Der Botenstoff steuert lebenswichtige Funktionen

Gesundheitslexikon: Noradrenalin (Norepinephrin)

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23. Oktober 2019 - 10:37 Uhr

Noradrenalin: Was bewirkt der Neurotransmitter im menschlichen Körper?

Noradrenalin ist genau wie Adrenalin den meisten Menschen ein Begriff. Doch was genau bewirkt Noradrenalin eigentlich im Körper und für welche Funktionen ist es besonders wichtig? Ohne Noradrenalin, auch Norepinephrin genannt, würde im menschlichen Organismus einiges nicht funktionieren. Es handelt sich hierbei nämlich um einen Neurotransmitter, der sich unter anderem auf die Funktionen von Herz und Gefäßen auswirkt.

Was ist Noradrenalin?

Noradrenalin ist ebenso wie Adrenalin ein Neurotransmitter. Er gehört zur Gruppe der Katecholamine, welche in den Nebennierenrinden, im zentralen Nervensystem sowie in den Nervenzellen hergestellt werden. Grundlage für die Synthetisierung dieses Hormons ist ein anderes Hormon: Dopamin. Dieses ist sozusagen die Vorstufe des Noradrenalins. Letzteres kann bei Bedarf weiter zu Adrenalin umgewandelt werden. Bekannt ist Noradrenalin im Allgemeinen als Stresshormon oder auch als Fluchthormon. Das liegt daran, dass es vor allem dann ausgeschüttet wird, wenn sich der Mensch in einer akuten Stresssituation befindet.

Welche Funktion erfüllt das Hormon Noradrenalin?

Noradrenalin ist ein wichtiger Mitspieler in der Reaktionskette des zentralen Nervensystems. Es steuert die Kontraktion der Blutgefäße und nimmt somit Einfluss auf den Herzschlag, die Steigerung des Blutdruckes und die Senkung des Pulses. Doch das ist noch längst nicht alles, was Noradrenalin beeinflusst. Das Stresshormon bewirkt des Weiteren, dass Aufmerksamkeit, Konzentration und Wachheit aufrechterhalten werden. Sogar auf die Entzündungsneigung des Organismus wirkt Noradrenalin sich aus. Gesteigerter Appetit kann ebenso ein Zeichen von einer erhöhten Noradrenalin-Ausschüttung sein wie eine ausgeprägte Motivation.

Wann schüttet der Körper Noradrenalin (Norepinephrin) aus?

Besonders viel Noradrenalin wird immer dann ausgeschüttet, wenn der Körper sich in einer akuten Stresssituation befindet. In der Folge kommt es zu erhöhtem Blutdruck, einer erhöhten Herzschlagfrequenz und einer vermehrten Durchblutung der Muskulatur. Auch die Aufmerksamkeit steigt an. Der Hintergrund für diese Reaktion des Körpers liegt in der Evolutionsgeschichte. Die gesteigerte Leistungsfähigkeit des Körpers und des Geistes verhilft dem Mensch in einer Gefahrensituation zu einer schnellen Flucht. Je nach Situation kann diese schnelle und zuverlässige Körperreaktion dem Menschen das Leben retten.

Was passiert bei einem Mangel bzw. Überschuss an Noradrenalin?

Da Noradrenalin sich vielfältig auf den Körper auswirkt, macht sich ein Mangel oder Überschuss meist schnell bemerkbar. Wenn nicht genug Noradrenalin ausgeschüttet wird, kommt es häufig zu Störungen der Konzentration und des Gedächtnisses. Motivation und Leistungsfähigkeit leiden ebenfalls unter einem Abfall des Noradrenalin-Spiegels. Ein Zusammenhang zwischen Depressionen sowie Burnout und einem niedrigen Noradrenalin-Spiegel ist ebenfalls bekannt. Hier setzen daher viele Antidepressiva an. Sie sorgen dafür, dass das Noradrenalin länger im Blutkreislauf zirkuliert und seine Wirkung entfaltet. Ist der Noradrenalin-Spiegel im Blut dauerhaft stark erhöht, kann ein Tumor der Niere dahinterstecken. Auch Dauerstress führt zu einer konstant erhöhten Ausschüttung des Hormons. Wird dieser Stresszustand über einen langen Zeitraum aufrechterhalten, produziert die Niere irgendwann zu wenig Noradrenalin. Es kommt zum Mangel.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.