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Forschungsprojekt auf Baltrum: Wie leben die Inselbewohner an der Nordsee mit dem Sturm?

Start von Forschungsprojekt zu Sturmeinflüssen auf Baltrum

Wie leben die Inselbewohner an der Nordsee mit dem Sturm?

Eine Luftaufnahme der ostfriesischen Insel Baltrum
Baltrum ist die kleinste der ostfriesischen Inseln.
deutsche presse agentur

Auf den Nordseeinseln Baltrum und Norderney wird in den nächsten drei Jahren untersucht, welche Rolle die Wahrnehmung und der Umgang mit Wind und Stürmen im Alltag spielen. Ziel des Projektes ist es, von den täglichen Erfahrungen der Insulaner zu lernen und Ideen dafür zu bekommen, wie sich Inselgemeinden noch besser vor Stürmen und Sturmfluten in Zeiten des Klimawandels schützen können.

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Sind Wind und Sturm schon feste Bestandteile des Insel-Alltags?

Bei den Stürmen "Ylenia" und "Zeynep" Mitte Februar 2022 wurde auf Baltrum rund 90 Prozent des Sandstrands abgerissen.
Bei den Stürmen "Ylenia" und "Zeynep" Mitte Februar 2022 wurde auf Baltrum rund 90 Prozent des Sandstrands abgerissen.
sab, dpa, Harm Olchers

"Das Neue an unserem Ansatz ist, dass wir genau analysieren, inwiefern Wind und Sturm ein fester Bestandteil des Alltags sind und was wir aus diesen "Windkulturen" für den Umgang mit und für den Schutz vor Stürmen und Sturmfluten lernen können", sagte Beate Ratter, Professorin für Geografie an der Universität Hamburg. Parallel zur Forschung auf Baltrum und Norderney findet eine Studie auf den Inseln des Penghu Archipel in der Straße von Taiwan statt.

Der interkulturelle Vergleich der Wind- und Sturmkulturen zwischen dem Penghu Archipel und den ostfriesischen Inseln Baltrum und Norderney trage zu einem Ideenaustausch bei, wie man mit Wind und Sturm umgehen könne, erklärte Corinna de Guttry, die für die Fallstudie in Asien verantwortlich ist. "In so einem Vergleich können bestimmt beide Seiten voneinander lernen. Der Klimawandel steht direkt vor unserer Haustür - das sehen wir ja leider gerade", ergänzte Martin Döring, verantwortlich für die Fallstudien auf Baltrum und Norderney.

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Stürme rissen Sandstrand auf Baltrum weg

Der Baltrumer Badestrand ist in der jüngsten Sturmwoche nahezu komplett verschwunden, nicht zuletzt darum begrüßt Bürgermeister Harm Olchers das Forschungsprojekt: "Aktueller könnte eine Untersuchung auf Grund der derzeitigen Situation nicht nur bei uns auf der Insel sein. Gerade durch den großen Sandverlust am Nordstrand sollten wir jede Möglichkeit einer nachhaltigen Stabilisierung auch dieser Bereiche nutzen, um Ressourcen zu schonen und störende Eingriffe in die Natur zu vermeiden."

Das Projekt läuft mit einer ersten Windkartierung und Interviewstudie bis zum 11. März auf Baltrum an und wird auf Norderney im März fortgesetzt. Parallel finden die Studien auf den Penghu-Inseln statt. (dpa/mba)