Streit um Mietschulden eskaliert

Vater (66) und Sohn (36) töten Vermieter - Zehneinhalb Jahre Haft

13. Juli 2021 - 17:51 Uhr

Streit in Maintal-Dörnigheim endet tödlich - und mit einer langen Haftstrafe

Im Prozess um die Tötung eines Ehepaares auf einem Reiterhof fiel am Dienstag das Urteil des Landgerichts Frankfurt. Je 10 Jahre und 6 Monate Haft wegen Totschlags lautet das Urteil für den 66 Jahre alten Vater und seinen Sohn (36). Den beiden wurde vorgeworfen, ihr Vermieter-Ehepaar im Juni 2014 in Maintal-Dörnigheim nach einem Streit getötet zu haben.

Oberstaatsanwalt: Urteil wird der Strafschwere gerecht

Oberstaatsanwalt Jürgen Heinze sieht in dem Urteil nun die gerechte Strafe für das Vater-Sohn-Gespann. "Das nun ergangene Urteil ist nur folgerichtig. Es wird in seinem Strafmaß auch der Tatschwere gerecht", sagt er im Interview nach der Urteilsverkündung.
Im Urteil heißt es, dass die beiden Verurteilten zum Zeitpunkt der Tat am Rande des Existenzminimums gestanden hätten. 20 Stiche auf den Vermieter seien festgestellt worden, Schüsse auf dessen Frau. Vater und Sohn, zwischen denen ein symbiotisches Verhältnis bestünde, hätten nicht wie Opfer gehandelt. Betont wird jedoch auch, dass es sich nicht um Mord sondern um Totschlag gehandelt habe.

Notwehr: Landgericht Hanau spricht Vater und Sohn gleich zweimal frei

Der Prozess am Landgericht Frankfurt war bereits der dritte. In zwei Prozessen hatte das Landgericht Hanau 2015 und 2018 den Sachverhalt festgestellt, die beiden Angeklagten jedoch freigesprochen. Eine Notwehrsituation, die den Einsatz des Messers und der Schusswaffe gerechtfertigt haben könnte, könne nicht ausgeschlossen werden. Nach Schilderung der Angeklagten waren sie von dem Ehepaar mit Hunden und einem Beil bedroht worden.

Der Bundesgerichtshof hatte beide Freisprüche gekippt und den dritten Prozess schließlich nach Frankfurt verwiesen. Die Staatsanwaltschaft ging auch im dritten Prozess von einer Täterschaft aus und beantragte für den Vater lebenslange Haft wegen Mordes und gegen den Sohn elf Jahre Haft wegen Totschlags. Der Sohn hat demnach im Juni 2014 den 57 Jahre alten Besitzer des Reiterhofs erstochen, der Vater danach die gleichaltrige Ehefrau erschossen.

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Mietzahlungen als Ursache für tödlichen Streit

Der Auseinandersetzung lagen offenbar Streitereien wegen Mietzahlungen zugrunde. Bei dem Zwischenfall sollen Vater und Sohn möglicherweise von den späteren Opfern mit einem Messer und einem Beil bedroht worden sein. Die Staatsanwaltschaft hatte vor Gericht lebenslange Haft für den Vater wegen Mordes und siebeneinhalb Jahre Haft für den Sohn wegen Totschlags gefordert. Sie akzeptierte die Freisprüche ebenso wenig wie der Rechtsanwalt der als Nebenkläger vertretenen Hinterbliebenen der Opfer. (gmö/dpa)