„Der Kerl kostet uns noch die Position“

Mercedes-Teamchef Toto Wolff meckert wegen Mazepin

Nikita Mazepin vor Lewis Hamilton
Nikita Mazepin vor Lewis Hamilton
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10. Mai 2021 - 19:24 Uhr

Formel 1: Toto Wolff funkt an die Rennleitung

Haas-Pilot Nikita Mazepin stand beim Großen Preis von Spanien wieder einmal im Fokus. Grund dafür war diesmal ein Überholmanöver von Lewis Hamilton und ein unerwarteter Funkspruch von Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Aus Angst vor Zeitverlust schaltete sich der Österreicher schnell via Funk ein.

Hamilton jagt Verstappen, Mazepin im Weg

"Michael, blaue Flaggen! Michael, dieser Kerl kostet uns die Position!", funkte Wolff an FIA-Rennleiter Michael Masi. Der Mercedes-Capo befürchtete, dass Hamilton hinter dem Schlusslicht Mazepin wichtige Zeit im Fernduell um die Spitzenposition einbüßen würde.

Die Szene ereignete sich in der 26. Runde auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya. Hamilton, der sich gerade auf der Jagd nach Max Verstappen befand, wollte Mazepin überholen. Der Red-Bull Mann hatte zuvor einen Stopp eingelegt, der in die Hose ging. Für Hamilton zählte also jede Zehntelsekunde. Und Wolff funkte los, was viele Formel-1-Fans erheiterte.

Toto Wolff: "Unendliche Katastrophe"

"Ich habe es nur kommentiert", sagte Wolff nach dem Rennen bei Sky zu seiner Intervention. "Ich muss Rücksicht nehmen auf die Jungen, die müssen Kilometer fahren. Aber wenn du mit niemandem kämpfst, keiner meilenweit hinter dir ist und es gegen den potenziell Führenden der Meisterschaft geht, dann verstehe ich nicht, warum er da keine Nachricht bekommt. Das ist eine unendliche Katastrophe", ärgerte sich Wolff.

Und Mazepin eilt schon nach den ersten Rennen ein Ruf voraus. Einige Male hielt er sich gewollt und ungewollt nicht ans Gentlemen's Agreement im Qualifying, wonach sich Fahrer auf der Vorbereitung zur schnellen Runde nicht überholen. In Barcelona erwischte es Lando Norris (McLaren). Beim Rennen in Portugal behinderte Mazepin Sergio Perez ebenfalls beim Überholen. Gründe für erhöhten Puls bei Wolff und Co. – durchaus vorhanden.

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Günther Steiner: "Vielleicht ist Toto einfach Toto"

Haas-Teamchef Steiner nahm die Aufregung um den Funkspruch locker. "Ich kann das nicht kommentieren, ich kenne die genauen Umstände nicht. Aber ich denke, dass Nikita heute einen guten Job gemacht hat, aus dem Weg zu fahren", so der Mazepin-Boss, der noch eine eigenen Erklärungsansatz parat hatte. "Vielleicht ist Toto einfach Toto und stellt einfach klar, wer das Sagen hat und dass alle springen, wenn er daherkommt. Und er hat nicht seine Leute die Arbeit machen lassen. Da will er ein bisschen Publicity, denke ich!"

So oder so: Hamilton zog an Mazepin vorbei und gewann dank der herausragenden Strategie seiner Taktik-Köpfe auch das Rennen in Spanien.

MSC

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