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Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts glaubt an schnelles Verfahren

Wie schnell lassen sich Impfstoffe an neue Corona-Mutationen anpassen?

Laut Klaus Cichutek können Impfstoffe schnell auf Corona-Mutationen angepasst werden.
Laut Klaus Cichutek können Impfstoffe schnell auf Corona-Mutationen angepasst werden.
© imago images/MiS, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

24. Februar 2021 - 8:14 Uhr

Was passiert, wenn die bisherigen Impfstoffe nicht mehr wirken?

Experten befürchten, dass die Impfungen bei den südafrikanischen und brasilianischen Mutationen nicht ausreichend wirken könnten. Was dann? Forscher müssen dann zum Glück nicht noch einmal völlig neue Impfstoffe entwickeln, um das Virus aufzuhalten. Nach Expertenangaben können die bisherigen Corona-Impfstoffe sogar relativ schnell an mögliche neue Virusvarianten angepasst werden.

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PEI-Präsident Cichutek: Neuzulassung voraussichtlich nicht nötig

Die Impfstoffe könnten dann entweder eine neue oder eine zusätzliche Komponente enthalten, sagte Klaus Cichutek, Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) in einem Pressebriefing des Science Media Center. Es gebe Vorschläge der EU-Kommission für gesetzliche Regelungen. "Wenn die durchkommen, werden sie so ein, dass man hier keine Neuzulassung braucht."

Nach einem neuen Plan seien nur wenige Voraussetzungen für die Genehmigung eines angepassten Impfstoffs nötig. Die Herstellung des neuen Impfstoffs müsse genauso verlaufen wie die des Ausgangsproduktes. Die üblichen Labor- und Tierversuche seien nicht nötig und auch keine großen Studien mit mehreren Tausend Teilnehmern. Bei dem Test werde mit Hilfe von Blutuntersuchungen die Reaktion des Immunsystems geprüft. Dabei müsse gezeigt werden, dass der neue Impfstoff gegen die Variante ungefähr so wirksam sei wie das Original gegen das Ausgangsvirus.

LESE-TIPP: Corona-Inzidenz in Deutschland steigt: Nicht nur Mutationen sind schuld!

Video: Was tun, wenn die Impfstoffe bei den Mutanten nicht wirken?

Anpassung von mRNA-Impfstoffen in 6 Wochen

Zumindest bei mRNA-Impfstoffen sei eine Umstellung des Konstrukts innerhalb von sechs Wochen möglich und die Herstellung von Millionen Dosen innerhalb weiterer sechs Wochen, sagte Cichutek. In der Zeit könne bereits die limitierte Prüfung beginnen. Wann das starten werde, sei noch nicht absehbar. Die Zulassung neuer Impfstoffe werde nötig, "wenn tatsächlich die Effektivität der vorhandenen Impfstoffe, die genutzt werden, stark zurückgeht und man da einen starken Einbruch vernimmt", sagte Cichutek.

Nach Ansicht von Ugur Sahin, dem Vorstandsvorsitzenden des Pharmaunternehmens Biontech, ist nicht immer ein stark geänderter Impfstoff nötig, man könne auch mit Wirkungsverstärkung bessere Ergebnisse erzielen. Denkbar ist laut Cichutek zudem der Einsatz verschiedener Impfstoffe hintereinander bei einem Impfling.

"Wir haben ganz gute Tools, um Schritt zu halten mit der Pandemie», sagte Marylyn Addo vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und betonte: «Wenn es kein großes Infektionsgeschehen gibt, dann gibt es auch weniger Mutationen.» Daher sei es wichtig, dass die Impfstoffe auch außerhalb der Industrienationen verteilt werden. «Sonst kommt das Problem auf uns zu, weil es halt wieder eingetragen wird."

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte das geplante Zulassungsverfahren kürzlich mit dem für Grippeimpfstoffe verglichen, die auch jedes Jahr angepasst werden müssen.

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