Bitte hab Verständnis dafür, dass wir in diesem Browser keine optimale Nutzung von RTL.de gewährleisten können. Bitte benutze einen aktuelleren Browser (z.B. Chrome, Firefox, Safari oder Edge), damit du die Seite wie gewohnt nutzen kannst.

Clan-Mitglied war als Müllmann verkleidet

Festnahme nach Raubüberfall am Berliner Ku'damm: Das ist der 30-jährige Verdächtige!

Muhamed Remmo soll einen Geldtransporter in Berlin überfallen haben.
Muhamed Remmo soll einen Geldtransporter in Berlin überfallen haben.
© Olaf Wagner

23. März 2021 - 17:46 Uhr

Mohamed Remmo bekam Haftstrafe kurz vor dem Überfall

Zu viert überfielen sie als Müllmänner verkleidet Mitte Februar einen Geldtransporter mitten auf dem Kurfürstendamm in Berlin. Jetzt hat die Polizei einen von ihnen festgenommen. Wie RTL aus Ermittlerkreisen erfuhr, handelt es sich dabei um Clan-Mitglied Muhamed Remmo. Der 30-Jährige ist für die Polizei kein Unbekannter. Ganz im Gegenteil: Nur wenige Tage vor dem Überfall, am 3. Februar 2021, ist er zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Kudamm-Räuber Remmo versuchte Polizisten umzufahren

Muhamed Remmo ist bereits durch mehrere schwerstkriminelle Handlungen bei der Polizei aufgefallen. Zuletzt machte er im April 2020 Schlagzeilen, als er auf dem Weg zu seiner kranken Mutter ins Urbankrankenhaus mit 93 km/h in einer 30er Zone in eine Geschwindigkeitskontrolle geriet.

Ein Beamter versuchte damals, den Porsche fahrenden Remmo zu stoppen, doch der habe auf das Gaspedal gedrückt und sei dann bewusst auf den Polizeihauptkommissar zugefahren. Selbst als dieser versuchte, zu flüchten, habe der 30-Jährige den Wagen umgelenkt und sei nochmals gezielt auf den Beamten zugerast. Dieser konnte sich offenbar nur durch einen Sprung zur Seite retten. Daraufhin soll Remmo geflohen sein und habe sich mit einer zivilen Streife eine wilde Verfolgungsjagd geliefert, bis diese wegen der hohen Eigengefährdung durch die Beamten beendet wurde.

Benjamin Jendro, Sprecher der Berliner Gewerkschaft der Polizei, sagte damals zu dem Vorfall: "Wer sich einer Verkehrskontrolle entzieht und nicht davor zurückschreckt, einen Menschen umzufahren, begeht ein versuchtes Tötungsdelikt. Wer das anders sieht und klein redet, pflegt genau die falsch verstandene Toleranz, die uns zu den heutigen Problemen bei arabischen Clans in der organisierten Kriminalität gebracht hat."

Remmo-Clan rast durch Geschwindigkeitskontrolle

Benjamin Jendro: „Knast macht Männer“

Für sein Handeln hinter dem Steuer wurde Muhamed Remmo am 03. Februar 2021 schließlich vom zuständigen Gericht zu einer Haftstrafe von einem Jahr verurteilt und aus der Untersuchungshaft entlassen. Dass er kurz danach erneut kriminell wird und den Geldtransporter in Berlin überfällt, beschäftigt auch Benjamin Jendro. "Das sollte man sich mal vergegenwärtigen: die Person ist zwei Wochen draußen und begeht dann solch eine Straftat, was uns schon auch deutlich zeigt, dass der Rechtsstaat da immer noch nicht akzeptiert wird", sagt er einen Tag nach der Festnahme im Interview mit RTL.

Remmo-Clan-Mitglied versuchte, Polizisten umzufahren
Muhamed Remmo ist am am 03. Februar 2021 zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt worden.
© Olaf Wagner

Innerhalb des Clans sei es sogar angesehen, wenn man bereits in jungen Jahren ins Jugendgefängnis muss. "Knast macht Männer", betont er mehrmals. Von den Müttern und Schwestern werde das ebenfalls mitgetragen.

