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Gesundheitslexikon: Campylobacter

Bauchschmerzen und Durchfall sind typische Symptome für eine Infektion mit Campylobacter.
Hinter heftigen Bauchschmerzen und schwerem Durchfall kann eine Campylobacter-Infektion stecken. © absolutimages - Fotolia, Michael Henning, Fotolia

Campylobacter: eine Ursache für Durchfälle und Darmentzündungen

Campylobacter ist ein Bakterium, welches bei gesunden Tieren im Darm vorkommt. Menschen können sich über kontaminierte Lebensmittel oder Wasser mit dem Keim infizieren. In der Folge kommt es zu einer Campylobacteriose, die mit Darmentzündungen und schweren Durchfällen einhergeht. Verbreitete Subspezies sind Campylobacter jejuni und Campylobacter fetus.

Infektion

Die Campylobacteriose ist eine Zoonose, was bedeutet, dass sie von Tier zu Mensch und umgekehrt übertragen werden kann. Die wichtigste Ansteckungsquelle für den Mensch sind tierische Nahrungsmittel. Besonders häufig betroffen sind Geflügelfleisch, rohes Schweinefleisch sowie Rohmilch. Eine Ansteckung mit Campylobacter kann außerdem über Wasser erfolgen. Hier sind insbesondere stehende Gewässer wie Badeseen, Trinkbrunnen oder Pfützen zu nennen. Eine Schmierinfektion oder eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch oder von Tier zu Mensch ist theoretisch möglich, stellt aber eine eher seltene Infektionsquelle dar.

Symptome

Auf eine Infektion mit Campylobacter jejuni folgt in den meisten Fällen eine Darmentzündung (Enteritis). Bereits eine sehr geringe Anzahl an Keimen (etwa 500) führt beim Mensch zu einer ausgeprägten Symptomatik. Aufgrund der Darmschädigung kommt es zu starken Durchfällen und Bauchschmerzen. Diese können mit Fieber und einem unspezifischen Krankheitsgefühl einhergehen. Eine Infektion mit dem Bakterium Campylobacter fetus ruft Gehirnhautentzündungen, Gelenkentzündungen sowie in einigen Fällen eine Endokarditis hervor. Diese Spezies spielt besonders für Schwangere eine Rolle, da Föten bei einer Infektion der Mutter ernsthafte Schäden erleiden können.

Mögliche Folgen einer Infektion

Das Guillain-Barré-Syndrom kann nach einer Infektion mit Campylobacter jejuni auftreten. Hier kommt es zu Nervenschädigungen in Rückenmark, Armen und Beinen.

In einigen Fällen kommt es aufgrund der Abschwächung des Immunsystems zu Mischinfektionen mit Salmonellen, E. coli oder Rotaviren. Möglich sind zudem Gelenkentzündungen, die jedoch in den meisten Fällen nur wenige Wochen anhalten.

Diagnose

Der Verdacht auf eine Infektion mit Campylobacter entsteht zunächst durch die Vorgeschichte sowie die typische Symptomatik. Bei eingehendem Verdacht auf den Keim wird eine Stuhl- oder Blutprobe im Labor auf den verdächtigen Keim untersucht. Hier erfolgt ein direkter Erregernachweis durch Bakterien-Anzucht oder ein Antigentest, der Campylobacter nachweist.

Therapie

Bei gesunden Menschen eliminiert das Immunsystem das Bakterium Campylobacter jejuni in wenigen Tagen. Hier reicht eine symptomatische Behandlung in den meisten Fällen aus. Gegen Bauchschmerzen können Schmerzmittel eingenommen werden und aufgrund des Flüssigkeitsverlustes werden Elektrolyte und Flüssigkeit zugeführt. In schweren Fällen einer Campylobacter-Infektion kann eine Antibiotika-Therapie erforderlich sein.

Eine Infektion mit Campylobacter fetus muss auf jeden Fall antibiotisch behandelt und streng ärztlich beaufsichtigt werden. Hier kann es bei spät einsetzender oder mangelhafter Therapie zu Folgeschäden, insbesondere das Nervensystem betreffend, kommen.

Prophylaxe

Um eine Infektion mit Campylobacter zu verhindern, sollte auf rohes Fleisch (Mett, Blutwurst) verzichtet werden. Auch Wasser aus Trinkbrunnen, die nicht regelmäßig kontrolliert werden, sollte gemieden werden. Rohmilch vom Bauern sollten Sie vor dem Verzehr unbedingt abkochen. Rohmilchprodukte wie Camembert, Parmesan oder Feta sollten von Schwangeren, Kindern und Immungeschwächten ebenfalls gemieden werden. Bei der Zubereitung von Geflügelfleisch und rohem Schweinefleisch ist besondere Vorsicht geboten. Bereiten Sie Fleisch und Gemüse stets separat mit getrennten Küchenutensilien zu. So wird verhindert, dass Lebensmittel, die nicht abgekocht werden, beispielsweise Salat, mit Campylobacter verunreinigt und verzehrt werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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