Senioren auf dem Center CourtNoch mit 91 im Tennis-Fieber - Herbert Althaus zeigt, dass Alter nur eine Zahl ist

von Niklas Bönsch

In Essen kämpfen Männer über neunzig Jahre um den Titel des deutschen Hallenmeisters – und beweisen dabei, dass Leidenschaft und Bewegung kein Alter kennen. Einer von ihnen sticht besonders heraus: Herbert Althaus, ein 91-jähriger Ausnahmespieler mit drei WM-Goldmedaillen.

Ein Favorit, der keine Zweifel lässt

Auf den Plätzen in Essen stehen Spieler, die viele längst im Ruhesessel vermuten würden. Stattdessen jagen sie Bällen hinterher, schlagen auf und laufen ans Netz. Fünf Teilnehmer treten jeder gegen jeden an, am Ende entscheidet die Punktzahl. Herbert Althaus, gebürtiger Duisburger, aufgewachsen in Essen und heute in der Nähe von Hamburg zu Hause, gilt als klarer Favorit. Bei der Senioren-Weltmeisterschaft gewann er im vergangenen Jahr dreimal Gold. Im Einzel, Doppel und Mixed. Das Tennisfieber begleitet ihn seit der Jugend – schon damals konnte er vor lauter Vorfreude kaum schlafen, wenn am nächsten Tag ein Spiel anstand.

Tennis als Motor für Körper und Geist

Für Althaus ist Tennis weit mehr als ein Hobby. Er beschreibt den Sport als Motor, der ihn in Bewegung hält – körperlich wie geistig. Wer spiele, bleibe wach, sagt er, und wer wach bleibe, fühle sich jung. Diese Haltung spiegelt sich im gesamten Teilnehmerfeld wider. Die Männer trainieren regelmäßig, stehen konzentriert auf dem Platz und zeigen schnelle Reaktionen, die ihrem Alter widersprechen. Turnierleiterin Sabine Gerke-Hochdörffer begleitet diese Altersklasse seit drei Jahren. Sie kennt ihre Routinen, ihren Humor und ihren Stolz – und staunt immer wieder über das Tempo. Die Spieler über neunzig seien fit, beweglich und voller Spielfreude, erzählt sie.

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Leidenschaft statt Lebensabend im Stillstand

Einer der Teilnehmer steht sogar trotz künstlichem Schultergelenk auf dem Platz und betont, dass genau diese Abwechslung ihn bis heute in Schwung halte. An Rückzug denken hier die wenigsten. Die Männer spielen, weil sie es wollen – nicht, weil sie sich etwas beweisen müssen.