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Formel 1: "Mick Schumacher hat es klar verbockt" - Christian Danner über Kumpel-Crash mit Sebastian Vettel

Kumpel-Crash mit Vettel

Danner redet Tacheles: Mick hat es klar verbockt

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Die verhängnisvolle Szene von Mick Schumacher und Sebastian Vettel.
www.imago-images.de, IMAGO/PanoramiC, IMAGO/FLORENT GOODEN

von Emmanuel Schneider

Es war die Szene des Miami-GP – zumindest aus deutscher Sicht. Kurz vor Ende des Rennens in Florida crasht Mick Schumacher in seinen Formel-1-Freund Sebastian Vettel und bringt beide um die Punkte. Für RTL-Experten Christian Danner ist ganz klar, wer die Schuld an dem folgenreichen Zusammenstoß trägt.

Punkte-Traum platzt kurz vor Rennende

Ein Crash mit besonders bitterer Note. Denn so nah war Mick Schumacher den ersten Punkten in der Formel 1 noch nie.Der 23-Jährige lag kurz vor Rennende in Miami auf Rang 9, die ersten beiden WM-Zähler zum Greifen nahe. Vor dem Haas-Piloten fuhr Sebastian Vettel auf Rang acht liegend.

Dann die Attacke von Schumacher: In Kurve 1 von Runde 54 will Schumi jr am F1-Routinier vorbeiziehen, Vettel lenkt ein – der Zusammenprall ist nicht mehr zu verhindern. Beide gebeutelten Piloten müssen in die Box abdrehen, Schumacher bekommt eine neuen Frontspoiler und fällt auf Rang 15 zurück, Vettel muss das Rennen in der Garage beenden. Statt Punkte-Party in Miami gibt es lange Gesichter.

Wer Schuld hat an dem Crash hat, steht für RTL-Experte Christian Danner außer Frage. „Mick hat das klar verbockt. Er wollte seinen vorher gemachten Fehler gutmachen – da wäre er fast rausgerutscht, dabei hatte ihn Vettel überholt. In solch einer Situation muss man einfach einen kühlen Kopf behalten und sagen: Den Punkt nehme ich jetzt mit.“

"Schon viel Schrott dabei"

Ein Fehler sei nun mal ein Fehler, so Danner weiter. Aber: „Es addiert sich nur bei ihm ein bisschen viel. Es war schon viel Schrott dabei, wenn man es sich genau anschaut.“

Im Vergleich zum vergangenen Jahr, als er noch gegen den limitierten Nikita Mazepin fuhr, hat Schumacher im teaminternen Vergleich gegen den Formel-1-Veteranen Kevin Magnussen nun das Nachsehen. Und der Crash gegen Vettel war nicht der erste Fehler der Saison. Erst beim vergangenen Rennen kosteten ihn zwei Fahrfehler eine bessere Platzierung.

Für Schumacher war es indes erst das 26. F1-Rennen der Karriere. Der 23-Jährige lernt immer noch viel dazu. Trotzdem ist klar: Die Fehlerquote muss runter. Doch so langsam scheint etwas die Zeit wegzurennen.

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Danner traut Schumacher zwar zu, „dass er daraus seine Lehren ziehen wird“. Der ehemalige F1-Fahrer warnt aber auch: „Es ist allerdings höchste Zeit. Man schaut in der Formel 1 auf junge Piloten schon sehr genau hin und da ist man, wenn man Verstappen, Leclerc oder Norris sieht, als die neu in die Formel 1 kamen, eine Qualität gewöhnt, die man von allen anderen auch einfordert.“

Grundsätzlich müsse man „als Formel-1-Fahrer auf der höchsten Stufe des Welt-Motorsports mit egal wie schwierigen Situationen klarkommen und klarkommen lernen, wenn man Schwierigkeiten hat“, so Danner. „Ich traue Mick zu, dass er die Latte so viel höher legen kann, um seinen eigenen Ansprüchen und denen des Teams und der Formel 1 zu genügen. Aber er muss noch ein bisschen dazulernen. So wie es jetzt lief, ist es nicht optimal.“

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Ferrari aktuell kein Thema

Als Mitglied der Ferrari-Nachwuchsakademie und aktueller Ersatzfahrer der Scuderia ist die Hoffnung bei deutschen Fans groß, dass Schumacher mittelfristig im Ferrari-Cockpit Platz nehmen wird. Stand jetzt sei das Thema aber überhaupt nicht akut, glaubt Danner.

„Das sehe ich überhaupt nicht. Was soll Ferrari jetzt über Mick Schumacher nachdenken, wenn man mit Leclerc und Sainz zwei Fahrer hat, die konstant aufs Podium fahren können? Die haben gerade wirklich keinen Bedarf.“ Zumal Sainz erst vor zwei Wochen seinen Vertrag in Maranello bis 2024 verlängert hat.

Mick hat derzeit andere Probleme. „Er sollte eher schauen, dass er in Formel 1 bleiben kann. Dazu muss er jetzt nachlegen und Fehlervermeidung betreiben. Er kann das. Man muss das aktiv in Angriff nehmen, dann schauen wir in zwei, drei Jahren, was einen möglichen Ferrari-Platz angeht“, sagt Danner mit Blick auf die Zukunft.

Die Gegenwart heiß bis dahin: Mittelfeld mit Haas – und auch das Erklären von Patzern. Nach dem Crash mit Vettel gab sich Schumacher gekonnt diplomatisch. Ich hätte dahinter bleiben können oder stärker versuchen können, vorbeizufahren", meinte Schumacher. Schuldzuweisungen vermieden beide Piloten. „Sehr schade für uns beide. Ich werde sicher mit ihm drüber sprechen.“