Kolumne von Eva Imhof

"Danke, dass ich Eure Mama sein darf" - ein Liebesbrief an meine Kinder

© Eva Imhof/RTL.de

12. Mai 2019 - 9:46 Uhr

"Ihr habt mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin"

Nun darf ich schon zum siebten Mal mit Euch, meinen zwei Zaubermädchen, den Muttertag feiern. Darüber bin ich unfassbar glücklich und dankbar, vor allem weil ich mich noch so gut an die Zeit erinnern kann, in der ich dachte niemals Mama zu werden. Gefühlt war ich die einsamste Person der Welt.

Lange trug ich so viel Schmerz in mir

Dabei gab es besonders schlimme Tage, die sich bis heute prägnant in mein Gedächtnis eingebrannt haben: Wir hatten Freunde zum Essen eingeladen. In großer, fröhlicher Runde saßen wir am Tisch. Eine unserer Freundinnen hatte gerade ihr zweites Kind bekommen und das Baby gluckste fröhlich neben uns herum. Ich war verzückt von diesem kleinen Bündel Leben und gleichzeitig voller Neid auf dieses Familienglück, welches mir vielleicht verwehrt bleiben würde.

Ich trug so viel Schmerz in mir während über mir stets die Frage schwebte, ob ich das Mama-Glück nach Jahren des unerfüllten Kinderwunsches jemals selbst erleben werde. Mit einem Lächeln beugte ich mich über das Baby, als mich die Stimme der Mutter wie ein Blitz traf: "Warum macht ihr nicht mal selber eins? Ach ja, die Eva hat ja immer nur ihre Karriere im Kopf" sagte sie lachend. Was folgte war einer der ganz wenigen Momente in meinem Leben, in dem ich die Fassung verlor: Ich spürte, wie mir die Gesichtszüge entglitten, sprang vom Tisch auf und lief laut aufschluchzend aus dem Esszimmer ins Schlafzimmer und schlug die Tür hinter mir zu.

Dann bildete sich unsere kleine Mädchenbande - unser unschlagbares Trio

Und während ich wie ein pubertäres Mädchen mit Liebeskummer in mein Kopfkissen weinte, entlud sich gleichsam mein ganzer Frust und meine geballte Enttäuschung. Gleichzeitig kam es mir vor, als würde sich all der Schmerz in mir auflösen. Es war eine große Befreiung. Vor allem weil ab diesem Zeitpunkt klar war, dass mich niemand aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis mehr darauf anzusprechen wagte, warum ich – glücklich verheiratet und bereits über 30 – denn noch keine Kinder hätte.

Die noch größere Befreiung folgte nur wenige Monate später: Ich war schwanger. Und dann stellte sich heraus, dass sich da doppeltes Glück eingenistet hatte. Beim ersten Ultraschall sagte der behandelnde Arzt: "Da schlägt ein Herz. Oh! Und da schlägt ja noch eins!" Was für ein schöner Schock. Und von diesem Moment an bildete sich unsere kleine Mädchenbande, unser unschlagbares Trio.

Was Eva über den Muttertag denkt

Welches Geschenk Eva immer zum Muttertag von ihren Töchtern bekommt und was sie vom Muttertag hält, das erzählt sie uns im Video.

"Es tut mir leid, dass ich Euch schon manches Mal angebrüllt habe"

Ihr seid für mich das größte Glück und das allergrößte Geschenk des Lebens. Ihr habt es geschafft, dass ich mich weniger wichtig nehme und Ihr habt meinen Fokus verschoben auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens. Als es während meiner Schwangerschaft mit vorzeitigen Wehen und monatelangem Liegen hakelig wurde, habe ich gelernt dankbar und demütig zu werden gegenüber dem Leben.

Es tut mir leid, dass ich Euch schon manches Mal angebrüllt habe. Vor allem, als Ihr noch klein wart und ich mir nicht erklären konnte, warum Ihr einfach nicht aufhört zu schreien. Zumal ich Euch hegte und pflegte wie eine Känguru-Mama, die ihr Junges im Beutel mit sich rumschleppt.

Übrigens habe ich Euch auch diverse Wutanfälle verziehen, bei denen ich am liebsten im Boden versunken wäre. Am "lustigsten" war es ja immer, wenn Ihr Euch beide gleichzeitig an der Supermarktkasse theatralisch auf den Boden geschmissen habt!

"Was niemals aufhören wird, ist meine unbändige Liebe zu Euch"

Eva Imhof Zwillinge
Selbstgemachte Geschenke zum Muttertag sind besonders beliebt - auch bei Familie Imhof.
© Eva Imhof/RTL.de

Aber das ist lange her. Damals wart Ihr in Euren "Terrible Twos", also so um die zwei Jahre alt. Das ist ja bekanntlich die typische Zeit für Wutanfälle und ich bin stets gut damit gefahren, einfach tief durchzuatmen und mich mit dem klassischen "Es ist alles nur eine Phase..." Spruch zu beruhigen.

Was allerdings niemals aufgehört hat und niemals aufhören wird, ist meine unbändige Liebe zu Euch: Ihr habt mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Ihr habt mir vor allem gezeigt, wie wichtig es ist, sich in andere reinversetzen zu können, empathisch zu sein und das Leben mit offenen Armen zu empfangen!

Und wenn Ihr jetzt mit Eurem fröhlichen Lachen nach einem langen Schultag auf mich zustürzt und ruft: "Mamaaa, Du bist die Beste!" und mich abknutscht, als hättet Ihr mich zehn Jahre nicht gesehen, dann spüre ich jeden Tag aufs Neue: Ihr seid das Beste, was ich je hinbekommen habe. DANKE, dass ich Eure Mama sein darf.