Botenstoffe im Gehirn. Diese drei Katecholamine sind zwar körpereigene Substanzen, werden allerdings auch als Arzneimittel häufig verwendet. Zu den künstlich hergestellten Katecholaminen zählen Dopexamin, Isoprenalin und Dobutamin.

Wie werden Katecholamine ausgeschüttet?

Wenn Stoffe wie Katecholamine im Körper entstehen, spricht man von Biosynthese. Diese findet im Nebennierenmark und in bestimmten Nervenzellen statt. Dabei wird der Ausgangsstoff, die Aminosäure Tyrosin, mithilfe weiterer Enzyme zu Levodopa umgewandelt. Aus diesem entsteht schließlich Dopamin, das in einem komplizierten Verfahren zu Noradrenalin hydroxiliert. Im letzten möglichen Schritt, der als Methylierung bezeichnet wird, entsteht aus dem Noradrenalin schließlich Adrenalin. Die so entstandenen Katecholamine werden anschließend über das Blut in die betreffenden Regionen befördert. Freigesetzte Katecholamine, die nicht mehr im Körper benötigt werden, werden schließlich durch die Aufnahme in Zellen inaktiv und dort abgebaut.

Was bewirken Katecholamine im Körper?

Die Wirkungsmechanismen dieser Stoffe sind recht vielfältig, vor allem da sie in verschiedenen Körperregionen unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Die folgende Beschreibung bezieht sich auf Auswirkungen der medikamentösen Behandlung des Herz-Kreislauf-Systems sowie der Muskulatur: Während Adrenalin für die Steigerung der Herzfrequenz und des Blutdrucks verantwortlich ist, wirkt sich das Noradrenalin nur beschleunigend auf die Herzfrequenz, nicht aber auf den Blutdruck aus. Dopamin wird wie Dobutamin eingesetzt, um die Fähigkeit der Verkrampfung von Muskeln zu erhöhen. Als Nebenwirkungen können infolge zu hoher Dosierungen bei allen Katecholaminen Herzrhythmusstörungen auftreten. Noradrenalin kann bei falscher Dosierung auch zu einer Zentralisierung des Kreislaufes führen.

Wie werden Katecholamine in der Medizin eingesetzt?

Noradrenalin und Adrenalin werden über den Urin ausgeschieden. Bei bestimmten Tumoren, die eine vermehrte Ausschüttung von Katecholaminen fördern, kann der Urin für Diagnosezwecke analysiert werden. Medizinisch werden Katecholamine zumeist in der Notfallmedizin angewendet, zum Beispiel bei der Wiederbelebung, bei heftigen allergischen Reaktionen oder Schockzuständen. Dabei werden diese Stoffe in den meisten Fällen intravenös gegeben. Auch für die Stabilisierung des Kreislaufes kommen Katecholamine zum Einsatz. Hier ist es wichtig, auf gleichmäßige Dosierungen zu achten, da ansonsten Spitzen in der Herzfrequenz oder beim Blutdruck auftreten können, die schwerwiegende Folgen haben können: Herzflimmern, Herzrhythmusstörungen sowie in Extremfällen auch Herzinfarkte oder Hirnblutungen sind möglich.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.