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Europäische Arzneimittelagentur zu Omikron: Vor allem leichte Krankheitsverläufe.

WHO mahnt weiterhin zu großer Vorsicht

EMA: Auch in Europa bisher vor allem leichte Omikron-Krankheitsverläufe

Marco Cavaleri, Leiter der Strategie für biologische Gesundheitsbedrohungen und Impfstoffe bei der EMA, äußerte sich den bisherigen Omikron-Krankheitsverläufen in Europa. (Foto: Archiv)
Marco Cavaleri, Leiter der Strategie für biologische Gesundheitsbedrohungen und Impfstoffe bei der EMA, äußerte sich den bisherigen Omikron-Krankheitsverläufen in Europa. (Foto: Archiv)
Pieter Stam de Jonge, picture alliance, dpa/ANP

Noch zu früh für endgültige Beurteilung

Weiterhin untersuchen Epidemiologen und Virologen unter Hochdruck die Eigenschaften der neuen Coronavirus-Variante Omikron. Die großen Fragen sind: Wie ansteckend ist sie, welche Krankheitsverläufe bewirkt sie und wie gut helfen die bestehenden Impfstoffen gegen die neue Variante. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA teilte nun mit, dass die bisher in Europa beobachteten Infektionen größtenteils mild verlaufen seien. Für eine endgültige Beurteilung sei es aber noch zu früh.

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Keine Aussage zur Wirksamkeit der Impfstoffe

Auch in Europa hat ein Großteil der bisher mit der Omikron-Variante des Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Europäer offenbar einen „leichten“ Krankheitsverlauf. „Die Fälle scheinen großteils leicht, aber wir müssen noch mehr Daten sammeln“, teilte die Europäische Arzneimittelagentur EMA laut Ärzteblatt und AFP mit.

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Zur Wirksamkeit der derzeit gegen das Coronavirus verwendeten Impfstoffe gegen die Omikron-Variante könne keine Aussage gemacht werden. Auch müsste noch mehr erforscht werden, „ob das Spektrum der Schwere des Krankheitsverlaufes bei Omikron unterschiedlich ist zu den bisher zirkulierenden Varianten“, sagte demnach der Chef der EMA-Impfstrategie, Marco Cavaleri. Seine Behörde werte zurzeit alle verfügbaren Daten aus, um Aussagen über die Effektivität der Impfstoffe gegen Omikron machen zu können.

WHO mahnt zur Vorsicht: Erhöhtes Risiko einer Wiederansteckung

Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass Omikron zu einer höheren Reinfektionsrate, aber milderen Krankheitsverläufen führe. „Die jüngsten Daten aus Südafrika deuten auf ein erhöhtes Risiko einer Wiederansteckung“ von Genesenen sowie einer Ansteckung von Geimpften hin, zitiert das Ärzteblatt WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Es gebe jedoch auch Hinweise auf weniger schwere Krankheitsverläufe als bei der Delta-Variante.

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Tedros mahnte trotz der möglicherweise milderen Krankheitsverläufe weiterhin zur Vorsicht: „Jede Nachlässigkeit wird Menschenleben kosten.“ Vorläufigen Daten zufolge könnte die neue Variante demnach ansteckender sein als die Delta-Variante. Für eindeutige Schlussfolgerungen seien weitere Untersuchungen nötig.

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Epidemiologe: Anzahl der Ansteckungen entscheidend

Der Epidemiologe Eric Feigl-Ding wies bereits Ende November darauf hin, dass die Crux in der Ansteckungsfähigkeit der neuen Variante liegen könnte. Er warnte deshalb auf Twitter: „Wir wissen auch, dass eine stärker infektiöse Krankheit, die weniger Infizierte ernsthaft schädigt, aber mehr Menschen infiziert, letztlich mehr Menschen zu Schaden kommen lässt (eine größere absolute Zahl von Schwerstkranken) als eine hochgradige Krankheit, die weniger ansteckend ist.“ Mit anderen Worten: Sehr viele Ansteckungen mit wenig schweren Verläufen belasten das Gesundheitssystem ebenso. (ija)

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