Prozessauftakt in Berlin

12 Jahre nach Mord an Georgine Krüger - Schwester spricht im RTL-Interview

1. August 2019 - 12:09 Uhr

Leiche wurde bis heute nicht gefunden

Knapp 13 Jahre nach dem Verschwinden einer Berliner Schülerin muss sich ihr mutmaßlicher Mörder vor Gericht verantworten. Der 44-Jährige soll die damals 14-jährige Georgine Krüger vergewaltigt und erwürgt haben. Die Leiche des Mädchens wurde bis heute nicht gefunden. RTL-Reporterin Samina Faizi hat Georgines Schwester getroffen und mit ihr über den Prozess gesprochen.

Prozess nach Beginn direkt unterbrochen

Polizeifahndungsfoto Georgine Krüger
Mit diesem Foto suchte die Berliner Polizei 2007 nach der damals 14-jährigen Georgine Krüger.

Der Prozess am Landgericht wurde bereits kurz nach dem Auftakt der unterbrochen. Die Verteidigung rügte die Besetzung des Gerichts. Der Prozess soll am 7. August fortgesetzt werden.

Das rätselhafte Wegbleiben von Georgine war über Jahre einer der bekanntesten Vermisstenfälle in Deutschland. 12 Jahre lang wusste niemand, was mit ihr passiert ist. Nach der Schule war sie damals einfach nicht nach Hause angekommen.

Erst 2017 kamen Kriminalisten durch verdeckte Ermittlungen und Funkzellenauswertungen auf den Verdächtigen Ali K. Er soll das Mädchen im September 2006 auf dem Heimweg von der Schule abgepasst und mit einem Vorwand in einen Keller seiner Wohnung in Berlin-Moabit gelockt haben. Dort habe er das Mädchen bewusstlos geschlagen und vergewaltigt. Aus Angst davor, entdeckt zu werden, habe er Georgine getötet und an einen unbekannten Ort gebracht.

Verdächtiger bestreitet Vorwürfe

Suche nach der vermissten Georgine Krüger
Eine Polizeibeamtin sucht nach Spuren der vermissten Georgine Krüger (April 2018).
© deutsche presse agentur

Der Familienvater aus der Nachbarschaft war bereits 2013 wegen sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der Verdächtige, der in derselben Straße wie das Opfer wohnte, sitzt seit Dezember 2018 in Untersuchungshaft. Bei der Polizei soll er laut Gericht die Vorwürfe bestritten haben.

Die Mutter des Mädchens, im Prozess Nebenklägerin, ließ über ihren Anwalt Roland Weber mitteilen, sie hoffe auf Klarheit. Sie erwarte die Aussagen der verdeckten Ermittler mit Spannung.  Vorgesehen sind zunächst 25 Verhandlungstage bis zum 1. November.