Wirtschaft in NRWRWI rechnet mit leichtem Wachstum und mehr Jobs
Die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen könnte nach Jahren der Stagnation wieder leicht wachsen. Das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung erwartet für 2026 ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt und mehr Beschäftigung. Gleichzeitig bleiben hohe Kosten, Bürokratie und globale Risiken große Herausforderungen.
Wachstum nach Stillstand
Die Wirtschaftsleistung in Nordrhein-Westfalen soll 2026 um 0,9 Prozent wachsen. Das prognostiziert das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung. Damit läge NRW nahezu gleichauf mit dem Bund. 2025 hatte das Bruttoinlandsprodukt noch stagniert. RWI-Konjunkturforscher Torsten Schmidt sagte bei der Vorstellung des Berichts am Montag (23.02.) in Düsseldorf: „In Nordrhein-Westfalen mehren sich die Zeichen einer wirtschaftlichen Erholung.“ Der Bericht trägt den Titel „Schritt für Schritt aufwärts“.
Mehr Jobs, aber kein Aufschwung
Für 2026 rechnen die Experten mit rund 36.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen. Die Arbeitslosenquote könnte im Jahresdurchschnitt von 7,8 auf 7,6 Prozent sinken. NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) dämpfte die Erwartungen. „Ein echter Aufschwung fühlt sich anders an“, sagte die Politikerin. Man komme wieder in Bewegung, sei aber noch nicht im Sprint. Mit dem 30 Milliarden Euro schweren „NRW-Plan“ wolle die Landesregierung Investitionen anschieben und Kommunen entlasten.
Kritik an Politik und Bürokratie
Die Industrie- und Handelskammern sehen weiter große Belastungen. IHK-NRW-Präsident Ralf Stoffels erklärte, hohe Energie- und Arbeitskosten sowie Unsicherheiten im Außenhandel bremsten die Unternehmen. „Nach sechs Jahren des Abschwungs stabilisiert sich die Lage zu Jahresbeginn auf niedrigem Niveau.“ Auch die Opposition bleibt kritisch. Die SPD warf der schwarz-grünen Landesregierung vor, keine strukturell wirksamen Reformen umzusetzen. Ohne Impulse des Bundes würde sich die Konjunktur nicht erholen, hieß es aus der Fraktion.

































