Ungesunder Lebensstil hat massive Folgen

Studie: Fast die Hälfte aller Krebs-Todesfälle weltweit wäre vermeidbar!

Zwei Freundinnen sitzen im Restaurant und trinken Bier und essen einen Burger.
Ein übermäßiger Alkoholkonsum und fettiges Essen begünstigen nicht nur Übergewicht, sondern erhöhen auch das Risiko, an Krebs zu sterben.
Zorica Nastasic

44,4 Prozent der weltweiten Krebstodesfälle sind auf vermeidbare Risikofaktoren zurückzuführen. Zu diesem Ergebnis kommt eine US-amerikanische Studie der Universität Washington.

Nach Herz-Kreislauferkrankungen ist Krebs die zweithäufigste Todesursache weltweit - mit steigender Tendenz. Denn unser Lebensstil hat einen entscheidenden Einfluss auf die Zahl der Krebstodesfälle. Dies belegt eine US-Studie der Universität Washington, die nun im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht wurde.

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Krebs ist die zweithäufigste Todesursache weltweit

In der Studie wurde der Zusammenhang zwischen Risikofaktoren und Krebs anhand von Daten aus dem Global Burden of Disease-Projekt des Institute for Health Metrics and Evaluation analysiert.

Für ihre Studie werteten Dr. Chris Murray, Direktor des Institute for Health Metrics and Evaluation, und seine Kollegen Daten über Todesfälle und Erkrankungen aus insgesamt 204 Ländern aus. Dabei untersuchten sie den Zusammenhang zwischen 23 Krebsarten und 34 Risikofaktoren im Zeitraum von 2010 bis 2019.

Das Ergebnis: 44,4 Prozent aller Krebstodesfälle und 42 Prozent der verlorenen gesunden Lebensjahre im Jahr 2019 sind auf vermeidbare Risikofaktoren zurückzuführen.

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Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und Übergewicht sind die Hauptrisikofaktoren

„Unseres Wissens nach stellt diese Studie den bisher größten Versuch dar, die globale Belastung durch Krebs zu bestimmen, die auf Risikofaktoren zurückzuführen ist. Und sie trägt zu einer wachsenden Zahl von Erkenntnissen bei, die darauf abzielen, die risikoabhängige Belastung für bestimmte Krebsarten auf nationaler, internationaler und globaler Ebene zu schätzen", erklärt Murray.

Laut der Studie stellen Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und ein hoher BMI (Body-Mass-Index) die Hauptrisikofaktoren für knapp die Hälfte aller Krebstodesfälle dar. Die dominierende Krebsart in Bezug auf die risikoassoziierten Todesfälle weltweit im Jahr 2019 waren Luftröhren-, Bronchial- und Lungenkrebs – und zwar sowohl bei Männern als auch bei Frauen, so die Forscher.

Die Daten zeigen auch, dass die durch Rauchen, Übergewicht und Alkohol bedingten Krebstodesfälle zunehmen: von 2010 bis 2019 sind sie weltweit um 20,4 Prozent gestiegen. Die fünf führenden Regionen in Bezug auf die risikoassoziierten Todesfälle im Jahr 2019 waren Mitteleuropa, Ostasien, Nordamerika, das südliche Lateinamerika und Westeuropa.

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So gelingt der Schritt in ein gesünderes Leben

"Diese Ergebnisse machen deutlich, dass ein erheblicher Teil der weltweiten Krebsbelastung durch Maßnahmen zur Verringerung der Exposition gegenüber bekannten Krebsrisikofaktoren verhütet werden kann, aber auch, dass ein großer Teil der Krebsbelastung durch die Kontrolle der derzeit geschätzten Risikofaktoren möglicherweise nicht vermeidbar ist", fassen die Forscher zusammen. Daher müssten Bemühungen zur Verringerung des Krebsrisikos mit umfassenden Strategien zur Krebsbekämpfung gekoppelt werden, die auch Bemühungen zur Unterstützung der Frühdiagnose und einer wirksamen Behandlung umfassen.

So schockierend die Ergebnisse auch sind: Grundsätzlich stimmen sie auch hoffnungsvoll, da sie deutlich machen, dass das Krebserkrankungsrisiko sowie der Verlauf einer Krebserkrankung auch vom eigenen Lebensstil abhängen. Das ist Chance und Herausforderung zugleich: Wer auf eine ausgewogene Ernährung mit vielen unverarbeiteten Lebensmitteln setzt, beugt nicht nur Übergewicht vor, sondern stärkt auch das Immunsystem.

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Auch ein maßvoller Alkoholkonsum und der Verzicht auf Zigaretten stellen wirksame Mittel dar, dass Krebsrisiko zu senken. Laut Deutscher Krebsgesellschaft (DKG) haben Raucher gegenüber Nichtrauchern ein doppelt so hohes Risiko, an Krebs zu sterben. Und das Deutsche Krebsforschungszentrum informiert, dass Alkoholkonsum die Entstehung verschiedener Krebserkrankungen fördert und sich weltweit rund 5,5 Prozent aller Krebsfälle auf Alkoholkonsum zurückführen lassen. Genug Gründe also, den Konsum zu drosseln.

Ganz wichtig: Sie müssen nicht alles von jetzt auf gleich ändern. Schon kleine Veränderungen – beispielsweise acht statt zehn Zigaretten am Tag - können viel bewirken und sind der erste Schritt in die richtige Richtung. (nri)

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