Schumacher mit bestem Karriere-Ergebnis

Leclerc versaut Verstappen die Oranje-Party in Spielberg

 Formula 1 2022: Austrian GP RED BULL RING, AUSTRIA - JULY 10: Charles Leclerc, Ferrari F1-75, leads Max Verstappen, Red Bull Racing RB18 during the Austrian GP at Red Bull Ring on Sunday July 10, 2022 in Spielberg, Austria. Photo by Zak Mauger / LAT
Charles Leclerc gewann in Spielberg vor Max Verstappen
www.imago-images.de, IMAGO/Motorsport Images, IMAGO/Zak Mauger

Charles Leclerc hat die Oranje-Party in Spielberg gecrasht und den Großen Preis von Österreich gewonnen. Der Ferrari-Pilot rettete beim Red-Bull-Heimspiel in der Steiermark trotz Problemen mit dem Gaspedal den Sieg vor Weltmeister Max Verstappen ins Ziel. Formel-1-Rekordchampion Lewis Hamilton wurde im Mercedes Dritter. Wermutstropfen für die Scuderia: Carlos Sainz schied 14 Runden vor der Zielflagge auf Position 3 liegend mit einem brennenden Ferrari aus. Ein Doppelsieg der Roten wäre sonst sehr wahrscheinlich gewesen.

Durch seinen dritten Saisonsieg verbesserte sich Leclerc in der WM-Wertung auf Rang 2, liegt nach dem elften Rennen des Jahres 38 Punkte hinter Verstappen. Dessen Red-Bull-Kollege Sergio Perez schied in Spielberg aus und fiel im Ranking auf Platz 3 zurück.

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Mick Schumacher so gut wie noch nie

Mick Schumacher machte eine Woche nach seinen ersten F1-Punkten in Silverstone erneut fette Beute und feierte in der Steiermark das beste Ergebnis seiner Karriere: Der Haas-Pilot raste nach einem blitzsauberen Rennen auf Rang 6 – acht Zähler fürs WM-Konto. Gut für Schumachers Selbstbewusstsein: Stallrivale Kevin Magnussen kam hinter dem 23-Jährigen als Achter ins Ziel.

Bei Sebastian Vettel lief wie schon das gesamte Wochenende nichts zusammen: Nachdem sich der Aston-Martin-Pilot auf Rang 13 vorgearbeitet hatte, wurde er von AlphaTauri-Mann Pierre Gasly ins Kiesbett geschossen. Nach 71 Runden stand für Vettel so nur Rang 17 zu Buche.

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Leclerc: "Diesen Sieg habe ich gebraucht"

"Es hat sich komisch angefühlt. Das Pedal kam nicht mehr richtig zurück. Aber es hat ja gehalten", kommentierte Leclerc seine Zitterpartie in den letzten Runden. „Diesen Sieg habe ich wirklich gebraucht, es waren fünf schwere Rennen für mich. Jetzt haben wir wieder gezeigt, dass wir es schaffen können.“

Für den Ferrari-Star war es der erste Sieg seit dem Australien-GP im April, Verstappen musste sich nach seinem Erfolg im Samstags-Sprint mit dem Silberrang begnügen. „Das war ein schwieriger Tag. Wir hatten einige Probleme mit den Reifen. Es wurde mit jeder Mischung besser. Ein guter Kampf mit Charles, der zweite Platz ist trotzdem ein gutes Ergebnis. Es ist toll, so viele Fans hier in Österreich zu sehen. Leider konnte ich ihnen keinen Sieg schenken“, sagte der Holländer.

TV-Tipp: Diese Formel-1-Rennen überträgt RTL 2022 im Free-TV

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Der Spielberg-Thriller im Zeitraffer

Vor dem Start: Alpine-Pilot Alonso startet nach seinem Defekt im Sprint von ganz hinten, Bottas im Alfa Romeo nach einem Motorwechsel aus der Box. Beide gehen das Rennen mit harten Reifen an, ebenso Vettel, Zhou und Tsunoda. Der Rest hat Medium-Pneus aufgeschnallt.

