Internes Galeria-SchreibenBis zu 90 Filialen von Kaufhof und Karstadt sollen schließen

Galeria Karstadt Kaufhof ist schon wieder insolvent. Wie schlimm es um den Warenhauskonzern steht, geht jetzt aus einem internen Schreiben hervor: Bis zu 90 Filialen sollen in ganz Deutschland schließen – von 131 Filialen insgesamt. Damit steht auch fest: Das Warenhaus hat offenbar keine Zukunft mehr.
Radikaler Personalabbau bei Galeria Karstadt Kaufhof
Die „Lebensmittel Zeitung“ zitiert aus einer E-Mail des Gesamtbetriebsrats von Galeria Karstadt Kaufhof an die Beschäftigten: Bis zu 90 Geschäfte könnten im Rahmen der Sanierung schließen. Das sei aus den bisherigen Gesprächen mit der Arbeitgeberseite hervorgegangen.
Dass der insolvente Warenhauskonzern viele Filialen schließen wird, das stand bereits fest. Jeder dritte Standort befand sich auf dem Prüfstand, das hatte auch Galeria-Chef Miguel Müllenbach bereits bestätigt.
Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das keine guten Nachrichten. Ein Großteil der noch verbliebenen 17.000 Beschäftigten würde nach diesen Plänen ihren Job verlieren. Damit nicht genug: Auch in den verbleibenden Filialen soll weiter Personal abgebaut werden, laut Galeria-Gesamtbetriebsrat ist von einem Personalabbau von bis zu 30 Prozent die Rede.
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Im Service Center wolle das Management sogar die Hälfte des Personals abbauen, zitiert die „Lebensmittel Zeitung“ aus dem Schreiben an die Beschäftigten.
Galeria erhält 2021 und 2022 Staatshilfen in Höhe von 680 Millionen Euro
Der Galeria-Gesamtbetriebsrat übt scharfe Kritik an den Pläne: "Es sind die gleichen Maßnahmen wie immer, nur in einer wesentlich härteren Form."
Die Arbeitnehmervertreter sprechen auch aus, was offenbar immer mehr Kundinnen und Kunden denken: Die Frage, warum Menschen bei Galeria einkaufen sollten, sei nicht beantwortet.
Sollte das Galeria-Management die Pläne durchziehen und massiv Standorte schließen und Personal abbauen, dann stellen sich noch ganz andere Fragen, die jeden Steuerzahler interessieren sollten: Der Warenhauskonzern hat bereits Anfang 2021 und Anfang 2022 rund 680 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) erhalten. Wo ist das Geld hin? Immerhin hat Galeria das Geld als Kredit erhalten, damit Standorte und Jobs erhalten bleiben. Und jetzt? Das Geld ist offenbar weg, trotzdem sollen massenweise Arbeitsplätze und Filialen gestrichen werden.
Und es wird noch kurioser: Galeria hat im Oktober 2022 noch einmal einen Antrag auf weitere Staatshilfen gestellt. Wofür?
Investor Markus Schön will 47 Filialen übernehmen
Ein Hoffnungsschimmer: Die geplante Übernahme von 47 Galeria-Filialen durch Investor Markus Schön. „Wir treiben dieses Ziel weiterhin voran und arbeiten engagiert an dem Gelingen“, erklärt Schön erst kürzlich. „Schließlich würde dann für knapp 5.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine völlig neue und nach unserer Überzeugung nachhaltig erfolgreiche Perspektive entstehen.“
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Bezahlt werden sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der 47 Standorte wieder nach den tarifvertraglichen Regelungen des Einzelhandels. Damit hätte Markus Schön, Vorstands-Chef von buero.de, wohl auch die Gewerkschaften auf seiner Seite.
Bis zu einer tatsächlichen Übernahme könnte es noch etwas dauern. Offenbar haben sich die Parteien zu einem ersten Austausch getroffen.
Immerhin verkleinert Galeria Karstadt Kaufhof im Zuge der Sanierung auch das Management. Zwei Top-Manager mussten das Unternehmen bereits verlassen.
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