Ablauf und Risiken

Gesundheitslexikon: Infusion

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27. August 2019 - 13:00 Uhr

Die Versorgung des Körpers mittels Infusion

Ob Kurz- oder Dauerinfusion: Um den Körper mit ausreichend Flüssigkeiten oder notwendigen Medikamenten in flüssiger Form zu versorgen, stellt die Infusion regelmäßig die erste Wahl der Verabreichungsform dar.

Was ist eine Infusion?

Grundsätzlich lässt sich die Infusion begrifflich von einer Transfusion unterscheiden. Während unter Transfusion im weiteren Sinne die Verabreichung von Blut oder blutähnlichen Stoffen zu verstehen ist, sind Infusionen weiter gefasst. Medizinisch immer als Infusionslösung bezeichnet, da sie im Normalfall aus unterschiedlichen Bestandteilen zusammengesetzt ist, versteht man umgangssprachlich unter Infusion in der Regel nur allgemein die Verabreichung einer Flüssigkeit. Es gibt unterschiedliche Arten von Infusionen. Ihr Einsatzzweck richtet sich nach den verwendeten Inhaltsstoffen und deren Mengenverhältnissen zueinander. Zumeist werden Wasser, Salze und verschiedene Nährstoffe verabreicht.

Wann wird eine Infusion angewandt?

Bekanntermaßen gelangen in flüssiger Form verabreichte Nährstoffe oder Medikamente schneller in den Organismus als feste. Letztere müssen zuerst u. a. im Magen zersetzt werden, bevor die Wirkstoffe das Herz-Kreislauf-System erreichen. Müssen die Inhaltsstoffe einer Infusion also möglichst schnell im Körper ihre Wirkung erreichen oder sind Körperfunktionen gestört, sodass die Zersetzung fester Medikamente oder Nährstoffe nicht zielführend ist, wird die Infusion angewandt. Beispiele sind:

Wie läuft eine Infusion ab?

Die Infusionsflüssigkeit befindet sich in der Regel in einem durchsichtigen Beutel. Dieser wiederum wird je nach Krankheitssituation mit einer Regulierungsvorrichtung zur Dosierung der Durchflussmenge oder einer Infusionspumpe ausgestattet. Über einen ebenfalls durchsichtigen Plastikschlauch gelangt die Flüssigkeit zu einer Nadel bzw. einem Katheter. Zumeist erfolgt die Verabreichung venös an Armen, Beinen oder am Hals. Müssen schnell größere Flüssigkeitsmengen verabreicht werden, welche eine einzelne Vene überlasten würden, kann eine dünne Nadel nur unter die Haut (subkutan) gelegt werden. Die Blutgefäße sorgen dann für die Verteilung der Flüssigkeit.

Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?

Neben Risiken beim Legen der Infusion mittels Nadel oder Katheter kann die Flüssigkeitszufuhr je nach Ausgestaltung zu körperlichen Nebenwirkungen führen. Durch Erreger kann sich der Zugang entzünden. Nervenverletzungen oder Blutungen können die Folge fehlerhaft gelegter Zugänge sein. Je nach verabreichter Infusionslösung und -menge kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Venenreizungen oder Ödeme sind ebenfalls denkbar. Das Herz kann aufgrund der großen Flüssigkeitsmenge stark belastet werden. Bei einer Lösung zur Stabilisierung des Blutdrucks kann es außerdem zu einer zu starken Blutdrucksteigerung kommen. Damit diese Fälle nicht eintreten, gilt es, auf einige bestimmte Aspekte bei der Infusion zu achten.

Was sollte man beachten?

Bei einer ordnungsgemäß verabreichten Infusion sind die Mengen und Zusammensetzungen auf den Patienten abgestimmt. Trotzdem sollte der Zugang dahingehend kontrolliert werden, dass die Infusionsflüssigkeit tatsächlich in den Körper gelangt und nicht neben dem Zugang austritt. Hautreizungen und Rötungen an dieser Stelle sowie Wärmebildung sollten beachtet werden. Letztere könnte ein Hinweis auf Entzündungen sein. Die Vitalzeichen müssen regelmäßig kontrolliert werden, sollte die Infusion zu Bewusstseinsstörungen, Schwellungen oder gar Atemnot führen. Allgemein sollte während der Infusion auf Unwohlsein geachtet werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.