Großaufgebot von Polizei und SEK

Räumung des Fechenheimer Waldes: Erste Aktivisten weggetragen - Evakuierung dauert an

SEK räumt Fechenheimer Wald Nach Besetzung
02:37 min
Nach Besetzung
SEK räumt Fechenheimer Wald

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Sie ketten sich an, bilden Sitzblockaden: Alle Zeichen stehen auf Verteidigungsmodus – und das mit vollem Körpereinsatz. Im Fechenheimer Wald in Frankfurt protestieren und besetzen Umweltaktivisten schon länger gegen einen geplanten Autobahnausbau. Nach wochenlanger Vorbereitung räumt die Polizei nun das besetzte Gebiet. Auch Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und Innenminister Peter Beuth verschaffen sich einen Eindruck am Einsatzort. Ob die Räumung reibungslos ablaufen konnte, erfahren Sie im Videobeitrag.

Räumung war eine demokratische Entscheidung

Hintergrund der Räumung ist der geplante Ausbau des Riederwaldtunnels im Fechenheimer Wald. Am Dienstag (17.01.) hatte der Hessische Verwaltungsgerichtshof entschieden, dass die Teilrodung des Waldes im Zuge des Ausbaus der A66 vorgenommen werden kann, nachdem ein Eilantrag der Naturfreunde Deutschlands nach einem Aufschub abgelehnt wurde.

Auch Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und Innenminister Peter Beuth (CDU) sind an den Fechenheimer Wald gekommen, um sich einen persönlichen Eindruck von der Einsatzlage zu verschaffen. „Friedlicher Protest ist unserem Land nicht nur zulässig, sondern er ist erwünscht und trotzdem muss natürlich auch immer Aufmerksamkeit dafür vorhanden sein, dass friedlicher Protest auch friedlich bleibt, so Rhein.

Aktivisten bekräftigen Widerstand

Unterdessen hatten die Umweltaktivisten zum Start der Räumung ihren Widerstand bekräftigt. „Ihr werdet euch an dieser Räumung die Zähne ausbeißen“, teilten sie am Mittwochmorgen mit. Die geschützte Versammlung werde mit Füßen getreten und die Polizei setze sich über jede fehlende Rechtsgrundlage hinweg, um schnell Fakten zu schaffen. „Wir sehen uns gezwungen den Wald mit unseren Körpern zu verteidigen“, erklären die Aktivisten.

Lese-Tipp: Polizei: Risiken bei Einsatz zu Räumung im Fechenheimer Wald

Die Räumung des Fechenheimer Waldes wurde von der Polizei vorerst als beendet erklärt. Noch immer befinden sich Aktivisten im Wald. Die Einsatzkräfte sind weiterhin vor Ort und bewachen den abgesperrten Bereich. Am Donnerstagmorgen soll die Aktion fortgesetzt werden.

Räumung Fechenheimer Wald.
Nach wochenlangen Vorbereitungen räumt räumt die Polizei mit Hilfe des SEK das besetzte Waldgebiet in Fechenheim.
deutsche presse agentur
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Grund: Der Ausbau Riederwaldtunnels

Für den Bau des gut einen Kilometer langen Riederwaldtunnels mit zwei Röhren müssen der Autobahngesellschaft zufolge etwa 2,2 Hektar Wald gefällt werden. Das entspricht in etwa der Größe von drei Fußballfeldern. Ein weiterer, halber Hektar Waldfläche bleibe vorübergehend als Lebensraum für den geschützten Heldbockkäfer bestehen.

Lese-Tipp: Hunderte protestieren gegen Rodung in Fechenheimer Wald

Nach Angaben des Landes Hessen wurden bereits im Jahr 2018 als Ausgleich etwa 12.000 junge Bäume im Stadtteil Schwanheim gepflanzt. Die Bauzeit für den Tunnel wird auf rund acht Jahre veranschlagt, das Projekt soll 2031 beendet sein. Am Montag war ein Klimaaktivist vor dem Frankfurter Verwaltungsgericht mit einem Eilantrag gescheitert, die betroffene Waldfläche betreten zu dürfen. Der Aktivist, der ein Baumhaus in dem Wald errichtet hatte, und dort sein Hab und Gut aufbewahrt, hatte unter anderem seine Rechte auf Unverletzlichkeit der Wohnung geltend gemacht. Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim VGH eingelegt werden. (dpa/naw)