Laserprojektoren sorgen für gestochen scharfe Bilder, doch Popcorn ist der heimliche Star Hinter den Kulissen vom Cineplex in Siegburg
Hightech, große Leinwände und jede Menge Gefühl. Im Cineplex Siegburg steckt hinter dem Kinoerlebnis weit mehr als nur Film und Ton. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, warum moderne Technik wichtig ist – und Popcorn am Ende die Hauptrolle spielt.
Zuschauer mit Anspruch
Direkt neben dem Hauptbahnhof in Siegburg ist das Cineplex. Ein Multiplex-Kino mit sieben Filmsälen. Seit einem Vierteljahrhundert werden dort Abenteuer auf der großen Leinwand gezeigt. Neben den regulären Kinofilmen werden auch Konzerte und Shows übertragen. Aber auch viele Stars schauen auf ihrer Kinotour im größten Kino des Rhein-Sieg-Kreises vorbei, sowie Elyas M´Barek zu „Fack ju Göhte“. Dann flippen vor allem die weiblichen Fans richtig aus. Damit die Zuschauer auch einen Sieben-Kanal-Stereoton geliefert bekommen, muss die Technik regelmäßig überprüft werden. Guido Wehner ist der Theaterleiter. Er startet seinen Dienst mit einem Check in Kino 7. Dort wird neben der Bildschärfe auch jede einzelne Lautsprecher-Box getestet: „Der Kunde ist ja mittlerweile von zu Hause schon ein gutes Bild durch die großen Fernseher gewöhnt“, sagt der 53-Jährige. „Da dürfen wir natürlich in nichts nachstehen. Im Gegenteil, wir müssen es besser machen. Unser Vorteil ist die Größe hier. Aber auch da müssen wir schauen, dass die Helligkeit stimmt, dass die Bildschärfe stimmt. Dass alle Parameter hier optimal sind, damit der Kunde eben ein einwandfreies Kinoerlebnis hat.”
Ein Raum für alle Filme
Die Projektoren für die sieben Kinosäle stehen alle in einem großen Raum unter dem Dach. Früher waren die Filme aus Zelloloid, einer Art Kunstoff. Jeder Film war etwa drei Kilometer lang und lief durch Umlenkrollen von einer sogenannten Tellermaschine in den Projektor. Alles sehr aufwendig, da die Filme in bis zu neun Akten geliefert wurden. Sie mussten vor der ersten Vorstellung immer erst zusammengeschnitten werden. Heute läuft alles digital. In Siegburg gibt es seit kurzer Zeit Laserprojektoren. Sie sorgen für schärfere Bilder und bessere Farben. Der Film wird heute von den Verleihern über eine Datenleitung an die Kinos übertragen. Das geht schnell und erspart eine aufwendige Vorbereitung. Den Job des Filmvorführers gibt es hier nicht mehr.
Größte Kinokette in NRW
Das Cineplex Siegburg gehört zur Brunotte Filmtheater GmbH in Bergisch Gladbach. Es ist die größte Kinokette in NRW. Mit sieben Standorten, 46 Leinwänden und rund 8.000 Sitzplätzen. Allein im vergangenen Jahr kamen rund 1,5 Millionen Besucher. Eine Eintrittskarte kostet im Schnitt 11,50 Euro. Doch was die wenigsten wissen: die Betreiber müssen von jeder Kinokarte hohe Abgaben an die Filmverleiher zahlen. Diese betragen in der Startwoche bis zu 53 Prozent. Auf den Gewinn kommt noch die Mehrwertsteuer drauf. Es bleibt also nicht mehr viel übrig. Deshalb lebt ein Kino von den Nebenumsätzen. Gerade bei Popcorn wird die größte Marge erzielt. Jedes Multiplex-Kino hat eine Popcorn-Küche. Dort wird aus Mais, Zucker und Öl die beliebte Knabberei hergestellt. Allein 2025 wurden im Cineplex Siegburg 14.000 Kilogramm Mais und 7.000 Kilogramm Zucker verarbeitet. Verkauft wurden 83.000 Portionen Popcorn.
Kino bleibt ein Erlebnis
Ein Kino, sieben Filmsäle, ein engagiertes Team und ein Theaterleiter - der sein Hobby zum Beruf gemacht hat. Seit einem Vierteljahrhundert sorgt das Cineplex Siegburg für spannende Abenteuer und große Emotionen auf der Leinwand. Die Mitarbeiter hier hoffen, dass sie den Besuchern weiterhin außergewöhnliche Erlebnisse bieten können, denn nur im Kino ist Kino wirklich Kino!

































