Gericht spricht Kind Schadenersatz von 44,4 Millionen Euro zu

Nach Fehldiagnose: Mädchen müssen Arme und Beine amputiert werden

Frimley Park Hospital. A general view of Frimley Park Hospital in Frimley, Surrey. Picture date: Friday January 4, 2019. Photo credit should read: Steve Parsons/PA Wire URN:40454741
Das "Frimley Park Hospital" in der englischen Grafschaft Surrey
picture alliance / empics, Steve Parsons

Kein Geld der Welt kann wiedergutmachen, was diesem Kind widerfahren ist: Einem Mädchen, das nach einer ärztlichen Fehldiagnose Arme und Beine verlor, wurden vom Obersten Gerichtshof in London 44,4 Millionen Euro Schadenersatz zugesprochen. Das berichtet der britische Sender BBC.

Symptome für Meningitis und Blutvergiftung - Ärzte geben Paracetamol

Das Kind war mit deutlichen Symptomen für Meningitis und Blutvergiftung ins „Frimley Park Hospital“ in der Grafschaft Surrey eingeliefert worden. Die behandelnden Ärzte verkannten die lebensbedrohliche Situation, gaben dem Mädchen Paracetamol und schickten es wieder nach Hause, so der Sender.

Als die Eltern ihr Kind einige Stunden später erneut in die Notaufnahme brachten, wurde dem Bericht zufolge eine Meningokokken-Sepsis diagnostiziert. Zudem habe das Mädchen Multiorganversagen erlitten. In einer Notoperation wurden beide Beine oberhalb des Knies und beide Arme oberhalb des Ellenbogens amputiert.

"Außergewöhnlich mutiges kleines Mädchen, das sehr gut in der Schule ist“

Die Familie verklagte den Krankenhausbetreiber. Hätte das Mädchen rechtzeitig Antibiotika erhalten, wären die Folgen der Erkrankung weniger gravierend gewesen, so die Anwälte. Der Krankenhausbetreiber „Frimley Health NHS Foundation Trust“ habe dem Vergleich zugestimmt und sich bei den Eltern und dem Mädchen entschuldigt.

Um die Identität des Kindes zu schützen, wurden keine weiteren Angaben zur Person gemacht. Die Anwältin der Familie sagte der BBC zufolge, sie sei "ein außergewöhnlich mutiges kleines Mädchen, das sehr gut in der Schule“ sei.

Der Richter sagte dem Sender, das Mädchen werde „Zugang zu der Pflege und Technologie haben, die sie braucht.“ Er genehmigte den Vergleich zwischen der Familie und dem Krankenhaus „ohne zu zögern.“ Das Geld wird zum Teil in einer Pauschale, zum anderen in lebenslangen Zahlungen überwiesen. (uvo)