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Gesundheitslexikon: Arginin (L-Arginin)

Arginin (L-Arginin)

Arginin ist eine organische Verbindung und gehört zu den Aminosäuren. Es ist ein wichtiger Eiweißbaustein und an zahlreichen biologischen Prozessen beteiligt. Der Name leitet sich vom lateinischen Wort für Silber (Argentum) ab, da die Substanz anfänglich nur als Silbersalz isoliert werden konnte. Erstmals gelang das 1886 dem deutschen Chemiker Ernst Schulze. Arginin ist außerdem eine semi-essentielle Aminosäure. Das bedeutet, sie wird vom Körper selbst hergestellt, muss aber bei erhöhtem Bedarf mit der Nahrung zugeführt werden.

Warum eigentlich L-Arginin?

Ähnlich wie die menschliche Hand kommt Arginin in zwei spiegelbildlichen Varianten vor, der L- und der D-Form. In den Proteinen findet man ausschließlich L-Arginin. D-Arginin kommt nicht in Proteinen vor. Wird in wissenschaftlichen Texten der Ausdruck Arginin ohne ergänzenden Namenszusatz verwendet, meint man L-Arginin.

Wozu braucht es der Körper?

Arginin ist eine von 20 Aminosäuren, aus denen sich sämtliche Proteine im menschlichen Körper zusammensetzen. Es ist eine wichtige Stickstoffquelle für den menschlichen Organismus. Ohne Arginin könnte der Körper kein Stickstoffmonoxid (NO) bilden. Dieser wichtige Botenstoff ist besonders wertvoll für das Herz-Kreislauf-System. Stickstoffmonoxid bewirkt, dass sich die Muskulatur in den Blutgefäßwänden entspannt. Dadurch kommt es zu einer Gefäßerweiterung, was die Blutzirkulation anregt und den Blutdruck sinken lässt. Die Organe werden besser mit Sauerstoff versorgt und das Blutgefäßsystem vor Schäden bewahrt. Arginin wird daher in der Medizin zur Verbesserung von Durchblutungsstörungen und zur Stärkung des Herzmuskels eingesetzt. Einige Ärzte behandeln damit auch Erektionsschwierigkeiten bei Männern, die häufig auf eine ungenügende Durchblutung zurückzuführen sind. Außer der gefäßerweiternden Wirkung hat Stickstoffmonoxid noch andere Eigenschaften. Es verhindert zum Beispiel die Zusammenlagerung von Blutplättchen und wirkt dadurch Thrombosen entgegen. Stickstoffmonoxid ist zudem ein wichtiger Immunregulator, weshalb Arginin das Immunsystem unterstützt. So setzen beispielsweise die Makrophagen (Abwehrzellen) vermehrt Stickstoffmonoxid frei, um Bakterien abzutöten. Außerdem regt es die Thymusdrüse an, vermehrt Abwehrzellen zu produzieren.

Arginin regt darüber hinaus die Ausschüttung von Wachstumshormon an, was den Muskelaufbau fördert und den Fettabbau begünstigt. Es ist ein Zwischenprodukt im Harnstoffzyklus und trägt damit zur Senkung des Ammoniakspiegels im Blut bei. Auch schützt es die Zellen vor Schädigungen durch aggressive Sauerstoffmoleküle, auch freie Radikale genannt. Arginin fördert im Weiteren die Wundheilung nach (operativem) Trauma, Blutverlust und Schock, indem es Wundimmunzellfunktion und Kollagenproduktion normalisiert.

Der Bedarf an Arginin und wie man ihn decken kann.

Arginin kann vom Körper selbst produziert werden. In Zeiten erhöhter körperlicher Beanspruchung durch Wachstumsprozesse, Stress, bestimmte Krankheiten oder Operationen reicht die vom Körper hergestellte Menge teilweise nicht aus, um den Körper optimal zu versorgen. Besonders Menschen mit Arteriosklerose, Bluthochdruck und Diabetes mellitus sollten auf eine ausreichende Versorgung achten und gegebenenfalls mit ihrem Arzt über die Einnahme von Arginin-Präparaten entscheiden. Klare Dosierungsempfehlungen gibt es allerdings nicht.

Lebensmittel, die viel Arginin enthalten, sind Kürbiskerne, geröstete Erdnüsse, Pinienkerne, Walnüsse, getrocknete Erbsen, rohes Hähnchenbrustfilet, rohes Schweinefleisch, roher Lachs, Buchweizenkörner und Hühnerei.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen. Die Einnahme von Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln ist nicht immer sinnvoll und kann Ihnen bei falscher Dosierung oder Kombination sogar schaden. Lassen Sie sich daher von einem Arzt oder Apotheker beraten. Schwangere sollten mit ihrem Frauenarzt sprechen. Vitaminpräparate und Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine gesunde Ernährung oder Lebensweise.

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