Medizinische Sensation in Spanien„Ich sehe wieder mich” – Carme bekommt Gesicht einer Toten transplantiert

Sie hat ihr Lächeln zurück: Carme präsentiert stolz ihr neues Gesicht.
Sie hat ihr Lächeln zurück: Carme präsentiert stolz ihr neues Gesicht.
Reuters

Eine Frau entscheidet sich bewusst für den Tod – und spendet vorher ihr Gesicht.
Mit ihrem letzten Wunsch rettet sie das Leben der entstellten Carme. Nach einem Insektenstich kann die Spanierin nicht mehr richtig sprechen, essen oder sehen. Jetzt erzählt sie selbst, wie es sich anfühlt, mit einem neuen Gesicht in den Spiegel zu schauen.

Spenderin gibt ihr Gesicht vor dem assistierten Tod

Im Vall d’Hebron Krankenhaus in Barcelona (Spanien) führen Ärzte im Herbst 2025 eine weltweit einmalige Gesichtstransplantation durch. Über 100 Experten sind an dem hochkomplexen Eingriff beteiligt, darunter Psychiater und Immunologen, teilt die Klinik mit. Transplantiert wird zusammengesetztes Gewebe aus dem zentralen Gesichtsbereich.

Carme mit dem Ärzteteam des Vall d’Hebron Krankenhauses – über 100 Experten ermöglichen ihr das neue Gesicht.
Carme mit dem Ärzteteam des Vall d’Hebron Krankenhauses – über 100 Experten ermöglichen ihr das neue Gesicht.
Reuters

Das Unfassbare: Eine Spenderin stellt ihr Gesicht zur Verfügung, kurz bevor sie einen assistierten Sterbeprozess durchläuft – eine Weltpremiere. Die Transplantationskoordinatorin Elisabeth Navas zeigt sich tief bewegt. Die Spenderin habe „ein Maß an Reife gezeigt, das einen sprachlos macht“, sagt der Nachrichtenagentur Reuters. „Jemand, der beschlossen hat, sein Leben zu beenden, widmet einen seiner letzten Wünsche einem Fremden und gibt ihm eine zweite Chance von diesem Ausmaß.“

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Nach einem Insektenstich bekommt Carme eine Nekrose

Die Empfängerin heißt Carme. Mehr Details gibt das Krankenhaus zum Schutz ihrer Privatsphäre nicht bekannt. Nach einem Insektenstich entwickelt sie eine schwere bakterielle Infektion, Gewebe im Gesicht stirbt ab. Carme kann nicht mehr richtig essen, sprechen oder sehen. Ihr Gesicht wird massiv zerstört. Nur die möfgliche Transplantation gibt ihr Hoffnung.

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Für solche Operationen müssen Spender und Empfänger exakt passen: gleiches Geschlecht, gleiche Blutgruppe, ähnliche Kopfgröße. Das macht Transplantate extrem selten.

Carmes neues Ich

Für Carme ist das Wunder nun Realität. Am Montag (2. Februar) steht sie vor der Presse, um der Welt ihr neues Gesicht und damit ihr neues Ich zu zeigen. Die Heilung verlaufe sehr gut, die komplexen Gefäße und Gewebeschichten wachsen zusammen – Schritt für Schritt. „Jetzt ist es Zeit für meine Übungen. Natürlich will ich mein Gesicht wieder normal bewegen können, so wie früher. Ich habe es geliebt zu lachen. Und jetzt lache ich auch, aber es ist ein etwas seltsames Lachen.”, erzählt sie auf der Pressekonferenz.

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Carme ist dankbar: „Das Krankenhausteam hat alles getan, was es tun konnte und unterstützt mich. Vor allem, von ganzem Herzen: Danke an die Spenderin und ihre Familie.” Trotz der fremden Züge fühlt sie sich endlich wieder angekommen. „Wenn ich zu Hause in den Spiegel schaue, denke ich, dass ich langsam wieder mehr wie ich selbst aussehe“, meint sie.

Das Krankenhaus in Barcelona gilt als Vorreiter: bereits 2010 führen Ärzte dort die erste vollständige Gesichtstransplantation der Welt durch. Spanien gehört schon seit Jahrzehnten zu den weltweit führenden Ländern bei Organtransplantationen. (nha)

Verwendete Quellen: Reuters

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Wenn ihr schnell Hilfe braucht, dann findet ihr unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Menschen, die euch Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.