Wichtiger Vitalstoff in unserem Organismus

Gesundheitslexikon: Tyrosin

30. Januar 2020 - 12:13 Uhr

Tyrosin - Ausgangsstoff wichtiger biologischer Wirkstoffe

Tyrosin ist eine proteinogene Aminosäure und übernimmt wichtige Funktionen im Körper. Neben seiner Bedeutung als ein Baustein fast aller Proteine ist es auch als Ausgangsstoff für die Synthese von Neurotransmittern und mehreren Hormonen bekannt. Des Weiteren steht auch die bekannte Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie im Zusammenhang mit Störungen bei der Synthese von Tyrosin. Hier erfahren Sie, was Tyrosin ist, wo es vorkommt, welche Funktionen es im Körper ausübt und mit welchen Krankheiten es in Verbindung steht.

Was ist Tyrosin?

Tyrosin ist eine nichtessenzielle proteinogene Aminosäure. Als Baustein in Proteinen kommt allerdings nur die optische Form L-Tyrosin infrage. Nichtessenziell bedeutet, dass diese Aminosäure nicht unbedingt mit der Nahrung aufgenommen werden muss, weil sie im menschlichen Organismus synthetisiert werden kann. Tyrosin ist chemisch eng verwandt mit der essenziellen Aminosäure Phenylalanin. Aus dieser wird es auch gebildet. Sollte jedoch ein Mangel an Phenylalanin vorliegen, bildet dieses sich umgekehrt aus Tyrosin. Tyrosin besteht aus einem charakteristischen Grundgerüst inklusive eines aromatischen Rings, welches den Grundaufbau verschiedener Wirkstoffe wie Neurotransmitter, Thyroxin oder Melanin im Organismus bestimmt.

Wo kommt Tyrosin vor?

Bereits der Name Tyrosin gibt einen Hinweis auf das Vorkommen dieser Aminosäure. Erstmalig wurde es im Jahre 1846 von dem Chemiker Justus von Liebig aus Käse isoliert. Da das Wort Käse im Griechischen "turi" bedeutet, wurde die Aminosäure Tyrosin genannt. Besonders reichhaltig an dieser Aminosäure ist das Protein Casein. Tyrosin ist jedoch ein Bestandteil fast aller Proteine. Einen hohen prozentualen Anteil haben Fleisch, Geflügel, Fisch, Eier und Milch. Aber auch in pflanzlichen Nahrungsmitteln wie Walnüssen, Kürbiskernen, Reis, Weizenmehl, Maismehl, Sojabohnen und Erbsen ist es reichlich vertreten.

Welche Funktionen übt Tyrosin im Organismus aus?

Tyrosin ist ein wichtiger Baustein von Proteinen. Dort fungiert es unter anderem als Empfänger von Phosphatgruppen, welche die Aktivität des Proteins beeinflussen. Des Weiteren beteiligt es sich innerhalb des Proteins an Signalübertragungsprozessen. In Form einer Aminosäure dient Tyrosin als Ausgangsverbindung für verschiedene biologische Wirkstoffe wie DOPA, Dopamin, Adrenalin, Thyroxin, Melamin oder Tyramin. Dopamin und andere Katecholamine wirken als Neurotransmitter für die Signalübertragung. Thyroxin ist das wichtigste Schilddrüsenhormon, welches den Energiestoffwechsel reguliert. Melamin bildet die braunen und schwarzen Pigmente von Haut, Augen und Haaren. Tyramin stimuliert den Sympathikus und sorgt so für eine allgemeine Leistungssteigerung.

Mangel und Überschuss an Tyrosin

Ein Mangel an Tyrosin kann bei Essstörungen, Mangelernährung, Erhöhung des Bedarfs bei chronischem Stress oder speziell bei der Stoffwechselerkrankung Phenylketonurie auftreten. Bei Phenylketonurie ist die Umwandlung von Phenylalanin in Tyrosin gestört, sodass sich Phenylalanin im Körper ansammelt und schwere Schäden verursacht. Der gleichzeitige Mangel an Tyrosin beeinflusst die Bildung von Neurotransmittern, Melanin, Thyroxin und anderen Wirkstoffen. Folge können Schilddrüsenunterfunktion, Störungen der Pigmentierung, Konzentrationsstörungen oder Störungen der Herzfrequenz und des Blutdrucks sein. Der Mangel an Tyrosin kann durch Tyrosinsubstitution ausgeglichen werden. Ein Überschuss an Tyrosin tritt nur bei einer erblich bedingten Störung des Abbaus von Tyrosin auf. Dabei kommt es bereits im Säuglingsalter zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen, die oft tödlich enden. Helfen kann hier nur eine spezielle tyrosinarme Diät.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.