Gesundheitslexikon
Gesundheitsbegriffe einfach erklärt

Gesundheitslexikon: Heublumenbad

Heublumenbad: Baden in Ruchgras, Quecke, Trespe & Co.

Die Bezeichnung ‚Heublumen‘ ist ein Sammelbegriff für verschiedene Gräser, deren Bestandteile als Heublumenbad durchblutungsfördernd und schmerzlindernd wirken sollen.

Was ist ein Heublumenbad

Heublumen, als lateinischer Begriff unter Flores graminis zusammengefasst oder auch als Grasblüten bezeichnet, zählen in der Volksheilkunde zu den ältesten Hausmitteln. Sie bestehen aus Blütenteilen, Samen, Blättern und Stängeln unterschiedlicher Wiesenpflanzen. In der Heublumenmischung sind in erster Linie die Bestandteile von Ruchgras, Quecke, Trespe, Wiesen-Fuchsschwanz, Wiesen-Lolch, Wiesen-Schwingel, Wiesen-Lieschgras und Knäuelgras zu finden. Die Mischungen gibt es in der Apotheke sowie Reformhäusern oder Drogerien zu kaufen. Mit Wasser aufgekocht wird der Sud aus den Wiesenpflanzen als Heublumenbad verwendet.

Die Zubereitung und Anwendung eines Heublumenbads

Für ein Heublumenbad werden circa 300 bis 500 Gramm Heublumen in fünf Liter kaltes Wasser gegeben und fünf bis zehn Minuten aufgekocht. Das heiße Gemisch sollte etwas abkühlen und zehn Minuten ziehen, bevor die festen Bestandteile abgeseiht werden. Der Sud wir dann dem Badewasser zugegeben, dessen Temperatur zwischen 35 und 38 Grad Celsius betragen sollte. Die Dauer des Heublumenbades sollte 15 Minuten nicht übersteigen. Zur Linderung von Wechseljahrsbeschwerden sollten etwas weniger Heublumen (vier Esslöffel) für den Sud verwendet werden. Um die Wirkung der Heublumen zu optimieren, wird empfohlen anschließend Bettruhe zu halten. Deshalb ist anzuraten, das Vollbad mit dem Heublumensud vor dem Schlafengehen zu nehmen.

Die Wirkung der Heublumen

Heublumenanwendungen zählen zu den Hausmitteln der Volksmedizin und fördern in erster Linie die Durchblutung. Neben dem Heublumenbad, das von Hebammen auch gerne als Sitzbad zur Entspannung und zur Lockerung des Beckenbodens bei der Geburtsvorbereitung angewendet wird, kann der Sud auch für Umschläge oder Wickel zur lokalen Wärmetherapie verwendet werden. Die medizinische Wirkung ist allerdings nur bei der Therapie von Krankheiten des degenerativen, rheumatischen Formenkreises zur Schmerzlinderung und Durchblutungsförderung anerkannt.

Anwendungsgebiete der Flores graminis

Heublumenumschläge und Wickel werden sowohl bei degenerativen Knochenerkrankungen wie Arthrose (allerdings nicht bei akuten Entzündungen) zur Linderung der Beschwerden angewendet als auch zur Lockerung der Muskulatur bei lokalen Verspannungen. Auch das Heublumenbad kommt hier zum Einsatz, was zusätzlich zur schmerzlindernden und muskelentspannenden Komponente noch eine nervenberuhigende Wirkung haben soll. In der Volksheilkunde werden Heublumenbäder bei Nervosität, Blasenschwäche, Bronchitis, Gicht, Wechseljahresbeschwerden, Hexenschuss, Rheuma, bei Schlafstörungen und bisweilen zur Entspannung beim Geburtsvorgang sowie im Vorfeld einer Geburt eingesetzt. Ab der 38. Woche einer Schwangerschaft werden wöchentliche Dampfsitzbäder mit Heublumen empfohlen. Heublumen gelten als schmerzlindernd, entspannend, durchblutungssteigernd, abwehrstärkend und lindernd bei Wechseljahrsbeschwerden, insbesondere bei einer gesteigerten Neigung zu Verstimmungen.

Risiken bei der Anwendung

Allergikern mit Heuschnupfen und asthmatischen Beschwerden, die sensibel auf Gräser reagieren, ist geraten, auf eine Heublumenanwendung zu verzichten, da sie einen akuten Schub auslösen kann. Nicht angewendet werden sollten Heublumenbäder und sonstige Anwendungen mit Wiesenpflanzen bei offenen Wunden, bei Herz-Kreislaufbeschwerden, bei Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme), akuten rheumatischen Schüben und Entzündungen. Bei Vorliegen dieser Erkrankungen oder entsprechenden Bedenken sollte der Rat des Apothekers oder Arztes vor einer Anwendung eingeholt werden.

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