Warum gibt es dieses grausame Ritual noch?

Festival 'Toro Jubilo' in Spanien: Tierquäler zünden lebenden Stieren die Hörner an

19. November 2019 - 18:34 Uhr

Grausames Tierqual-Festival mit langer Tradition

Sie setzen Stieren brennende Pech-Fackeln an die Hörner und lassen sie panisch laufen: Teilnehmer traditioneller Festivals wie 'Toro Jubilo' oder 'Toro Embolado' fühlen sich von der grausamen Aktion unterhalten. Seit Jahrhunderten werden auf diese Weise in spanischen Städten Stiere gequält – und das ohne eine Chance auf ein Ende, wie Tierschützer berichten. Die grausamen Szenen des diesjährigen Fests gibt es im Video. Hoffentlich ist dies das letzte Mal, dass ein Stier dermaßen leiden musste!

'Toro de Fuego' heißt 'Feuerstier'

Jedes Jahr am zweiten Novemberwochenende werden Pechklumpen auf die Hörner eines Stieres geklebt und angezündet: 'Toro de Fuego', Feuerstier, wird das auf diese Weise brennende Tier genannt. Es hat Schmerzen und läuft panisch durch die Arena, dann raus auf die Straßen. In seiner Verzweiflung will der Stier das Feuer löschen und prallt dabei mit dem Kopf gegen Hauswände oder Laternen. Wenn er nicht stirbt, verbrennt sein Fell, seine Augen oder seine Hörner. Denn Pech lässt sich nicht einfach löschen: Es ist ein klebriger Klumpen aus Teer oder Terpentin.

Tierschutzorganisationen kämpfen gegen brutale Festivals

Das Fest in der malerischen Stadt in der Provinz Soria hat eine lange Tradition und wird seit Jahrhunderten 'gefeiert'. Tierschutzorganisationen wie PETA setzen sich schon lange gegen Tierqual-Feste wie dieses ein. Doch der Einsatz trägt kaum Früchte. PETA sammelt bereits seit 2014 Unterschriften in einer Online-Petition. Bislang wurde diese von rund 36.000 Menschen unterschrieben. Auch die spanische Tierschutzorganisation "La Tortura No Es Cultura" ("Quälerei ist keine Kultur") spricht sich gegen das barbarische Ritual aus – bisher leider ohne Erfolg.

Gerade im ländlichen Spanien gibt es noch einige Feste, die mit Tierquälerei einhergehen. Neben Stierkämpfen und Stierrennen werden dort am Ende der Jagdsaison Hunde erhängt, Wachteln dienen Sportschützen als lebendige Ziele oder Esel oder Wildpferde werden durch die Straßen getrieben und misshandelt. Auch wenn einige der brutalen Traditionen offiziell verboten sind, gibt es immer noch Gemeinden, die sich dem Verbot widersetzen.

Was können Tierfreunde machen, um zu helfen?

Wenn Sie mithelfen wollen, Traditionen wie das 'Toro Jubilo' zu stoppen, empfiehlt es sich, die Online-Petitionen der großen Tierschutzorganisationen zu unterschreiben. Was man sonst noch machen kann? Den Besuch von Städten wie Medinaceli meiden. Denn welcher Mensch möchte schon gerne sein Urlaubsgeld in einer Stadt lassen, die sich am Leid unschuldiger Stiere ergötzt?