Stark bleiben und einfach weiter machen

Eva Imhof: Aus dem Home Office moderiert – und fürs Leben gelernt!

Auch RTL-Moderatorin Eva Imhof arbeitete heute ausnahmsweise mal aus dem Home Office.
Auch RTL-Moderatorin Eva Imhof arbeitete heute ausnahmsweise mal aus dem Home Office.
© Eva Imhof

10. November 2021 - 16:12 Uhr

Corona-Fälle in der Schule - heute war es soweit

von RTL-Moderatorin und Zwillingsmama Eva Imhof

Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich mich zurück in meine Kindheit tagträume: Wir spielten stundenlang "ausgerissene Kinder" auf Wiesen und in Wäldern, es gab keine Handys und vor allem keine Gesichts-Masken. Und damit kein Corona. Als sich vor einigen Tagen die Corona-Fälle an der Schule meiner 9-jährigen Zwillingstöchter häuften, habe ich es bereits kommen sehen: Es wird wieder zäh. Und heute war es dann soweit.

Moderation aus der eigenen Küche heraus? Das geht!

Wie so viele andere Familien hat mich Corona an unser Zuhause gefesselt. Ich konnte nicht zu meinem Job bei RTL "Guten Morgen Deutschland" nach Köln reisen. Mein Mann arbeitet in Leipzig, für meine Schwiegereltern (beide über 80) haben wir das Risiko als zu groß erachtet, uns mit den Kindern zu helfen. Sie wohnen im Harz und wären gern extra angereist, um auf ihre Enkel aufzupassen. Aber bei den Horror-Nachrichten mit einer Rekord-Inzidenz ist das einfach zu gefährlich. Also musste improvisiert werden. Wie schön, dass mein Arbeitgeber mich einfach mal aus meiner Küche und dem heimischen Garten das Wetter moderieren lässt!

Mama-Angst: Schaffen es meine beiden Mädels, rechtzeitig aufzustehen?

Und dann hat sich heute früh – zwischen all den Corona-Grusel-Geschichten – eine persönliche Mama-Sternstunde für mich ereignet. Normalerweise klingelt der Wecker meiner Töchter exakt um 5:55 Uhr. Ich finde das abartig früh, wenn man erst um 8 Uhr in der Schule sein muss. Aber die jungen Damen sind sehr pflichtbewusst und bestehen drauf: "Mama, wir wollen morgens keinen Stress haben!" flöten sie mir regelmäßig entgegen, wenn ich mal wieder versuche, 20 Minuten mehr Schlaf rauszuhandeln. Ganz abgesehen davon gilt es noch Kaninchen und Fische zu füttern.

Heute früh war es allerdings so, dass ich die beiden gar nicht um 5:55 Uhr wecken konnte, denn da stehe ich schon auf Position für meine Wetter-Moderation. Und: Mein Handy, das ich den beiden als Wecker zur Verfügung stellen könnte, muss ich für die Absprachen mit den Kollegen in Köln bei mir haben. Und schließlich wurde ich doch etwas nervös. Mein Einsatz endet um circa 6:11 Uhr, was ja doch etwas später ist als 5.55 Uhr. Und plötzlich schossen Gedanken durch meinen Kopf: "Und was ist, wenn sie einfach meine Moderation crashen?"

Lese-Tipp: Wie wir unser Leben umkrempeln (müssen)

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Ein verrückter Arbeitsmorgen erteilt eine Lektion fürs Leben

Als ich kurze Zeit später live auf Sendung war, habe ich gemerkt, wie meine Hände langsam anfingen zu zittern. Schnell habe ich das Mikro von der einen Hand in die andere gewechselt, um meine Nervosität etwas zu überspielen. Und kaum war ich fertig mit der Moderation, kamen mir zwei quietschmuntere Mädchen entgegen gehüpft und sagen: "Mama, Du warst toll!" Verblüfft entgegnete ich: "Ihr seid ja schon fertig angezogen! Wow! Und wie seid ihr denn wach geworden?" Und beide antworteten fröhlich: "Einfach so! Und wir sind doch schon groß!" Daraufhin fangen sie an sich selbst ihr Frühstück zu machen, damit ich in Ruhe weiter arbeiten kann.

Und mir hat damit heute morgen das Leben mal wieder eine Lektion erteilt. Zum Einen geht es immer irgendwie. Man muss es nur wollen und Lösungen kreieren statt Probleme wälzen. Und keine Frage: der Corona-Winter wird hart. Unsere Gesellschaft steht vor einer großen Aufgabe und wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht immer weiter spalten in das Lager der Geimpften und das Lager der Nicht-Geimpften. Und natürlich müssen unsere Politiker und Politikerinnen beherzter und zupackender handeln. Aber bei all dem Elend, was sich "da draußen" auftut, halte ich es mit den Worten des Dalai Lama: "Die schwierigste Zeit in unserem Leben, ist die beste Gelegenheit, innere Stärke zu gewinnen."

In diesem Sinne: Bleiben Sie stark! Und bis morgen früh bei "Guten Morgen Deutschland" – aus meiner Küche!