Start/Runde 1: Verstappen und Leclerc behaupten ihre Positionen, dahinter greift Russell den Ferrari von Sainz an. Der Brite sticht in Kurve 1 innen durch, ehe der Spanier auf dem Bergaufstück zur Remus-Spitzkehre kontert. Perez rückt auf, will in Kurve 4 außen an Russell vorbei – das Manöver misslingt, der Mexikaner dreht sich ins Kiesbett, fällt auf den letzten Platz zurück. Vettel bekommt ein Teil des „Bullen“ ab, meldet einen Schaden an seinem Aston Martin. Der 35-Jährige beendet die erste Runde auf P18. Schumacher hängt als Achter Hamilton im Nacken.

Runde 5: Schumacher lässt es krachen, nutzt einen Hamilton-Schnitzer in Turn 1 aus, um den Rekordchampion auf der Vollgaspassage auszubeschleunigen. Der 23-Jährige eröffnet sofort die Jagd auf seinen Stallrivalen Magnussen (P6).

Runde 8/9: Leclerc macht Druck auf den führenden Verstappen, hängt dem Red-Bull-Piloten Runde um Runde im DRS-Fenster. Für eine Attacke reicht es aber noch nicht. Sainz kann die Pace nicht mitgehen, ist als Dritter 2,5 Sekunden zurück.

Runde 10: In der Spitzkehre zuckt Leclerc auf einmal nach innen, greift überraschend an. Verstappen aber hat zunächst die bessere Traktion, wehrt so auch Leclercs Attacke in Kurve 4 innen souverän ab. „Ich kann das nicht lange halten“, funkt der Holländer durch.

Schlechte Kunde für Russell: Der Brite kassiert für die Kollision mit Perez eine 5-Sekunden-Strafe.

Runde 12: Leclerc on fire! Der Monegasse setzt sich in Kurve 4 ganz spät innen neben Verstappen, bremst den Weltmeister auf der letzten Rille aus und übernimmt die Führung.

Früher Feierabend für Perez

Runde 14: Verstappen holt sich frische, harte Walzen, greift als Achter wieder ins Geschehen ein.

Runde 15/16: Schumacher hängt hinter Magnussen fest. Hamilton nutzt das und reitet in Kurve 6 ein verwegenes Manöver, presst sich eiskalt am Youngster vorbei. Eine Runde später ist Magnussen fällig. Der Däne biegt zum Boxenstopp ab, wenig später fliegt Verstappen an Schumi jr. vorbei auf P5.

Runde 17: Schumacher holt sich frische Pneus. Bitter: Mick sortiert sich hinter beiden McLaren als 14. ein, hat somit Boden auf Magnussen verloren.

Runde 18: Verstappen jagt auf dem Bergaufstück neben Hamilton – der natürlich keinen Passierschein ausstellt. Erst auf dem Weg zu Turn 4 runter, rast der Holländer am Silberpfeil vorbei auf Rang 3. Sein Rückstand auf Leclerc: rund 20 Sekunden.

Runde 20/21: Schumacher auf dem Vormarsch: Der Haas-Pilot krallt sich McLaren-Mann Ricciardo und ist 13. Vettel hat sich derweil auf Platz 10 vorgearbeitet, aber auch noch keinen Boxenstopp absolviert. Nach dem Reifenservice in Umlauf 21 fällt er auf 19 zurück.

Runde 24-26: Ein ganz heißer Mittelfeld-Fight in der Spitzkehre: Magnussen schnupft Alonso auf, auch Norris geht am Spanier vorbei. Schumacher bremst sich an Zhou vorbei und bleibt dran.

Bei Perez ist der Schaden am Red Bull zu groß – Feierabend für „Checo“.

Runde 27-30: Erst Leclerc, dann Sainz: Die Ferrari-Stopps klappen heute problemlos, beide bekommen harte Schluffen. Verstappen übernimmt die Spitze vor den Roten wieder. Die Frage: Setzt Red Bull nach dem frühen Verstappen-Service auf eine 2-Stopp-Strategie? Bei Ferrari sieht alles nach 1-Stopp-Strategie aus, ebenso bei Hamilton. Der Mercedes-Star stoppt als letzter Top-Pilot, kommt als Fünfter zurück. Dank frischer Pneus ist der Alpine von Ocon für Hamilton aber sofort leichte Beute.