Großer Ermittlungserfolg in Berlin

Wie die Polizei und Generalstaatsanwaltschaft Berlin in einer gemeinsamen Pressemitteilung verkündeten, hatten Spezialeinsatzkräfte das Remmo-Mitglied am Montagabend gegen 19:45 Uhr in der Lietzenburger Straße in Wilmersdorf festgenommen und heute einem Richter zur Verkündung des Haftbefehls wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung überstellt.

Geldtransporter-Überfälle werden eigentlich eher selten aufgeklärt, erklärt Benjamin Jendro von der GdP, "deshalb ist das ein großer Ermittlungserfolg".

DNA-Spuren hatten den 30-jährigen Muhamed Remmo schließlich überführt. "Dass wir immer wieder DNA-Spuren an Tatorten finden, spricht nicht dafür, dass wir es hier mit sehr intellektuellen Personen zu tun haben", meint Jendro ernst und fügt hinzu, "Da fragt man sich: Lohnt es sich, wenn ich kriminell bin, wenn ich dem Rechtsstaat immer wieder ins Gesicht spucke oder passiert mir auch mal was?"

Zu den anderen Mittätern fehlt bisher noch die Spur. Jendro glaubt auch nicht daran, dass Muhamed Remmo einen seiner Mittäter verrät. "Das ist Aufgabe der ermittelnden Kollegen und Kolleginnen da noch etwas in Erkenntnis zu bringen." Wie die Polizei und die Staatsanwaltschaft Berlin mitteilten, sitzt der Beschuldigte derzeit in Untersuchungshaft.

Die Remmo-Familie und ihre kriminelle Akte

Die kriminelle Ader von Muhamed liegt in der Familie. Die Remmos sind der Polizei seit Jahrzehnten bekannt. Immer wieder begehen die Mitglieder der arabischen Großfamilie schwere Straftaten. Auch für zwei der größten Diebstähle Deutschlands sind sie verantwortlich.

März 2017: In Berlin brechen Unbekannte in das Bode-Museum ein und klauen eine rund 100 Kilogramm schwere Gold-Münze. Ihr Materialwert beträgt 3,7 Millionen Euro. Die Diebe, die Brüder Ahmed und Wayci Remmo sowie ihr Cousin Wissam Remm, drangen mit Hilfe von wichtigen Sicherheitsinformationen des Wachmanns durch ein Fenster in das Bode-Museums zwischen Bahngleisen und zwei Spree-Armen ein. Eine Etage höher brachen sie nach Polizeiangaben eine Vitrine aus Panzerglas auf und verschwanden mit ihrer Beute. Erst drei Jahre nach der Tat wurden sie verurteilt: Der Wachmann wurde zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt, Wissam und Ahmed Remmo jeweils zu vier Jahren und sechs Monaten. Wayci Remmo wurde freigesprochen.

November 2019: In Dresden plündern Diebe die Schatzkammer, etwa 100 einmalige Diamanten und Brillianten im Wert von mehreren Hundert Millionen Euro werden geklaut. Die Ermittler gehen davon aus, dass bei dem Einbruch Spezialwerkzeug verwendet wurde. Spezialwerkzeug, das schon in Vergangenheit bei der Berliner Feuerwehr und von einer Spezial-Firma in Bayern gestohlen wurde. Monatelang nimmt die Polizei Berlin die Remmos ins Visier. Es folgt eine Razzia, bei der drei Mitglieder gefasst werden können. Zwei von ihnen, die Zwillinge Mohamed und Abdul Majed Remmo, entwischen. Offenbar wussten sie von dem geplanten Zugriff. Erst nachdem einer der Zwillinge, Mohamed, mit einem georteten Handy telefonierte, konnte er von einer Spezialeinheit des BKA gefasst worden. Von Abdul Majed fehlt bis heute jede Spur.


Auch interessant