Neue Details im Disqualifikations-Drama

Eine Anweisung von Aston Martin versaute Vettel Platz 2 in Ungarn

Den Pokal für seinen 2. Platz durfte Sebastian Vettel nach seiner Disqualifikation nicht behalten
Den Pokal für seinen 2. Platz durfte Sebastian Vettel nach seiner Disqualifikation nicht behalten
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27. August 2021 - 18:26 Uhr

Die Nachwehen der Ungarn-Disqualifikation

Was für eine bittere Panne! Noch immer hängt Sebastian Vettel die Disqualifikation in Ungarn nach seinem zweiten Platz nach. Weil er im Ziel zu wenig Sprit im Tank hatte, wurde sein tolles Ergebnis annulliert. Und wie jetzt bekannt wurde, hat eine Entscheidung seines Teams einen großen Anteil daran – was die Angelegenheit für den viermaligen Weltmeister noch bitterer macht.

Vettel bekam die Anweisung, viel Sprit zu verbrauchen

Das Chaos-Rennen in Ungarn, das überraschend Alpine-Pilot Esteban Ocon gewann, schrieb so einige Schlagzeilen. Eine davon war die Disqualifikation des Zweitplatzierten Sebastian Vettel. Dass er nach dem Rennen zu wenig Sprit an Board hatte, war für die Regelhüter vom Internationalen Automobilverband FIA unverzeihlich, auch ein nachgewiesener Defekt am Auto änderte daran nichts.

Dafür, dass Vettel, der in der Wertung der meisten Überholmanöver in dieser Saison vorne liegt, zu wenig Benzin im Tank hatte, war offenbar auch die Strategie seines Teams mitverantwortlich. Wie "auto, motor und sport" berichtet, hatte Aston Martin seinen Fahrer im Rennen angewiesen, möglichst viel Sprit zu verbrennen. Grund: Vettels Wagen war mit zu viel Benzin betankt worden und deshalb zu schwer. "Das Rennen war wegen des Regens am Anfang langsamer als wir dachten", sagte Teammanager Andy Stevenson.

Vettel wünscht sich Veränderungen im Regelwerk

Dadurch hatte man Sprit gespart und Vettel musste nun Gewicht verlieren. Als man bemerkte, dass er bei diesem Vorhaben zu viel Sprit verbraucht hatte – wohl auch wegen einer defekten Benzinpumpe-, war es schon zu spät. Denn das stellte man erst in der letzten Runde fest. Dass tatsächlich weniger als ein Liter noch im Wagen war, kam dann erst bei den obligatorischen Untersuchungen der FIA-Stewards nach dem Rennen heraus.

0,3 Liter fanden die Kommissare in Vettels Tank – das Reglement schreibt aber mindestens einen Liter Restbenzin vor. Die FIA disqualifizierte den 34-Jährigen – auch ein Einspruch half nicht. "Wenn man zurückschaut, dann ist es klar. Die Regeln sind, wie sie sind. Und wir wurden disqualifiziert", sagte Vettel. "Wenn man aber nach vorne schaut, dann ist es natürlich sehr bitter, und diese Umstände, die ich da erlebt habe, wünscht man keinem. Da sollte es mehr Toleranz geben." (sho)