Was werdende Mütter jetzt wissen müssen

Gefahr für Schwangere: Delta-Variante kann Plazenta infizieren

Neue Studienergebnisse zur Delta-Variante sind besonders beunruhigend für Schwangere.
Neue Studienergebnisse zur Delta-Variante sind besonders beunruhigend für Schwangere.
© © Natalia Deriabina, Natalia Deriabina

17. Januar 2022 - 16:14 Uhr

Auch wenn aktuell vor allem die Ende letzten Jahres entdeckte Coronavirus-Variante Omikron die Schlagzeilen beherrscht, gibt es da ja auch immer noch die Delta-Mutation, die für besonders schwere Verläufe sorgt. Eine neue Studie liefert jetzt beunruhigende Ergebnisse, die besonders bei Schwangeren, die sich mit Delta infiziert haben, für Probleme sorgen könnte.

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Corona-Infektion für Schwangere mitunter gefährlich

Schwangere dürften sich in den letzten zwei Jahren, seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie, häufiger gefragt haben, welche Auswirkungen eine Covid-19-Erkrankung auf sie und auf ihr ungeborenes Kind hat. Dass eine Infektion für beide Parteien nicht ganz ungefährlich ist, stellt sich schnell heraus: So ist eine Studie der "Centers for Disease Control and Prevention" (CDC) im November 2021 beispielsweise zu dem Ergebnis gekommen, dass das Risiko einer Fehlgeburt nach einer Corona-Infektion um ein Vierfaches ansteigt, so das "Deutsche Ärzteblatt". Noch unklar ist zu diesem Zeitpunkt jedoch, ob dies an den Folgen der Erkrankung der Mutter liegt – oder ob auch Kind und Plazenta infiziert sind.

Die neuesten Studienergebnisse von Andrea Edlow und ihrem Team, die am Massachusetts General Hospital in Boston (USA) forschen, haben die von Sars-CoV-2 mutierte Delta-Variante auch in einer entzündlich veränderten Plazenta nachweisen können. Die Studienergebnisse sind im Jounal of Infectious Diseases veröffentlicht worden.

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Zum ersten Mal werden Coronaviren in der Plazenta nachgewiesen

Das Team rund um Edlow hat sich drei Schwangerschaften, die innerhalb von 14 Tagen nach Krankheitsbeginn frühzeitig endeten, genauer angeschaut und Viren in der Plazenta nachgewiesen. Zwei Frauen erlitten eine Fehlgeburt, die dritte Frau musste ihr Kind bereits in der 31. Schwangerschaftswoche zur Welt bringen. Im Blut des Neugeborenen wurde eine Übersäuerung nachgewiesen, zudem litt es an einem Atemnotsyndrom. Das führen die Ärzte kurze Zeit später jedoch auf die frühe Geburt zurück. Eine Infektion mit dem Coronavirus lässt sich nicht feststellen. Die beiden verstorbenen Feten haben die Pathologen nicht obduziert, weswegen nicht eindeutig ist, ob auch die Ungeborenen mit dem Virus infiziert waren.

Bei allen drei Frauen aus Massachussets kommen Entzündungszeichen in der Plazenta zum Vorschein. In der Zellschicht, die die Ernährung des Embryos sicherstellt, finden die Wissenschaftler zudem RNA von Sars-CoV-2. Ein PCR-Test am Plazentagewebe fällt positiv aus, die Sequenzierung des Tests bestätigt: Alle Frauen haben sich vorher mit der Delta-Variante infiziert. Auch in Blutproben ist das Virus nachweisbar.

Aufgrund von diesen Ergebnissen ist Edlow überzeugt, dass Delta für Schwangere gefährlicher ist als der Ursprungstyp des Virus oder andere Mutationen. Denn: Bei einer früheren Untersuchung von 64 Frauen konnte das Team weder im Blut nach an der Planzenta Sars-CoV-2-Viren finden.

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Die Zahlen aus Schottland zeigen zudem, dass 77,4 Prozent aller Sars-CoV-2-Infektionen sowie alle Todesfälle bei den Säuglingen mit ungeimpften schwangeren Frauen in Verbindung gebracht werden konnten. Die Ständige Impfkomission (STIKO) empfiehlt die Corona-Impfung in Deutschland für "Frauen im gebärfähigen Alter, insbesondere mit Kinderwunsch", um "bei einer zukünftigen Schwangerschaft optimal gegen diese Erkrankung geschützt zu sein." All diejenigen, die schwanger und noch ungeimpft sind, sollten sich zwischen der 14. und 27. Schwangerschaftswoche mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer impfen lassen. (vdü)

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