Erster Ansprechpartner bei Notfällen

Gesundheitslexikon: Rettungsdienst

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18. November 2019 - 16:52 Uhr

Schnelle Hilfe rund um die Uhr: der Rettungsdienst

Der Rettungsdienst gewährleistet deutschlandweit (und größtenteils auch EU-weit) sowohl auf dem Land als auch in der Stadt eine umgehende medizinische Versorgung im Notfall. Teil des Rettungsdienstes sind im Normalfall Krankenwagen, Notarzt und in bestimmten Situationen (z. B. bei Autounfällen) auch die Feuerwehr oder das Technische Hilfswerk (THW). Neben gut und professionell ausgebildeten Ersthelfern wird bei schwereren Verletzungen, gleich welcher Ursache, eine professionelle medizinische Notfallversorgung unerlässlich. Hierzu steht der Rettungsdienst, der bundesweit unter der Rufnummer 112 erreichbar ist, 24 Stunden am Tag und sieben Tage pro Woche bereit. Teil des Rettungsteams ist der Notarzt, der üblicherweise an einer Klinik angestellt oder in eigener Praxis tätig ist. Er behandelt den Patienten am Unfallort oder im Rettungswagen, soweit eine solche Behandlung möglich ist. Die Rettungssanitäter sowie Polizei und weitere Hilfsorganisationen unterstützen ihn dabei. Hier finden Sie die wichtigsten Fakten zum Rettungsdienst in Deutschland.

Die Alarmierung des Rettungsdienstes: Notrufnummer 112

Früher noch unter der Nummer 19222 erreichbar, wurde für Feuerwehr und Rettungswagen mittlerweile die einheitliche Notrufnummer 112 eingeführt. Geht ein Anruf bei der Rettungsleitstelle ein, fragt der entsprechende Mitarbeiter zunächst die wichtigsten W-Fragen: Wer meldet das Ereignis? Wo ist es passiert? Was ist passiert? Wie viele Personen sind betroffen/verletzt? Dazu gilt: Nicht selbstständig auflegen, sondern auf Rückfragen der Leitstelle warten, sie beendet das Gespräch. Je nach Situation werden Rettungswagen, Notarzt, Feuerwehr sowie unter Umständen das THW oder die örtliche Polizei ebenfalls alarmiert. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sollte Erste Hilfe geleistet werden. Die regelmäßige Auffrischung des Erste-Hilfe-Kurses ist daher empfehlenswert.

Die Organisationen in Deutschland

In Deutschland wird der Rettungsdienst vom Roten Kreuz, dem Arbeiter-Samariter-Bund, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, den Johannitern sowie von den Maltesern durchgeführt. Hinzu kommen die hauptamtlichen und freiwilligen Feuerwehren, Beamte der Polizei und private Hilfsorganisationen. Die Luftrettung erfolgt durch die Rettungshubschrauber der Länder sowie von privaten Kliniken. Sie kommt vor allem in besonders schweren Fällen zum Einsatz und kann eine zeitnahe medizinische Versorgung am besten gewährleisten, weil sie oft am schnellsten vor Ort sein kann. Das Deutsche Rote Kreuz hat das dichteste Netz an Notfallversorgungs-Standorten in Deutschland. Im Jahr 2015 beschäftigten die Rettungsdienste der Länder rund 60.000 Mitarbeiter.

Die Mitarbeiter des Rettungsdienstes

Der Notarzt ist in der Regel ein Arzt in Bereitschaft, der an einer Klinik oder als niedergelassener Mediziner arbeitet. Er fährt mit einem eigenen Fahrzeug vor oder nach dem Rettungswagen zum Unfallort und versorgt den Verwundeten soweit möglich. Er ist der einzige, der spezielle Medikamente oder Infusionen verabreichen darf. Der Notfallsanitäter ist Teil des Rettungswagenteams. Er ist ausgebildeter Sanitäter, der spezielle Schulungen und Kurse für die Erstversorgung bei Notfällen durchlaufen hat. In der Regel besteht die Besatzung eines Rettungswagens hauptsächlich aus Notfallsanitätern. Die früher übliche Bezeichnung Rettungsassistent, dessen Aufgaben sich mit denen der Notfallsanitäter decken, wird nach und nach abgeschafft.