29. November 2018 - 15:53 Uhr

Das Neuron als Ursprung aller Wahrnehmungen und Handlungen

Wer sich mit einer Nähnadel versehentlich in den Finger sticht, der spürt dies in der Sekunde des Eindringens der Nadelspitze in die Haut – ein Schmerz entsteht. Sofort zieht man die Hand zurück, erst dann bemerkt man, wie ein erster Blutstropfen austritt. Dass die Wahrnehmung dabei so unfassbar rasch vonstattengeht, ist äußerst praktisch. Ausgelöst werden solche Impulse durch Neuronen. Die kleinen Nervenzellen bestimmen das Fühlen, Handeln und Denken.

Was ist ein Neuron?

Neuronen sind winzige Zellen, die Informationen aufnehmen und weiterleiten. Man geht von rund 100 Milliarden Nervenzellen aus. Die erregbaren Zellen korrespondieren ununterbrochen miteinander. Als Mittel zur Kommunikation tauschen sie entweder elektrische Impulse oder chemische Signale aus. Angeordnet sind Neuronen zusammen mit den Gliazellen (Ummantelung beziehungsweise Partner eines jeden Neurons) in Zellverbänden, die wiederum zu Nervenfasern und diese zu einem Nervensystem zusammengefasst sind. Man unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Systemen: Beim sensorisch-motorischen Nervensystem werden jene Impulse weitergegeben, die über die Muskeln kommunizieren (peripheres Nervensystem). Alle unwillkürlichen Abläufe (Herzschlag, Atmung, Sinneseindrücke) laufen hingegen über das vegetative Nervensystem.

Anatomie

Jedes Neuron ist grob in drei Teile aufgebaut. Der Zellkörper ist die Basis. Hier laufen alle Informationen zusammen. Sie werden ausgewertet und gegebenenfalls weitergeleitet. Vom Zellkörper gehen feine, kurze Verästelungen aus. Diese Dendriten kommunizieren mit sich selbst sowie mit den nächstgelegenen Dendriten. Zudem geht von dem Zellkörper auch immer mindestens ein Axon aus. Diese feine Nervenfaser kann bis zu einem Meter lang sein und sorgt für eine ganz schnelle Reizübertragung (zum Beispiel, wenn man die Hand auf eine heiße Herdplatte legt). Am Ende von Dendriten und Axon sitzen die Synapsen. An ihnen findet der eigentliche Austausch der Informationen statt.

Funktion

Der Körper ist von einem engen neuronalen Netz durchzogen. Alle Sinneswahrnehmungen, Gedanken und Handlungen können nur mithilfe von Neuronen entwickelt, ausgeführt und wahrgenommen werden. Neuronen bündeln und bewerten Informationen, bevor sie diese über das Nervensystem an das Gehirn weiterleiten. Das Hirn erfasst die Sachlage und schickt einen Impuls zurück zur Nervenzelle. Dies läuft sehr schnell ab, die Reize sind nur Millisekunden lang unterwegs. Dazu werden elektrische Signale oder Botenstoffe (Hormone oder Neurotransmitter wie Noradrenalin, Acetylcholin, Dopamin oder Serotonin) über die Synapsen ausgeschüttet beziehungsweise aufgenommen. Sie steuern automatisch ablaufende Reaktionen (sehen, riechen, hören, schmecken) ebenso wie eigenständige und reagierende Aktionen.

Erkrankungen

Neuronen erkranken nicht alleine, sondern immer im Verbund. Zusammengefasst werden Erkrankungen der Nervenzellen unter dem Begriff der neurologischen Erkrankungen. Zu ihnen zählen etwa Schlaganfälle, Hirnblutungen, Parkinson und Alzheimer, Multiple Sklerose, die verschiedenen Arten von Hirnhautentzündungen, Epilepsie, Migräne, Kopfschmerzen, Polyneuropathien (Erkrankungen des peripheren Nervensystems) oder auch Tumore. Allein im Jahr 2015 wurden über eine Million Patienten in deutschen Krankenhäusern mit neurologischen Erkrankungen behandelt. Aber auch durch Unfälle können Schäden an den Nervenzellen entstehen. Durch ein Schädel-Hirn-Trauma, Stürze oder Frakturen jeder Art können immense Schäden an Gehirn, Rückenmark und den Nerven auftreten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.