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Formel 1: Monaco-GP in Gefahr - hat das Prestige-Rennen noch eine Zukunft?

Prestige-Rennen in Gefahr

Braucht die F1-Welt noch den Monaco-GP?

General view of the city, F1 Grand Prix of Monaco at Circuit de Monaco on May 20, 2021 in Monte-Carlo, Monaco. Photo by HOCH ZWEI Monte-Carlo Monaco *** General view of the city, F1 Grand Prix of Monaco at Circuit de Monaco on May 20, 2021 in Monte C
Das Fürstentum Monaco
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Monaco ist Formel 1 und die Formel 1 ist Monaco. Doch Konkurrenz durch neue Rennstrecken bringt die Veranstalter unter Zugzwang. Auch die Königsklasse stellt klar: Es gibt keine „heiligen Kühe“ mehr in der Formel 1. Droht das Aus?

Miami und Las Vegas machen Monaco Konkurrenz

Eine Armada an Luxusyachten? Parkt längst auch im künstlichen Hafenbecken von Abu Dhabi. Weltstars im Dutzend? Strahlten neulich in Miami in jede Kamera. Hetzjagden durch Leitplankenkanäle? Gibt es in der Formel 1 mittlerweile auch in Singapur, Dschidda oder Baku. Zumindest der Fürst ist dem Großen Preis von Monaco als Alleinstellungsmerkmal noch geblieben, doch im Ernst: Das Rennen der Rennen kämpft um seinen Sonderstatus.

Spätestens wenn Max Verstappen, Lewis Hamilton und Co. im Herbst 2023 unter Flutlicht den berühmt-berüchtigten Strip in Las Vegas rauf und runter rasen, wird diskutiert werden, ob Monaco noch der Glamour-Grand-Prix der Formel 1 ist. Manch einer fragt gar schon: Hat das Rennen überhaupt eine Zukunft?

Fahrer pro Monaco

Bei den Fahrern gibt es darüber keine zwei Meinungen. "Ich glaube nicht, dass Monaco ersetzt werden kann", sagt Verstappen, immerhin amtierender Weltmeister – und wohnhaft im Steuerparadies an der Cote d'Azur.

Für Mick Schumacher, dessen Vater Michael fünfmal den Klassiker gewann, wäre es "sehr schade", das Rennen zu verlieren. Der 23-Jährige verwies auf die "Triple Crown" des Motorsports: Siege in Monaco, bei den 500 Meilen von Indianapolis und den 24 Stunden von Le Mans gelten als die Königs-Herausforderungen. Kaum vorstellbar, wenn der Krone ein Zacken fehlen würde.

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Macher unter Zugzwang

Einige führende Köpfe der Formel 1 sind aber ins Grübeln geraten. Man müsse das Verhältnis neuer Rennen zu historischen Grands Prix "abwägen", sagte Serienchef Stefano Domenicali vor Saisonbeginn. Die Angebote neuer Veranstalter würden die Organisatoren traditioneller Rennen dazu zwingen, "ihr Qualitätsniveau anzuheben".

Für Red-Bull-Teamchef Christian Horner ist die Formel 1 ohne Monaco zwar "unvorstellbar", doch der Brite warf auch ein: "Monaco ist wegen seines Erbes und seiner Geschichte dabei. Das ist alles." Auch das "Kronjuwel" müsse mit der Zeit gehen, so Horner, denn: "Wenn man stehen bleibt, dann geht man rückwärts. Das gilt für alle Aspekte des Sports."

Hinter solchen Aussagen darf man Kalkül vermuten. Die Formel 1 boomt wie lange nicht. Der Kalender umfasst in diesem Jahr 22 Rennen, weitere Veranstalter würden gern dazugehören, die Belastungsgrenze der Königsklassen-Nomaden ist aber erreicht.

Vertrag läuft aus

Die Formel 1 setzt deswegen den Rotstift an. Bis inklusive 2021 gönnte die Rennserie der Veranstaltung im Fürstentum die Extravaganz eines Ruhetages am Freitag. Damit ist nun Schluss.

Hinzu kommt die anhaltende Kritik an der Streckenführung, die seit der Premiere 1929 praktisch unverändert ist. Die Autos aber sind viel schneller geworden - und fahren mangels Überholmöglichkeiten meist nur hintereinander her.

Und dann ist da noch das liebe Geld. Der Vertrag zwischen dem Automobil-Club von Monaco und der Formel 1 läuft nach dem Rennen am Sonntag (15.00 Uhr/Liveticker bei RTL.de) aus. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Monaco beim Antrittsgeld am Tabellenende rangiert - zu sehr war die Motorsport-Königsklasse bislang auf den Glamour des Rennens angewiesen. Doch die Zeiten haben sich geändert. Will Monaco bleiben, muss es sich wohl bewegen. (msc/sid)