Leclerc lässt Verstappen stehen

Runde 32: Leclerc holt seit seinem Pit-Stopp in Riesenschritten auf Verstappen auf, hängt dem Holländer jetzt im DRS-Fenster.

Runde 33: Keine Chance für Verstappen, Leclerc fliegt am Red Bull vorbei. „Mal hab ich Grip, dann wieder nicht. Das Auto ist unvorhersehbar“, klagt der Holländer. Von der Regie zunächst unbemerkt, kassiert Mick endlich Haas-Rivale Magnussen. Er nutzt einen Patzer des Dänen und geht in der Rindt-Kurve kompromisslos vorbei.

Runde 36: Verstappen biegt zum zweiten Stopp ab, holt sich noch einmal neue harte Gummis. Der Titelverteidiger gibt mit rund 26 Sekunden Rückstand auf Leclerc wieder Gas.

Runde 40: Vettel im Kies! In Kurve 4 schiebt sich der Routinier außen an Gasly vorbei. Der AlphaTauri gibt aber nicht klein bei und schickt die „Biene“ in die Botanik. „Er muss mir die Kurve geben, ich hatte die Nase vorne. Was stimmt mit diesen Jungs nicht?!“, empört sich Vettel am Funk. Der Franzose kassiert kurz darauf eine 5-Sekunden-Strafe, Vettel verliert einige Positionen, fällt von 13 auf 16 zurück.

Runde 46: Schumacher will nach seinem zweiten Stopp sofort an Aston-Martin-Blocker Stroll vorbei. Der Kanadier aber wehrt sich mit allen Mitteln, Mick verliert wertvolle Zeit, muss auch noch Leclerc unter Blauen Flaggen passieren lassen. So rückt ihm Magnussen wieder auf die Pelle.

Runde 48: Jetzt aber! In der Spitzkehre fliegen beide Haas an Stroll vorbei, übernehmen die Plätze 8 und 9.

Runde 50/51: Auch Ferrari setzt auf eine 2-Stopp-Strategie: Leclerc und Sainz holen sich nochmals harte Walzen. Verstappen übernimmt die Führung – liegt aber nur drei Sekunden vor Leclerc und hat die deutlich älteren Reifen.

Runde 53: Lange Gesichter auf den Oranje-Tribünen: Leclerc lässt Verstappen ausgangs der Remus förmlich stehen, nimmt wieder Kurs Richtung Sieg.

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Sainz' Ferrari geht in Rauch auf

Runde 57: Ferrari und die Zuverlässigkeit! Sainz rollt mit brennendem Boliden aus. „No, no, no, no!“, schreit der Spanier entgeistert. Entsetzte Gesichter in der Scuderia-Box. Der wahrscheinliche zweite Platz geht in Rauch auf. Die Streckenposten rücken mit dem Feuerlöscher an, das Virtual Safety Car wird aktiviert. Leclerc und Verstappen nutzen das sofort für einen Extra-Stopp, schnappen sich Medium-Pneus. Die Haas fahren durch, Schumacher und Magnussen rücken auf die Plätze 6 und 7 vor.

Runde 60: Das Rennen läuft wieder mit Vollgas. Und was hören wir im Ferrari-Teamradio? „Ich habe Probleme mit dem Gaspedal“, funkt Leclerc durch. Gibt’s denn das?!

Runde 61-Ziel: Was für eine Zitterpartie! Runde um Runde meldet Leclerc Probleme, Runde um Runde kommt Verstappen näher. Doch am Ende hält der Ferrari durch, der Monegasse feiert mit 1,5 Sekunden Vorsprung seinen dritten Saisonsieg, steht erstmals seit Miami wieder auf dem Podest.

„Wow, ich hatte Angst“, funkt Leclerc erleichtert durch, ehe ein Jubelschrei folgt: „Jaaaaaaaaaaaaaaaaa!“ Verstappen fährt als Zweiter weit vor den Mercedes-Piloten Hamilton und Russell über den Zielstrich, Ocon macht mit Rang 5 Alpine froh. Dahinter jubelt Schumacher über sein bestes Karriere-Ergebnis, Norris wird Siebter, Magnussen vervollständigt das tolle Haas-Ergebnis. Ricciardo und Alonso komplettieren die Top 10, Vettel trudelt als 15. ein. (mar)