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Finanztest: Das sind die besten Rechtsschutzversicherungen

Keine Angst vor Anwaltskosten

Finanztest: Das sind die besten Rechtsschutzversicherungen

Deutsches Gesetzbuch im Vordergrund,  Anwalt im Hintergrund
Die Kosten für eine Anwältin oder einen Anwalt können schnell Tausende von Euro betragen.
Oliver Nowak, iStockphoto

Egal ob bei Verträgen, im Beruf oder im Verkehr: Landet ein Streitfall vor Gericht, wird es schnell teuer – so teuer, dass viele den Gang zu einer Anwältin oder einem Anwalt von vornherein scheuen. Eine Rechtsschutzversicherung kann solche immensen Kostenberge verhindern, doch vor dem Abschluss sollte man sich genau informieren und aufs Kleingedruckte achten: Nicht jeder Fall ist automatisch abgedeckt. Finanztest hat jetzt 60 Policen auf ihre Bedingungen und den Versicherungsumfang geprüft. Wir verraten Ihnen die Testsieger.

Eine Versicherung, alles drin? Leider nein

Privat, Beruf, Verkehr: Das sind die Lebensbereiche, die die getesteten Versicherungen abdecken. Dazu gehören zum Beispiel der Streit um ein Verkehrsdelikt wie Alkohol am Steuer, Hilfe, wenn im Job die Kündigung droht oder der Vertragsrechtschutz, der grundsätzlich bei Streitigkeiten mit Vertragspartnern wie etwa Reiseveranstaltern, Fitnessstudios oder Handwerkern greift. Doch insbesondere bei letzteren beinhalten viele Policen diverse Ausnahmen, etwa wenn es um die Beratung zu Geldanlagen oder Bauland geht.

Auch wer als Mieterin oder Mieter auf der sicheren Seite sein will, muss in der Regel den Baustein „Wohnen“ dazubuchen. Wer Kosten sparen will, kann wiederum andere weglassen, als Gewerkschaftsmitglied zum Beispiel den Bereich „Beruf“. Die Policen im Test schließen zudem die Familie der versicherten Person mit ein; für Alleinstehende sind die Jahresbeiträge niedriger. Es gilt also, sich ganz genau zu erkundigen, ob die jeweilige Rechtsschutzversicherung auch wirklich die individuellen Bedürfnisse abdeckt.

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Die Testsieger

Mit 90 Prozent war die Bewertung des Versicherungsumfangs der wichtigste Teil des Qualitätsurteils von Finanztest. 10 Prozent der Benotung entstanden durch die Verständlichkeit des Kleingedruckten. Insgesamt waren 26 der Rechtsschutzversicherungen „gut“ und 33 „befriedigend“. Eine Police ist mit „ausreichend“ das Schlusslicht: Der Versicherungsumfang der DMBRS „Securo Premium“ (Note 3,6) ließ zu wünschen übrig.

Mit der Note 1,9 wurden hingegen drei Versicherungen Testsieger – der Jahresbeitrag gilt bei einer Selbstbeteiligung von 150 Euro im Fall eines Rechtsstreits:

  • ADAC Tarif Premium – 365 Euro
  • Arag Aktiv Premium – 478 bis 569 Euro
  • Arag Aktiv Premium Flex – 574 bis 683 Euro

Die Police des ADAC bekam mit 1,8 die Bestnote in Sachen Versicherungsumfang und deckt zum Beispiel auch Rechtstreitigkeiten ab, deren Auslöser bereits vor dem Abschluss der Versicherung stattgefunden haben. Allerdings ist sie als Einzige kein Mitglied bei der Schlichtungsstelle Versicherungsombudsmann. Das bedeutet, dass Versicherte keine kostenfreie Beschwerdestelle haben, wenn es zu einem Streit mit der Versicherung selbst kommen sollte, etwa bei der Verweigerung einer Kostenübernahme. Eine Alternative ist da laut Finanztest zum Beispiel die PBV Plus von Huk-Coburg (Note 2,2) – mit einem Jahresbeitrag von 267 bis 308 Euro ist sie der Preis-Leistungs-Sieger des Tests.

Die komplette Tabelle mit allen Ergebnissen finden Sie auf der Website von Finanztest.

Übrigens: Finanztest rät in jedem Fall zu einer Selbstbeteiligung von mindestens 150 Euro, da der Jahresbeitrag sonst deutlich höher ausfallen würde. Anders als bei der Haftpflicht und anderen Versicherungen zahlt sich ein Wechsel außerdem nur selten aus, da die älteren Angebote meist besser sind als neue. (rka)

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