Entzündung der Herzinnenhaut

Gesundheitslexikon: Endokarditis (Endocarditis)

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15. Juli 2019 - 12:16 Uhr

Endokarditis - eine lebensbedrohliche Herzerkrankung

Die Wand des menschlichen Herzens besteht aus drei Schichten, dem Epikard, dem Myokard und dem Endokard. Letzteres ist eine dünne, glatte Gewebeschicht, welche die innere Oberfläche des Herzens auskleidet und die Herzklappen bildet. Die Endokarditis ist die entzündliche Erkrankung dieser Herzinnenhaut.

Was ist eine Endokarditis?

Bei einer Endokarditis ist die Herzinnenhaut entzündet. Oft sind auch die Herzklappen betroffen, da sie aus Endokard bestehen. Es werden zwei Arten der Endokarditis unterschieden, die infektiöse und die nicht-infektiöse Form. Bei letzterer bricht die Entzündung ohne Besiedelung von Krankheitserregern aus. Häufigster Grund ist das rheumatische Fieber. Aufgrund der heutigen hervorragenden medizinischen Versorgung, kommt sie in den Industrieländern immer seltener vor. Die infektiöse oder bakterielle Endokarditis wird durch Keime ausgelöst. Beide Formen können, wenn sie nicht behandelt werden, lebensbedrohlich werden.

Ursachen einer Endokarditis

Die infektiöse und die nicht-infektiöse Form der Endokarditis besitzen unterschiedliche Ursachen. Bei der nicht-infektiösen Art kann der Auslöser beispielsweise rheumatisches Fieber sein. Dies ist eine Folgeerkrankung nach einer Streptokokken-Infektion. Im Rahmen dieser Krankheit greifen Antikörper, die wegen der Infektion gebildet wurden, fälschlicherweise das Herz an. Weitere Erkrankungen, die eine nicht-infektiöse Endokarditis auslösen können, sind Lupus erythematodes und das Löffler-Syndrom. Die infektiöse Herzinnenhautentzündung entsteht durch eine Infektion im Körper, von der aus die Bakterien über die Blutbahn bis zum Herz wandern.

Symptome einer Endokarditis

Die ersten Beschwerden der infektiösen Endokarditis sind Fieber, Nachtschweiß, Appetitlosigkeit sowie Muskel- und Gelenkschmerzen. Die Symptome können plötzlich auftreten, aber auch schleichend. Die Herzgeräusche sind verändert und die Nieren in ihrer Funktion gestört. Bei der nicht-infektiösen Endokarditis stehen die Symptome der Ersterkrankung im Vordergrund. Beim rheumatischen Fieber sind es beispielsweise Schmerzen, die von einem Gelenk zum nächsten wandern, eine gerötete Haut und sogenannte Rheumaknötchen. Erst im weiteren Verlauf werden dann die Symptome der Endokarditis, wie Herzrhythmusstörungen oder Schmerzen in der Brust, deutlich.

Diagnose einer Herzinnenhautentzündung

Für die Diagnosestellung ist die Krankengeschichte wichtig. Der Arzt wird nach vorangegangenen Infektionen fragen, wie bei einer Mandelentzündung oder auch im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs. Des Weiteren wird das Herz mit dem Stethoskop abgehört, um die Herzgeräusche zu kontrollieren. Mit einer Echokardiografie, einer Ultraschalluntersuchung, die von der Speiseröhre aus durchgeführt wird, können Auffälligkeiten festgestellt werden. Ob sich Entzündungsherde im Körper befinden, kann oft mit einer Blutuntersuchung abgeklärt werden. Hierbei kann man auch feststellen, ob, und wenn ja, welche Erreger sich im Organismus befinden, was zur weiteren Behandlung wichtig sein kann.

Behandlung/Therapie

Die infektiöse Endokarditis wird mit Antibiotika behandelt, meist über eine Infusion, weil das schneller wirkt. Die Wahl des Antibiotikums ist abhängig vom Erreger. Wenn auch die Herzklappen von der Entzündung betroffen sind und nicht mehr korrekt arbeiten, genügt die medikamentöse Behandlung nicht und es wird ein chirurgischer Eingriff nötig. In einer Operation wird die Klappe ersetzt oder, wenn möglich, rekonstruiert. Die Therapie der nicht-infektiösen Endokarditis konzentriert sich auf die Behandlung der Ersterkrankung. In der Regel werden Antibiotika und entzündungshemmende Medikamente eingesetzt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.