Gesundheitslexikon: Schock

29. November 2018 - 15:48 Uhr

Schock – ein lebensbedrohlicher Extremzustand des Körpers

Der Schock ist ein hochgradig gefährlicher Zustand des Körpers, der meist ganz plötzlich eintritt. Aufgrund einer Störung, Erkrankung oder einer stark blutenden Verletzung fährt der Organismus in eine Art Notfallzustand. Er beschränkt die Blutversorgung auf das Zentrum, was bei ausbleibender Behandlung zu fatalen Folgen für das gesamte Herz-Kreislauf-System führen kann, bis hin zum Multiorganversagen.

Was ist ein Schock im medizinischen Sinne?

Der Begriff "Schock" im medizinischen Sinne ist deutlich von dem umgangssprachlichen Wort "Schock", mit der Bedeutung "Erschrecken", abzugrenzen. Ein Schock ist ein plötzlich einsetzendes, lebensbedrohliches Syndrom mit verschiedenen Ursachen. Aufgrund einer Störung im Körper oder stark blutender Verletzungen stellt der Körper auf den Prozess der Zentralisation um und konzentriert die Blut- und Sauerstoffversorgung auf die lebenswichtigen Organe der Körpermitte. Wird nicht sofort gehandelt, droht das Versagen sämtlicher Organe. Je nach Ursache unterscheidet man unter anderem den hypovolämischen, den kardiogenen, den septischen, den hypo- oder hyperglykämischen sowie den anaphylaktischen Schock.

Ursachen eines Schocks

Die Sauerstoffunterversorgung von Organen und Gewebe wird durch verschiedene Faktoren ausgelöst. So entsteht durch starken Blut- oder Flüssigkeitsverlust der hypovolämische Schock und durch eine Störung im Herzen, wie Herzinfarkt oder Lungenembolie, der kardiogene Schock. Bei einer bakteriellen Infektion kann es durch Toxine zum septischen Schock kommen und der anaphylaktische Schock wird durch eine allergische Reaktion ausgelöst. Der hyper- sowie der hypoglykämische Schock wird hervorgerufen durch einen stark schwankenden Blutzuckerspiegel, das heißt wenn dieser zu hoch (hyperglykämisch) oder zu niedrig (hypoglykämisch) ist.

Symptome

Die Symptome eines Schocks sind gleich, egal, wodurch er ausgelöst wurde: Der Blutdruck fällt stark ab, der Puls ist beschleunigt und lässt sich nur schwach erfühlen. Die Haut wird blass bis bläulich und es bildet sich kalter Schweiß. Die Person zittert vor Kälte und atmet schwer oder schnell. Häufig sind Betroffene ängstlich, unruhig und gegebenenfalls verwirrt. Typisch ist ein starkes Durstgefühl, das besonders beim hypovolämischen Schock eintritt. Im weiteren Verlauf kann es zu Müdigkeit kommen und es besteht die Gefahr der Bewusstlosigkeit. Schließlich kann Atem- und Herzstillstand eintreten.

Diagnose

Bei einem Schock handelt es sich um eine akute Notfallsituation, für die als erste Maßnahme sofort der Rettungsdienst verständigt werden muss. Oft sind nur Laien anwesend, aber auch diese können an den genannten typischen Symptomen erkennen, dass ein Schock vorliegt. Ein Hinweis kann beispielsweise eine Verletzung mit großem Blutverlust sein, eine großflächige Verbrennung oder der Stich einer Biene. Auch wenn tagelanges Erbrechen, starker Durchfall oder eine Infektion vorliegen und die betroffene Person plötzlich Blässe aufweist, schwer atmet und zittert, sollten Sie von einem Schockzustand ausgehen.

Behandlung/Therapie

Ein Schock erfordert sofortige Erste-Hilfe-Maßnahmen. Nachdem Sie den Notruf getätigt haben, sprechen Sie den Betroffenen an und beruhigen ihn, sofern er bei Bewusstsein ist. Falls möglich, sollte sich die Person hinlegen und die Beine hochlagern, damit das Blut leichter ins Gehirn und zu den Organen fließen kann. Starke Blutungen müssen gestoppt werden. Ist die Person bewusstlos und atmet normal, ist sie in die stabile Seitenlage zu bringen. Ist keine Atmung vorhanden, führt man Wiederbelebungsmaßnahmen durch, bis Rettungsdienst und Notarzt eintreffen und die professionelle Behandlung übernehmen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.